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AW-Kreis probte Zeitbedarf für Impfung der Bevölkerung

150 Akteure in Ringen – 15 Einstiche im Fünf-Millimeter-Durchmesser

Die Kreisverwaltung Ahrweiler hat am Samstag [10.05.2003] ein Szenario geübt, das unwahrscheinlich, aber nicht gänzlich auszuschließen ist: die vorbeugende Impfung der Bevölkerung des AW-Kreises, also rund 130.000 Menschen, binnen weniger Tage.

Dazu diente eine in der Theorie durchgespielte abstrakte Gefährung durch Pockenviren, die jüngst bundesweit diskutiert wurde. Bei dieser Übung in Grafschaft-Ringen wurden die medizinischen und logistischen Anforderungen dargestellt und modellhaft demonstriert, die zur Bewältigung einer solchen oder vergleichbarer Lagen erforderlich sind. Das Drehbuch hatte die Arbeitsgruppe verfasst, die aus Kreisverwaltungs-Mitarbeitern des Gesundheitsamtes und der Abteilung für zivilen Bevölkerungsschutz besteht. Die fachliche Leitung lag bei den Ärzten des Gesundheitsamtes.

An der Übung in der Grundschule und der Turnhalle „Im Kreuzerfeld“ nahmen rund 150 Personen teil. Für eine tatsächliche Impfung der Gesamtbevölkerung müssten 2.000 bis 2.500 Helfer für Impfstellen zur Verfügung stehen, die an mehreren Standorten im AW-Kreis einzurichten wären. Auf dem Prüfstand für die „Impfstelle" in Ringen standen mehrere Kriterien: die äußere Organisation mit der Verkehrsführung und der Zugangskontrolle, vor allem der notwendige Zeitbedarf für die Impfung selbst sowie die dazu erforderliche Aufnahme der Personalien, die Aufklärung der Impflinge und das Abklären von Gegenanzeigen (Kontraindikationen) sowie die dazu erforderlichen Dokumentationen.

Etwa 80 Personen – junge Frauen und Männer des Jugend-Rot-Kreuzes und der Jugend-Feuerwehr sowie Helfer des Technischen Hilfswerks – spielten die zu impfenden Personen. Sie schlüpften in unterschiedliche Rollen wie verschiedene Geschlechter, Altersgruppen und Nationalitäten; außerdem stellten sie gesunde, kranke und behinderte Impfpatienten dar.

Unter Leitung von Amtsärztin Dr. Ute Teichert-Barthel spielten Ärzte des Kreisgesundheitsamtes die Impfungen durch. Das Ziel lautete, innerhalb einer Vorgabe von zwei Minuten für die eigentliche Impfung den Zeitbedarf für die Durchschleusung des gesamten Ablaufs zu testen. Im Vorfeld prüften weitere Ärzte die Kontraindikationen, beispielsweise akute Erkrankungen, die gegen eine Impfung sprechen würden. Weiteres Fachpersonal stand für die psycho-soziale Betreuung der Impflinge und die schriftliche Dokumentation (unter anderem Einverständniserklärungen, medizinischer Fragebogen) bereit.

Als „Impfstoff“ diente eine farbige Wasserlösung. Durch die Farbe sollte sichtbar gemacht werden, wie sich die Impfflüssigkeit verteilt. Die Ärzte verwendeten zweizackige Nadeln (Bifurkationsnadeln). „Geimpft“ wurde auf den Oberarm der Personen, die sich allerdings Karteikarten vor die Arme hielten, um Hautverletzungen zu verhindern. Die Einstiche, 15 an der Zahl pro Person, mussten in einem Durchmesser von fünf Millimetern vorgenommen werden.

Weitere Helfer übernahmen die Aufgaben, die für den reibungslosen Ablauf dieser Impf-Aktion sorgten. Ordnungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Grafschaft und des Technischen Hilfswerkes sorgten für einen reibungslosen Verkehr oder schafften technisches Gerät heran, Rampen für Rollstuhlfahrer etwa. Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes assistierten den Ärzten und betreuten eine Notfallstation, die beispielsweise kreislaufschwache Personen versorgte.

Insgesamt war die Übung darauf angelegt, das Zusammenspiel aller Helfer für eine im Gesundheitssektor liegende Vorsorgemaßnahme zu proben. Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung dankten den Helfern nach dem erfolgreichen Abschluss der Übung, dass sie sich freiwillig in den Dienst der Allgemeinheit gestellt und bei der Übung ihre Freizeit eingesetzt hatten.

[Vor-Information zur Übung am 10. Mai 2003]


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 13.05.2003

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