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Gemeinsamer Pressedienst des Kreises Ahrweiler und der Verbandsgemeinde Adenau: „Wichtiges ökologisches Leitprojekt für Zukunft AW 21“

Ökokonto: Bewertungsverfahren in der Verbandsgemeinde Adenau vorgestellt

Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Bürgermeister Hermann-Josef Romes, Verbandsgemeinde Adenau, informierten jetzt über das neue Verfahren zur Bewertung von Eingriffen in Natur und Landschaft und möglicher Ausgleichsflächen. Die gemeinsame Arbeitsgruppe „Ökokonto“ der Kreisverwaltung Ahrweiler, der Verbandsgemeinde Adenau und des Landespflegebeirates des AW-Kreises hatte sich in den vergangenen Monaten intensiv mit diesem Thema befasst und Empfehlungen erarbeitet. Der Sprecher der Arbeitsgruppe, Thomas Brötz, und der Vorsitzende des Landespflegebeirates, Herbert Kommer, stellten das Ergebnis an einem konkreten Beispiel in Quiddelbach vor.

„Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe für ein einheitliches Bewertungsverfahren solcher Eingriffe und möglicher Ausgleichsflächen sind die grundlegende Basis für das Projekt Ökokonto und damit ein weiterer wesentlicher Baustein bei der Umsetzung des Kreisentwicklungsprogramms Zukunft AW 21“, urteilte Landrat Dr. Pföhler. Erste Schritte zur Einrichtung eines Ökokontos seien im Kreis Ahrweiler mit dem Kreisentwicklungsprogramm getan worden. „Dort ist das Projekt Ausgleichs- und Landschaftsmanagement (Ökokonto) als wichtiges ökologisches Leitprojekt verankert“, so der AW-Landrat.

Pföhler dankte den Mitgliedern der Arbeitsgruppe für „ihr großes Engagement und die professionelle Arbeit“. Diesem Dank schloss sich auch Bürgermeister Romes an: „Durch dieses Verfahren werden Ökonomie und Ökologie hervorragend miteinander kombiniert.“ Die Verbandsgemeinde Adenau hat im Rahmen der Agrarstrukturellen Entwicklungsplanung erste Ansätze hin zum Ökokonto unternommen und bereits konkrete Beiträge erarbeitet. Entsprechende Ausgleichs- und Ersatzflächen wurden in Abstimmung mit den an sich zuständigen Ortsgemeinden ausgewählt und angekauft. Der Rat der Verbandsgemeinde Adenau hat der Einrichtung eines Ökokontos besondere Priorität beigemessen und stellte bereits erhebliche Haushaltsmittel hiefür zur Verfügung.

Was hat es mit diesem Bewertungsverfahren auf sich? Ziel des Konzeptes ist es, eine einheitliche Bewertung für alle Eingriffe in Natur und Landschaft und möglicher Ausgleichsflächen innerhalb des Kreises Ahrweiler einzuführen. Ein solches Schema ist aus Sicht von Herbert Kommer „nicht nur sehr hilfreich, sondern in der Praxis auch unbedingt erforderlich. Bei der Ausweisung von Baugebieten soll bereits bei Planungsbeginn vorhersehbar sein, welche Ausgleichsmaßnahmen und –flächen als Kompensation benötigt werden, damit sowohl die Kommunen als auch die betroffenen Planungsbüros auf verlässliche Planungsgrundlagen zurückgreifen können.“

Hintergrund des Bewertungsverfahrens und des Projektes Ökokonto ist eine Forderung des Gesetzgebers: Für Eingriffe in Natur und Landschaft im Rahmen der Bauleitplanung und der städtebaulichen Planungen müssen Flächen für entsprechende Ausgleichsmaßnahmen vorgehalten werden. Die in Rheinland-Pfalz entwickelte Ökokonto-Regelung besagt, dass dieser Ausgleich unter bestimmten Voraussetzungen bereits geschaffen werden kann, bevor der bauliche Eingriff erfolgt. Die Gemeinden können vor dem Aufstellen der Bebauungspläne Kompensationsmaßnahmen durchführen und diese beim Planaufstellungsverfahren anrechnen. Das Besondere: Ein räumlicher Zusammenhang zwischen Eingriffsort und Ausgleichsfläche ist nicht unbedingt erforderlich, wenn dies mit den städtebaulichen Zielen und den Zielen des Naturschutzes vereinbar ist. Somit kann der Ausgleich für ein Bauprojekt in einer Gemeinde auch in einem anderen Ort erfolgen. Um hier eine übersichtliche Handhabung zu gewährleisten, soll das kreisweite Ökokonto angelegt werden.

(Bereits erschienen am 05.06.2003)


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 06.06.2003

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