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Vermarktung für Technologiepark Grafschaft läuft an

Landrat Dr. Pföhler: „Wir müssen einen langen Atem bei der Vermarktung haben“ -

Als „entscheidende Weichenstellung“ bezeichneten Landrat Dr. Jürgen Pföhler und der Bürgermeister der Gemeinde Grafschaft, Hubert Kolvenbach, den jetzt erfolgten Vertragsabschluss zur Vermarktung des Technologieparks Grafschaft. Dr. Michael Gramm vom Beratungsbüro für Regionale Strukturentwicklung und Wirtschaftsförderung aus Jülich übernimmt ab dem 1. Juli die Vermarktung des neuen Gewerbegebietes in Ringen. Der Kreis beteiligt sich mit zwei Dritteln an den Vermarktungskosten.

„Ich begrüße es sehr, dass im Kreis- und Umweltausschuss parteiübergreifend und einstimmig die Zustimmung erfolgt ist, die Mittel für die Vermarktung des Technologieparks frei zu geben. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es äußert wichtig, dass wir bei solchen entscheidenden Großprojekten wie dem Technologiepark Grafschaft zusammen halten. Wir brauchen Macher, keine Miesmacher!“, betonte Dr. Pföhler die Bedeutung der Zusammenarbeit bei dieser Maßnahme.

„Angesichts der derzeitigen konjunkturellen Lage liegt der Markt für Firmenansiedlungen am Boden,“ beschreibt der Landrat die Wirtschaftssituation. „Deshalb müssen wir bei der Vermarktung des Technologieparks einen sehr langen Atem haben.“ Für den Gesamttechnologiepark stellten Kreis und Gemeinde sich auf einen Vermarktungszeitraum von zehn bis 15 Jahren ein.

„Dabei dürfen wir keine Zeit verlieren. Wir sind jetzt so weit mit den Erschließungsmaßnahmen, dass wir voll in die Vermarktung einsteigen können. Wenn wir morgen einen Investor ansprechen, kann er übermorgen die Ansiedlung im Technologiepark auf den Weg bringen“, freut sich Dr. Pföhler über den nach seiner Aussage „planmäßigen Verlauf“ des Projektes.

„Aus dem großen Pool von Wirtschaftberatern haben sich Dr. Gramm und sein Büro als der für uns ideale Vermarkter herauskristallisiert,“ sind sich Dr. Pföhler und Kolvenbach einig. „Dies insbesondere auch deshalb, weil er bereits über praktische Erfahrungen auf diesem Gebiet verfügt.“ Dr. Michael Gramm ist seit 1997 Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft im Kreis Düren mbH und übt seit August 2002 zusätzlich eine freie Beratertätigkeit aus. „Auf ihn aufmerksam gemacht hat uns Prof. Dr. Helmut W. Breuer von der RWTH Aachen, ein fundierter Kenner der Ausgleichsregion Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler, der bereits Landrat Weiler beraten hat“, berichtete Dr. Pföhler. Breuer hat 1991 die Analyse der Betroffenheit des Kreises Ahrweiler durch den Bonn-Berlin-Beschluss erstellt.

„Wir müssen für den Technologiepark ein Paket schnüren, das dem potentiellen Ansiedler deutlich macht, dass gerade der Technologiepark Grafschaft nicht nur ein guter, sondern der ideale Standort für sein Unternehmen ist“, so der Landrat weiter. Die herausragenden Entwicklungsmöglichkeiten des Wirtschaftsraumes Kreis Ahrweiler und die Kernkompetenzen der Region müssten deutlich herausgestellt werden. Die unmittelbare Nähe zur Bundesstadt Bonn mit der Telekom als „Global Player“, die Vielzahl der im Kreis ansässigen Einrichtungen im Gesundheitswesen und die exzellente Verkehrsanbindung böten die besten Standortvoraussetzungen für Betriebe aus den für den Technologiepark vorgesehenen Bereichen. „Deshalb erwarten wir auch viele neue und vor allem hochqualifizierte Arbeitsplätze vom Technologiepark“, stellten Pföhler und Kolvenbach heraus.

Die für den Technologiepark festgelegten Schlüsselbranchen „Gesundheitswesen (Medizintechnik)“, „Informations- und Kommunikationstechnologien“, „Biotechnologie“ und „Produktionsorientierte Dienstleistungen“ ergeben sich aus der Intention des Bonn-Berlin-Gesetzes. Wie bei den anderen Ausgleichsprojekten RheinAhrCampus Remagen und Innovations- und Gründerzentrum Sinzig geht es darum, die durch den Regierungsumzug weggefallenen Arbeitsplätze durch neue, zukunftssichere Arbeitsplätze auszugleichen. Das und die Tatsache, dass der Technologiepark Grafschaft in Konkurrenz zu anderen Technologieparks in Leverkusen, Köln, Aachen oder Düsseldorf steht, war der Grund für Kreis und Gemeinde, ein überregionales Vermarktungskonzept in Auftrag zu geben. „Die Früchte dieser Ausgleichsmaßnahmen werden die Menschen im ganzen Landkreis ernten. Deshalb“ , so der Landrat, „beteiligt sich der Kreis auch gerne an den Kosten für die Vermarktung.“ Die Finanzierung der Vermarktung sei nach Aussage von Landrat und Bürgermeister für ein Jahr gesichert. Die Anschlussfinanzierung werde Thema bei den Haushaltsberatungen für 2004 sein. Die Zusammenarbeit mit Dr. Gramm sei für drei Jahre ins Auge gefasst.

Wie sieht das Vermarktungskonzept von Dr. Michael Gramm für den Technologiepark Grafschaft im Einzelnen aus? Die Vermarktungsaktivitäten sind flexibel geplant. Sie hängen von den Ergebnissen der Analyse ab, die jetzt zunächst ansteht. Vorgesehen ist auf jeden Fall ein zweisprachiger Internet-Auftritt und ein darauf abgestimmter Flyer als Erstinformation. Dies geht einher mit dem Aufbau eines „Corporate Designs“. Weitere mögliche Bestandteile sind ein Präsentationskonzept für Messen und große Fachveranstaltungen, ein Newsletter oder eine Hintergrunddatenbank bei der Wirtschaftsförderung. Landrat Dr. Pföhler und Bürgermeister Kolvenbach: „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit Dr. Gramm und seinem Vermarktungskonzept die Chancen für den Technologiepark und für unsere Region optimal wahrnehmen können.“

Mit der medizinischen Forschung und Lehre an der Rheinschiene in Sinzig und Remagen, der Entwicklung und Produktion im Technologiepark und der Anwendung in den vielen verschiedenen medizinischen Einrichtungen in der Region bilde der Kreis im Medizinbereich eine geschlossene Kette. „Damit sind wir mit Unterstützung aus dem Bonn-Berlin-Ausgleich auf dem besten Weg, uns gemeinsam erfolgreich gegen den immer stärker werdenden Trend zur wirtschaftlichen Stagnation zu stellen“, freute sich Dr. Pföhler. „Gewerbeparks wie beispielsweise der am Nürburgring oder das Gewerbegebiet Brohltal-Ost tragen dann noch zusätzlich zu dem positiven Gesamtbild im Kreis bei.“


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 01.07.2003

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