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Abfallberater erhalten bis zu 150 Anrufe am Tag

Für Volkmar Hintze und Tino Hackenbruch ist der Job Routine – Restmüllmengen drastisch reduziert

"Wir müssen schnell einen Haushalt auflösen, da fällt einiges an Müll an", hat es der junge Mann am Ende der Leitung eilig. "Unsere Tante geht ins Seniorenheim, und wir sind nicht von
hier. Können Sie uns helfen?". Abfallberater Volkmar Hintze kann helfen.

Ruhig erklärt Hintze, welche Möglichkeiten bestehen, die nicht verwertbaren Reste der Wohnung kostengünstig loszuwerden. Unterstützt wird Hintze vom Diplom-Verwaltungsbetriebswirt Tino Hackenbruch, der den Part des Dualen Systems für Verpackungsabfälle betreut. Für die beiden sind solche Telefonate Routine und Teil des Jobs. Eines Jobs, der 1986 mit dem Abfallgesetz entstand: Hintze und Hackenbruch sind Abfallberater beim Abfallwirtschaftsbetrieb Kreis Ahrweiler (AWB) und damit zuständig für 130.000 Bürger und mehr als 5.000 Gewerbebetriebe, Schulen und sonstige Einrichtungen im AW-Land.

Bevor das Abfallgesetz in Kraft trat, gab es keine zwingende Abfalltrennung. Alles landete mehr oder weniger in der Restmülltonne. Was gab´s da groß zu fragen? Heute, nachdem das Abfallwirtschafts- und Kreislaufgesetz die Vermeidung und Verwertung vor die Beseitigung der Stoffe stellt, zeigt sich die korrekte Abfallentsorgung weitaus komplizierter und manchmal auch für die Bürger nicht ganz nachvollziehbar.

Dann kommen Fragen wie: „Warum darf mein Baustyropor nicht in die gelbe Wertstofftonne?“ Oder: „Kann ich meinen Elektroherd zum Abfallwirtschaftszentrum bringen?“ In anderen Telefonaten wird nachgefragt, wie man eine Kompostanlage anlegt oder wie Maden aus der Biotonne zu verbannen sind. 80 bis 150 Anrufe laufen täglich bei den beiden Abfallberatern auf. Umweltschutz-Ingenieur Hintze ist seit 1991 Abfallberater beim AWB, sein Kollege Hackenbruch seit zwei Jahren.

Hintze erinnert sich gut an die ersten Jahre der Abfallberatung, als mit einfachen Hinweiszetteln auf die Abfalltrennung hingewiesen wurde. Oder an 1993, als der Kreis in einer Großaktion neben den grauen Restmüll- auch die gelben Wertstoff- und die braunen Biotonnen an jeden Haushalt lieferte.

„Vieles hat sich seitdem verändert“, blickt Hinzte zurück: Die Abfalltrennung sei sehr differenziert geworden. Erfreulich: Die Restmüllmengen seien deutlich gesunken, die Verwertungsanteile erheblich gestiegen. Heute liege der Anteil der verwerteten Stoffe im AW-Kreis bei 65 Prozent des Abfallaufkommens.

Möglich sind solche Erfolge nur mit einer umfassenden und langfristig konzipierten Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aus dem Ahrweiler Kreishaus. Die Zeitungen im Kreis Ahrweiler als wichtigste Lieferanten von Pressemeldungen bilden nach wie vor die Eckpfeiler der Bürger-Info. Neue Informationskanäle kamen dazu: Das Handbuch der Abfallwirtschaft, der Abfallratgeber, der seit 1997 jedes Jahr in jeden Haushalt geliefert wird, oder das Internet.

Umweltbewusstsein ist heute genauso gefragt wie vor Jahren. „Der AWB hat auch die Aufgabe, dieses Bewusstsein nachhaltig in der Bevölkerung zu fördern“, betont Werkleiter Walter Reichling. Aktionen vor Ort, Ausstellungen, Vorträge und vor allem das direkte Beratungsgespräch mit Bürgern und bei Gewerbebetrieben nehmen feste Plätze im Kalender der Abfall-Experten ein. Apropos Gewerbebetriebe: Diese Abfallkunden sind für Hintze ein wichtiges Klientel. Es geht darum, dem Betrieb kostengünstige und rechtlich einwandfreie Entsorgungswege aufzuzeigen.

Empirisch messen lässt sich der Erfolg der Abfallberatung nicht. Allerdings: Seit Beginn der 90er Jahre hat sich die zu beseitigende Müllmenge im Kreis Ahrweiler, also der Restmüll, um deutlich über 50 Prozent reduziert – die Verwertungsmengen sind im Gegenzug klar gestiegen. Dies ist sicher auch der Arbeit der Abfallberater zu verdanken.

Info: AWB-Abfallberatung in der Kreisverwaltung Ahrweiler, Wilhelmstraße 24-30, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ruf 02641/975-222 und 975-444, Fax 975-329, Internet: www.kreis.aw-online.de (AWB) oder www.awb.aw-online.de , E-Mail awb@kreis-ahrweiler.de.

Bildunterzeilen zu den FOTOS: Volkmar Hintze [am Telefon]. Tino Hackenbruch


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 07.03.2003

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