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Studienbuch über dunkelstes Kapitel soll Geschichtswissen erhellen

„Kreis Ahrweiler unter dem Hakenkreuz“ – Leonhard Janta nennt Schlaglichter – Landrat Dr. Pföhler: „Hervorragende Analysen bis heute unübertroffen“

Vor 70 Jahren, am 30. Januar 1933, kam Hitler an die Macht. Speziell für den Kreis Ahrweiler gibt es ein Studienbuch, das nach den Worten von Landrat Dr. Jürgen Pföhler „mit einer Fülle von Fakten, hervorragenden Analysen, fundierten Hintergrundinformationen und zahlreichen Original-Foto- und Textdokumenten bis heute unübertroffen ist“. Der Landrat empfiehlt dieses Buch „über das dunkelste Kapitel unserer Geschichte“ vor allem Schülern und Schulklassen sowie allen interessierten Bürgern.

Das 1989 vom Kreis herausgegebene 416-Seiten-Werk „Kreis Ahrweiler unter dem Hakenkreuz“ ist nach wie vor im Buchhandel erhältlich. Es handelt sich um Band 2 der „Studien zu Vergangenheit und Gegenwart“. Auch Band 3 dieser Reihe, die reich illustrierte und umfassende Kreis-Chronik von 1993 „Der Kreis Ahrweiler im Wandel der Zeit“, ist über den Buchhandel zu beziehen. Beide Bücher sind bei der Warlich Druck- und Verlagsgesellschaft erschienen.

In einem Pressebericht der Kreisverwaltung Ahrweiler fasst Kreisarchivar Leonhard Janta einige Schlaglichter über die „Machtergreifung“ mit Blick auf den Kreis Ahrweiler zusammen: Am 30. Januar 1933 wurde mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler durch den greisen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg der Weg in die NS-Diktatur und damit in das düsterste Kapitel deutscher Geschichte eingeleitet. Damit war für die Nationalsozialisten die Tür zur Macht und zur Schaffung des nachfolgenden Unrechtssystems geöffnet.

Nach den Reichstagswahlen vom 6. November 1932 hatte es noch so ausgesehen, als sei der Höhepunkt der „NS-Bewegung“ überschritten und eine „Machtübernahme“ durch Hitler in weite Ferne gerückt. Im Kreis Ahrweiler lag der Stimmenanteil der Nationalsozialisten bei lediglich 10,7 Prozent. Die traditionsreiche Zentrumspartei besaß hier eine ihrer Hochburgen und kam auf 68,7 Prozent, die SPD auf 5,8 Prozent, die KPD auf 8,0 Prozent.

So verwundert es nicht, dass am 30. Januar 1933 im Kreisgebiet nur vereinzelt spontane Kundgebungen von NSDAP-Anhängern stattfanden. Der Regierungswechsel stieß auf wenig Interesse. Viele erfuhren davon erst am folgenden Tag aus Zeitung oder Radio.

Bei der Reichstagswahl vom 5. März 1933 stieg dann der Stimmenanteil der Nationalsozialsten im AW-Kreis auf 24,1 Prozent. Das Zentrum errang mit 61,4 Prozent nach wie vor die absolute Mehrheit (SPD 3,8 %, KPD 4,9 %). Im Kreisgebiet schnitten die Nazis bei allen freien Wahlen stets schlecht ab. Die überwiegend katholische Bevölkerung bekannte sich mit großer Mehrheit zu den demokratischen Parteien.

Der Prozess zur Ausschaltung aller demokratischen Kräfte jedoch setzte auch hier unmittelbar nach den Märzwahlen 1933 ein. Alle Stufen nationalsozialistischer Gleichschaltungs- und Unrechts-Politik – bis hin zur Verfolgung und Deportation der Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager – fanden auch hier statt.

Ausführlich schildert das Studienbuch „Kreis Ahrweiler unter dem Hakenkreuz“ unter anderem die politische und wirtschaftliche Situation vor 1933, die nationalsozialistische Diktatur von 1933 bis 1945 sowie die politischen Konsequenzen nach dem Zusammenbruch 1945.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 31.01.2003

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