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Die Geflügelpest breitet sich weiter aus

Dringender Appell der Amtstierärzte an sämtliche Hühnerhalter – Bund erlässt Eil-Verordnung – Strenge Meldepflicht – Telefon-Service im Kreishaus

Mit großer Sorge beobachten die Amtstierärzte der Kreisverwaltung Ahrweiler den Verlauf der Geflügelpest. Der Leiter des Kreis-Veterinäramts, Dr. Otto Gaudlitz, richtet einen dringenden Appell vor allem an die zahlreichen Halter von kleinen Hühnerbeständen im AW-Kreis, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Im Veterinäramt sind nur die Halter größerer Bestände mit insgesamt 70.000 Tieren bekannt.

Mehr als 14 Millionen Hühner mussten in den Niederlanden bereits getötet und unschädlich beseitigt werden. Die Krankheit hat die Bundesgrenze bei Heinsberg in Nordrhein-Westfalen erreicht. Daher hat das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft eine Eil-Verordnung erlassen, durch die alle Geflügelhalter Anzeigeverpflichtungen und Nutzungsbeschränkungen unterliegen.

Dazu folgende Einzelheiten: Wer Hühner einschließlich Perl- und Truthühner, Enten oder Gänse hält, muss dies der Kreisverwaltung unverzüglich melden, und zwar mit Namen, Anschrift, der Anzahl der im Jahresdurchschnitt gehaltenen Tiere, ihrer Nutzungsart und ihres Standortes. Verluste von mehr als zwei Prozent des Bestandes innerhalb von 24 Stunden, erhebliche Veränderungen der Legeleistung oder rapide Gewichtsabnahme von Masttieren verpflichten die Tierhalter ebenfalls zur Anzeige beim Kreis, damit der Bestand nach Anweisungen der Amtstierärzte untersucht werden kann.

Geflügelmärkte, Geflügelschauen, Geflügelausstellungen und Veranstaltungen ähnlicher Art sind derzeit verboten. Geflügel darf aus einem Bestand nur verbracht werden, wenn höchstens 24 Stunden zuvor eine tierärztliche Untersuchung des Bestandes keine Hinweise auf die klassische Geflügelpest ergeben hat. Die Tierhalter müssen das Verbringen dem Kreis-Veterinäramt mindestens einen Werktag vorher melden.

Außerdem müssen Geflügelhalter ein Register führen. Darin aufgelistet sind die Zu- und Abgänge der Tiere jeweils mit Name und Anschrift des Transportunternehmers und des Käufers. Das Register muss Name, Anschrift und Datum von betriebsfremden Personen festhalten, die die Geflügelhaltung betreten haben.

Verstöße gegen diese Vorschriften werden mit empfindlichen Geldbußen geahndet. Die Verordnung gilt vorläufig bis 12. Oktober 2003. Um die Meldeverpflichtung der Hühnerhalter zu organisieren, hat die Kreisverwaltung einen Telefon-Service eingerichtet: 02641/975-225, 975-308, 975-288. Die Meldung kann auch per Fax abgegeben werden: 02641/975-506.

Den Haltern von Brieftauben raten die Amtstierärzte dringend, bis auf weiteres von Trainings- und Preisflügen abzusehen und den Grenzbereich zu den Niederlanden auf jeden Fall zu meiden.

Die Übertragung des Erregers erfolgt auch durch Wildvögel. Daher sind Freilandhaltungen besonders gefährdet. Folgende Tipps zur Vorsorge an Geflügel-Hobbyhalter: Keine anderen Geflügelbestände aufsuchen; Zutritt fremder Personen mit Geflügelhaltung unterbinden (Ausnahme Tierarzt und Amtstierarzt); vorerst keine Bruteier, Küken oder Zuchttiere verkaufen oder zukaufen; keine Eierschalen verfüttern; Desinfektionseinrichtung für das Schuhwerk anschaffen; die gesetzlich vorgeschriebene Impfung gegen die Newcastle-Disease (atypische Geflügelpest) regelmäßig nach Angaben des Impfstoffherstellers von einem Tierarzt vornehmen lassen. Und weiter: die Meldepflicht beim Kreis-Veterinäramt erfüllen; Stallungen und Voliere in einem guten Zustand halten; Ratten und andere Schadnager regelmäßig in den Ställen und im Außenbereich bekämpfen.

Ein Merkblatt ist aktuell im Internet eingestellt und kann dort ebenso wie ein Meldevordruck sowie weitere Infos zur Geflügelpest abgerufen werden: www.kreis.aw-online.de, „Bürger-Info“, „Veterinärwesen und Landwirtschaft“ anklicken. Dr. Gaudlitz: „Wir hoffen, dass alle Geflügelhalter die Hinweise streng beachten. Nur damit lässt sich einem Übergreifen der Seuche in den Kreis Ahrweiler und damit verbundenen Tötungs- und Beseitigungsmaßnahmen vorbeugen.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 16.04.2003

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