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„Beeindruckt“ vom Brohltal

Landrat auf Rundreise in größter Verbandsgemeinde des AW-Kreises – Nummer 1 bei den Gewerbegebieten – „Unser Dorf“ ist jeweils Chefsache

Spitzenreiter bei den Gewerbegebieten und herausragende Leistungen in der Dorferneue-rung auf der einen Seite – Probleme beim Wasserschutz und, wie auch in anderen Kommu-nen, mit den Vogelschutzrichtlinien des Landes auf der anderen Seite: Auf diesen Nenner lässt sich der derzeitige Standpunkt von Landrat Dr. Jürgen Pföhler gegenüber der Ver-bandsgemeinde Brohltal bringen.

„Der Kreis Ahrweiler hat in der Vergangenheit fest zum Brohltal gestanden, das wird auch in Zukunft so sein“, sagte der Landrat im Gespräch mit den Brohltaler Ortsbürgermeistern, das den Abschluss einer neunstündigen Rundreise Pföhlers durch die Verbandsgemeinde bilde-te. So habe der Kreis rund 600.000 Euro alleine in das Fremdenverkehrsprojekt Vulkanpark Brohltal/Laacher See gesteckt.

Pföhler zeigte sich gegenüber Bürgermeister Hermann Höfer und den Ortsbürgermeistern „beeindruckt“ von dem, was in der Verbandsgemeinde Brohltal auf die Beine gestellt wurde und was noch an Potenzialen vorhanden sei. Mit knapp 19.000 Einwohnern sei das Brohltal die größte Verbandsgemeinde im Kreis Ahrweiler. Auch von den Städten habe nur die Kreis-stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler mehr Einwohner.

Ebenfalls Spitzenreiter sei die VG Brohltal mit mehr als 40 Hektar an Gewerbeflächen. „Vor allem das jüngste Gewerbegebiet, Brohltal-Ost/A 61, ist für Investoren sehr attraktiv und sorgt für eine tragfähige und zukunftsorientierte Wirtschaftsstruktur,“ erklärte Dr. Pföhler, der zugleich die „modernen, bürgerfreundlichen Strukturen“ der Verbandsgemeindeverwaltung in Niederzissen hervorhob.

Besonders aktiv sei das Brohltal auch in der Dorferneuerung, die im gesamten Kreis Ahr-weiler einen hohen Stellenwert einnehme. „Es ist kein Zufall, dass das Brohltal im Wettbe-werb ´Unser Dorf´ so herausragend abgeschnitten hat“, sagte der Landrat. Auf Kreisebene seien in diesem Jahr mit Königsfeld („Ein echter Dauerbrenner“) und Weibern beide Sieger aus dem Brohltal gekommen, die anschließend auch auf Landesebene „ganz stark gepunk-tet“ hätten.

Entscheidend bei der Entwicklung der Orte sei, dass Tradition bewahrt und zugleich eine langfristige Zukunftsperspektive mit innovativen Ideen entwickelt werde. Bürgermeister Höfer habe Mitarbeiter speziell für die Dorferneuerung eingestellt. Pföhler: „So kommt es, dass in den vergangenen Jahren von den insgesamt 1,4 Millionen Euro des Landes innerhalb des AW-Kreises fast die Hälfte allein ins Brohltal geflossen ist. Das ist eine Top-Leistung.“ Auch in der Kreisverwaltung sei das Thema „Unser Dorf“ Chefsache, unterstrich der Landrat. Zu Beginn des Jahres habe er eine Mitarbeiterin eingestellt, die sich um neue Schwerpunkte beim Projekt „Zukunft Dorf“ kümmere.

Bei den „Problembereichen“ sprach Jürgen Pföhler die kommunalen Finanzen an. Für den gesamten Kreis Ahrweiler ergebe sich in diesem Jahr auf der Basis der ersten drei Quartale ein Gewerbesteuer-Minus von fast einer Million Euro. Zusätzlich hätten die Kommunen eine höhere Gewerbesteuerumlage an Land und Bund zu zahlen. Die Folge: Den Gemeinden verbleibe von dem ohnehin geringen Gewerbesteueraufkommen in diesem und dem näch-sten Jahr noch weniger übrig.

Die geplante Erweiterung der Wasserschutzgebiete in Kempenich und Weibern führe zu teils erheblichen Einschränkungen in der Planungshoheit dieser Ortsgemeinden sowie zu neuen Auflagen für Gewerbe und Landwirtschaft. Darauf habe die Kreisverwaltung gegenüber der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz „frühzeitig und ausdrücklich“ hinge-wiesen. Bislang habe Koblenz noch keinen Termin für eine Erörterung angesetzt. Die Rechtsverordnung selbst befinde sich nach wie vor im Entwurfsstadium. „Und auch die Fra-ge der Entschädigungsleistungen ist ein Bohren dicker Bretter“, erklärte der Landrat und for-derte von den Bürgermeistern: „Bei diesem Thema müssen wir alle gemeinsam am Ball bleiben.“

Zu den Mainzer Vogelschutzplänen: Gegenüber dem ersten Entwurf des Landes seien alle landwirtschaftlichen Flächen bis auf einen kleinen Bereich am Laacher See aus dem Vogel-schutzgebiet gestrichen worden. Stattdessen seien allerdings einige Steinbrüche und der Campingplatz am Laacher See mit in die Gebietskulisse aufgenommen worden. Dr. Pföhler, der sich nochmals für einen „Umweltschutz mit Augenmaß und Realitätssinn“ aussprach, sagte den Brohltal-Bürgermeistern: „Wir müssen abwarten, wie die endgültige Gebietsab-grenzung aussieht. Fakt ist aber, dass die Ausweisung als Vogelschutzgebiet bei vielen
In-vestitionsvorhaben zu langen Genehmigungsverfahren mit offenem Ausgang führt.“

„Der Kreis Ahrweiler tut viel für die Verbandsgemeinde Brohltal“, bilanzierte der Landrat und nannte unter anderem folgende Finanzspritzen:
 Vulkanpark: 600.000 Euro
 Schulbauprogramm: 2,4 Millionen Euro für die Burgweg-Schule Burgbrohl (davon 500.000 Euro Zuschuss des Landes)
 Kreisstraßen: In den letzten drei Jahren 17 Baumaßnahmen mit Gesamtkosten von rund 1,7 Millionen Euro (Eigenanteil Kreis 580.000 Euro); größte Baumaßnahmen: Ausbau der K 52 mit der Ortsdurchfahrt Oberdürenbach und der K 60 zwischen Kempenich und Engeln
 Radwege: 25.500 Euro Zuschuss für die Strecken im Bereich Weibern, Kempenich, Hohenleimbach
 Gewerbegebiet Kempenich-Spessart: 810.000 Euro Soforthilfe des Bund aus dem Bonn-Berlin-Ausgleich, rund 250.000 Euro vom Kreis.

Hinweis an die Medien: Zu diesem Artikel erhalten Sie ein Foto. Bildunterzeile:
Die Brohltaler Ortsbürgermeister, Gastgeber Hermann Höfer (8.v.l.) und Dr. Jürgen Pföhler (6.v.r.) nach der Rundreise des Landrats.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 17.10.2002

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