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Kultur-Impulse aus dem Kreis Ahrweiler

Zwei Adenauer planen monumentales Mahnmal für New York – „Wir nehmen teil, um zu gewinnen“ – Landrat Dr. Pföhler besuchte Bernhard Müller-Feyen und Rainer Lehmann

„Der Kreis Ahrweiler entwickelt sich mehr und mehr zu einer namhaften Kulturregion, von der auch Impulse mit internationaler Ausstrahlung ausgehen.“ Diesen Eindruck hat Landrat Dr. Jürgen Pföhler beim Besuch eines Künstlers gewonnen, der derzeit an einem Großprojekt arbeitet: Der Maler und Bildhauer Bernhard Müller-Feyen aus Adenau hat einen Vorentwurf zum „Mahnmal für New York“ vorgelegt.

Müller-Feyen stelle „seit Jahrzehnten eine herausragende Größe in der Kunst- und Kulturlandschaft des Kreises Ahrweiler dar,“ betonte Pföhler in Adenau. Als Beispiele nannte der Landrat die Kunst-am-Bau-Maßnahmen Müller-Feyens. Dazu zählen etwa die Kunstwerke an der Realschule Ahrweiler mit der „Flächenklappung“ und dem sich daraus ergebenden Bildkonzept einer „Schlaufe“, an der Straßenmeisterei in Altenahr sowie in Adenau an der Hocheifelhalle und am Erich-Klausener-Gymnasium. Der Künstler habe die Kulturtage des Kreises Ahrweiler nachhaltig mitgestaltet, was sich unter anderem in der 2002 erschienenen Publikation „Künstler und ihre Skulpturen“ widerspiegle, betonte der Landrat.

Nun also „Ein Mahnmal für New York“ – aus Adenau. Dabei handelt es sich um „eine Vision“, wie die Terroranschläge vom 11. September 2001 künstlerisch verarbeitet und als Kunstwerk an der Stelle des früheren World Trade Centers verwirklicht werden können. Bernhard Müller-Feyen entwickelt das künstlerische Konzept. Sein Mitarbeiter, der Physiker Rainer Lehmann, zeichnet für das gesamtplanerische Konzept und für die Realisation verantwortlich.

Beide, Müller-Feyen und Lehmann, erläuterten ihre Idee jüngst dem Besuch aus der Kreisstadt. Dabei handelte es sich neben Landrat Dr. Pföhler um die Kulturreferentin der Kreisverwaltung Ahrweiler, Marita Cwik-Rosenbach.

Zur Erinnerung: Bei den Terroranschlägen wurden etwa 64.000 Quardatmeter Lower Manhattans dem Erdboden gleichgemacht. Im Architekturwettbewerb fiel Ende Februar mit der Wahl des Entwurfs, den der Berliner Architekt Daniel Libeskind vorgelegt hat, eine Grundsatzentscheidung für den Wiederaufbau von Ground Zero. Etwa 16.000 Quadratmeter dieser Fläche blieben unverplant. Auf dieser Fläche soll das zentrale Element des Wiederaufbaus entstehen: das Mahnmal für die Opfer der Terroranschläge vom 11. September.

„Wir werten die Entscheidung für Libeskind sehr positiv,“ erklärte Müller-Feyen. Der Architekturentwurf Libeskinds lasse „genügend Platz für ein monumentales Mahnmal nach unseren Entwürfen“. Außerdem verfügten die beiden Adenauer über „direkte Kontakte nach New York“. Im April sei dort die Ausschreibung des künstlerischen Wettbewerbs zu erwarten. Im September soll die Entscheidung fallen. Müller-Feyen: „Wir nehmen teil, um zu gewinnen.“ Derzeit arbeiten die Adenauer an ihrem endgültigen Entwurf.

Beim Wiederaufbau Lower Manhattens müsse „eine angemessene Form des Erinnerns gefunden werden“, fordert Müller-Feyen und denkt an ein „visionäres Zeichen“. Ein Zeichen, „das auch in seiner Symbolkraft die Unfassbarkeit der Gewalt und Menschenverachtung der Anschläge vom 11. September noch übertreffen muss“. Der Bildhauer spricht von einer „Pyramide der Neuzeit, deren Kammern den Geist, die Ideale und die Kultur einer visionären, globalen, freiheitlichen Weltordnung setzt.“ Müller-Feyen: „Unser Entwurf aus einem Diptychon zweier monumentaler, architektonischer Skulpturen ist verbunden mit einem detaillierten Nutzungskonzept.“

Ăśber die weitere Entwicklung des Projektes informiert die Internetseite des Archivs Bernhard MĂĽller-Feyen unter: www.archiv-bernhardmuellerfeyen.de. In diesem Archiv, das auf Initiative von MĂĽller-Feyens Galeristen, Johannes Doebele (Dresden), gegrĂĽndet wurde, wird auch eine Dokumentation des MĂĽller-Feyen-Gesamtwerkes entstehen.

Bildunterzeile zum FOTO:
„Visionäres Zeichen“ aus Adenau: Landrat Dr. Jürgen Pföhler (von rechts), Bildhauer Bernhard Müller-Feyen, Kulturreferentin Marita Cwik-Rosenbach, Physiker Rainer Lehmann.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 28.03.2003

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