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Landrat: „Schlechter Stil, schlechte Entscheidung“

Mainzer Pläne sehen vor, die Schulpsychologische Beratungsstelle in der Kreisstadt zu verlagern

Die Neuorganisation des schulpsychologischen Dienstes ist für Landrat Dr. Jürgen Pföhler „ein weiterer Schritt des Landes in Richtung Ausdünnung der sozialen Dienste im ländlichen Raum und gleichzeitig ein erneuter Rückzug aus der Fläche.“ Die geplante Reform des Landes sehe die Zusammenlegung von 31 Beratungsstellen zu elf so genannten Servicezentren vor. Betroffen wäre die Beratungsstelle in Bad Neuenahr-Ahrweiler, die nach Mayen verlagert würde.

Bereits vor zwei Jahren habe er sich bei dem damals zuständigen Bildungsminister für den ortsnahen Erhalt des schulpsychologischen Dienstes ausgesprochen, erklärte Dr. Pföhler und ergänzte: „Allerdings leider vergeblich, wie sich jetzt zeigt“. Eine Antwort des Ministers sei nie gekommen. Und auch jetzt liege nach wie vor keine offizielle Information aus Mainz über die aktuellen Planungen vor.

Der Landrat: „Es ist schlechter Stil, wenn die Betroffenen von den Plänen des Mainzer Bildungsministeriums aus der Zeitung erfahren. Und es ist nicht das erste Mal, dass die Landesregierung sich so verhalten hat“, erinnert Pföhler an die Diskussion um die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt. Das Verhalten zeige erneut, „dass der Kreis Ahrweiler aus Mainzer Sicht offenbar weit entfernt liegt – und das leider nicht nur räumlich.“

Die ortsnahe Anbindung des schulpsychologischen Dienstes an die Schulen, Lehrer und Eltern werde gekappt. Damit entstehe eine „neue Distanz“, die gerade im ländlichen Raum „ein Hemmnis und eine Hürde“ sei, was für Pföhler daher „eine schlechte Entscheidung“ darstellt.

Dr. Pföhler weiter: "Es macht keinen Sinn, die schulpsychologische Versorgung von zentralen Orten aus erledigen zu wollen, um damit Mietkosten einzusparen – dafür aber andererseits erhebliche Kosten für Arbeits- und Fahrzeiten zu produzieren." Auf diese Weise seien die Schulpsychologen und -psychologinnen "dazu verurteilt, wesentliche Teile ihrer Arbeitszeit unterwegs zu verbringen".

Die Mitarbeiter der Beratungsstelle führen Gespräche mit Eltern, Lehrern und Kindern. Die Beratungsintensität steige, weil die Probleme der Kinder "komplexer und schwieriger geworden" seien, so die Erfahrungen der Beratungsstelle. Konkrete Fälle betreffen unaufmerksame und überaktive Kinder, die Prävention von Schwächen beim Lesen, Schreiben und Rechnen oder die Förderung hochbegabter Kinder. Thematische Schwerpunkte und Fortbildungsangebote für Lehrer liegen derzeit unter anderem auf der Förderung lese- und rechtschreibschwacher Kinder, der Suchtvorbeugung sowie auf dem Problemfeld Gewalt und Mobbing.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 10.03.2003

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