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„Ihr habt böse Leute hier“

Das neue Heimatjahrbuch ist da – Heiteres, Wissenswertes und viel Interessantes für 5,20 Euro – Landrat: Eine Gemeinschaftsleistung von Bürgern für Bürger“ – Ausstellung zeigt alle Titelseiten seit 1926

600 Gramm leicht und im festen Einband, aber ein Schwergewicht an Substanz. Dazu ein Doppeljubiläum: der 60. Jahrgang der seit 1926 – mit Unterbrechungen während der Krisenjahre im Umfeld des Zweiten Weltkriegs – veröffentlichten Reihe, die seit 1953, seit also 50 Jahren, kontinuierlich erscheint. Die Rede ist vom neuen Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler. Die Ausgabe 2003 ist da. Das Werk liegt im Buchhandel bereit und kostet 5,20 Euro.

„Richtig stolz“ zeigte sich Landrat Dr. Jürgen Pföhler über das druckfrisch erschienene Standardwerk heimatkundlicher Literatur. „Vor allem, weil es sich um eine Gemeinschaftsleistung von Bürgern für Bürger handelt“, wie er ergänzte. „Die Autorinnen und Autoren schreiben ehrenamtlich, ohne Honorar, und das zum Teil seit Jahren und Jahrzehnten.“

Was den Landrat bei der Vorstellung des neuen Bandes besonders freute: „Auch junge Leute finden verstärkt Interesse, beim Heimatjahrbuch mitzuwirken, wie der Beitrag über die Jugendarbeit in Heppingen zeigt.“ Dennoch liege „die traditionelle Stärke“ des Werkes in der Historie, die mit aktuellen Beiträgen stets aufs Neue für die Gegenwart aufbereitet werde. Dr. Pföhler: „Unser Heimatjahrbuch stellt mittlerweile die umfassendste Sammlung an Ausarbeitungen zur Kreisgeschichte dar.“

Das jetzt erschienene Werk umfasst 280 Seiten, davon 248 Seiten Redaktionsteil. Die Leser finden 67 Textbeiträge, die 73 Autoren verfasst haben. Das Buch, eine wahre Fundgrube an Wissenswertem über das Kreisgebiet in Geschichte und Gegenwart, ist reich bebildert. 5.000 Exemplare wurden gedruckt.

Ein Hinweis für Internet-Benutzer: Fast alle Beiträge der bereits erschienenen Jahrbücher sind nach Autoren von A-Z online erschlossen. In der Kreisverwaltung befindet sich zudem die Volltext-Einstellung aller Jahrgänge in Arbeit. Viele Heimatfreunde greifen bereits jetzt gerne auf dieses umfangreiche Heimatjahrbuch-Archiv zurück (www.kreis.aw-online.de, Kultur-Info). Interessant auch: Im Kreishaus-Foyer ist derzeit eine Ausstellung zu sehen, die unter anderem sämtliche Titelseiten aller Heimatjahrbücher seit 1926 präsentiert.

Inhaltlich bietet die Neuerscheinung neben der Aktuellen Chronik mehrere Artikel über den AW-Kreis als Wirtschaftsstandort (unter anderem zu den fünf großen Mineralwasserbetrieben Apollinaris, Brohler, Rhodius, Sinziger und Tönissteiner) oder die bundesweit einmalige Einrichtung der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Einzelbeiträge befassen sich mit dem neuen Schlaganfall-Zentrum im Krankenhaus Maria Hilf, dem Wandel in der Psychiatrie (dargestellt an der Dr. von Ehrenwall‘schen Klinik), dem Studium an der Fachhochschule RheinAhrCampus in Remagen, der Gleichstellungsarbeit, den türkischen Mitbürgern, dem sozialen Engagement der Adenauer Bürger für ein Augenhospital in Bangladesh oder – „Om@ und Op@ online“ – mit Senioren im Internet.

Eine Auswahl sonstiger Artikel in Stichworten: Lachse leben wieder in der Ahr, „Stars mit Sternen“ (über den Spitzenwinzer Gerd Stodden aus Rech und den Meisterkoch Hans-Stefan Steinheuer aus Heppingen), die Köstlichkeiten der Ahrtalküche, der Bildhauer Titus Reinarz aus Löhndorf, besondere Bau- und Kunstdenkmäler (zur Apollinariskirche in Remagen oder zur Balthasar-König-Orgel in Dümpelfeld), die Gründerin des Ursulinenordens, die Kellerei in Wehr, der Kreuzweg zum Calvarienberg in Ahrweiler oder die St. Sebastianus-Bürger-Schützengesellschaft Ahrweiler, die 2003 ihr 600-jähriges Bestehen feiert.

Beschrieben werden auch das „späte Wildbeutertum und aufstrebender Handel im Heilbad Neuenahr“ („Ihr habt böse Leute hier ....“), die Wasserversorgung von Burgbrohl, der Weinanbau im Brohltal, Relikte des Mühlsteinabbaus am Herchenberg, das Töpferwesen auf der Grafschaft, die Geschichte der Kripper Ziegeleien und der Sinziger Zeitung als ältester Heimatzeitung im Kreis Ahrweiler, die Rennfahrer-Legende Rudolf Caracciola, Motorradrennen der 1920er Jahre im Brohltal, Lehrpläne ebenfalls aus den 20er Jahren im Vergleich zu den heutigen (Schulgeschichte in Zeiten der PISA-Studie), die Spurensuche von PJG- Schülern nach Erich Hertz (eines Abiturienten von 1934, der 1943 in einem Konzentrationslager ermordet wurde) oder die Fotografien der Heimatfotografen Peter Weber und Johann Holzem aus Wershofen von 1900 bis 1960. Ein Service-Teil stellt ausgewählte Angaben zur Struktur des Kreises Ahrweiler vor.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 07.11.2002

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