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Hühner und Puten von der Geflügelpest besonders bedroht

Für Menschen besteht keine Gefahr – Kreistierärzte informieren

Die Geflügelpest beschäftigt derzeit die Geflügelhalter im Kreis Ahrweiler und die Amtstierärzte in der Kreisverwaltung. Eine Pressemeldung aus dem Kreishaus fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

Zu unterscheiden sind die klassische Geflügelpest (aviäre Influenza oder abgekürzt GP) und die atypische Geflügelpest, die auch als Newcastle-Krankheit (Newcastle-Disease, ND) bezeichnet wird. Ganz wichtig aus rechtlicher Sicht: Für die klassische Geflügelpest besteht ein Impfverbot – für die Newcastle-Krankheit hingegen Impfpflicht.

Beide Erkrankungen stellen in der Regel keine Gefahr für den Menschen dar. Für Geflügel sind sie jedoch hoch ansteckend. In den Tierhaltungen können sie zu erheblichen Ausfällen bis zu Totalverlusten führen. Deshalb sind beide Tierseuchen anzeigepflichtig. Sie werden über die Verordnungen zum Schutz gegen die Geflügelpest und die Newcastle-Krankheit (Geflügelpest-Verordnung) gemaßregelt.

Das wichtigste Wirtschaftsgeflügel, Hühner und Puten, sind am empfänglichsten und somit am meisten gefährdet. Aber auch Enten, Gänse, Tauben, Perlhühner oder Wachteln können infiziert werden. Diese Arten müssen nicht unbedingt klinisch erkranken, können das Virus aber ausscheiden und somit verbreiten.

Die klinischen Erscheinungen der GP können sehr vielfältig sein. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und klinischer Erkrankung, ist mit zwei bis fünf Tagen sehr kurz. Dabei erkranken nahezu alle Tiere des Bestandes. In Eier produzierenden Betrieben geht die Legeleistung drastisch zurück. Schalenlose Eier treten vermehrt auf. Die Tiere sind im Allgemeinbefinden stark gestört, sehr schwach und zeigen häufig Symptome wie Atembeschwerden, wässrige Durchfälle, Bewegungsstörungen und Apathie. Die Krankheitsdauer beträgt zwei bis sieben Tage.

Die GP brach Anfang März in den Niederlanden aus. Ein Verdacht besteht auch in Belgien. Daher haben mehrere Bundesländer restriktive Maßnahmen eingeführt. In Rheinland-Pfalz etwa sind derzeit Veranstaltungen wie Geflügelausstellungen oder Vogelbörsen nicht gestattet.

Das Virus wird mit Kot und anderen Sekreten ausgeschieden. Direkter Kontakt der Tiere sowie durch sie kontaminiertes Tränkewasser und Futter verbreiten das Virus. Weitere Übertragungswege sind der Handel mit infizierten Tieren, Eiern, Transportbehältern und Verpackungen. Auch der Mensch kann das Virus weiterverbreiten. Daher sollte auf ausreichende Schutzkleidung sowie ordnungsgemäße Reinigung und Desinfektion geachtet werden.

Daraus ergeben sich die Bitten und Empfehlungen der Kreistierärzte an alle Geflügelhalter: Der private Transport von Geflügel soll möglichst vermieden werden. Genehmigungspflichtige Veranstaltungen wie Geflügelausstellungen und Vogelbörsen werden derzeit ohnehin nicht genehmigt. Personen sollten sich in den Tierbeständen möglichst selten aufhalten. Den Kontakt der eigenen Tiere mit anderen, vor allem Wildvögeln, gilt es zu vermeiden. Tiere und Produkte unbekannter Herkunft sollten nicht in den heimischen Bestand verbracht werden. Schadnager wie Ratten und Mäuse sollten verstärkt bekämpft, die Fütterungshygiene intensiviert und die Bestände regelmäßig kontrolliert werden.

Fazit aus dem Kreis-Veterinäramt: Wenn diese Maßnahmen beachtet werden, lässt sich das Risiko der Einschleppung und Infektion erheblich senken. Sehr wichtig: Geflügelhalter müssen ihre Tiere gegen die Newcastle-Krankheit impfen. – Info: Kreisverwaltung Ahrweiler, Ruf 02641/975-225.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 28.03.2003

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