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„Fördern durch Fordern, ohne zu Überfordern“

Brohltal-Klinik schließt Reha-Lücke überregional – Infobesuch des Landrats – Anträge zunehmend abgelehnt – Selbstständigkeit der Patienten als Ziel

Die Brohltal-Klinik St. Josef in Burgbrohl schließt nach den Worten von Landrat Dr. Jürgen Pföhler eine wichtige Lücke im Rehabilitationsangebot weit über den Kreis Ahrweiler hinaus, weil sie sich auf die Geriatrie, also die Behandlung alter Menschen, konzentriert. „Wir sind stolz auf diese Klinik und ihre hochqualitative Arbeit. Denn in ganz Rheinland-Pfalz gibt es nur sechs geriatrische Reha-Kliniken“, sagte der Landrat bei einem Besuch in Burgbrohl.

Neben dem Ärztlichen Direktor der Fachklinik, Dr. Heinz L. Unger, standen dem Landrat Pflegedirektorin Christiane Krebs und die Kaufmännische Direktorin Claudia Hoffmann Rede
und Antwort. Dr. Unger berichtet den Gästen, zu denen auch die Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes Ahrweiler, Dr. Ute Teichert-Barthel, und Brohltal-Bürgermeister Hermann Höfer zählten, über die Behandlungsangebote der Klinik. Vor fünf Jahren wurde die Einrichtung von einem Akutkrankenhaus in die Fachklinik umgewandelt.

Geriatrie, die Altersheilkunde, habe den gesamten älteren Menschen im Blick, sagte der Ärztliche Direktor. Krankheit habe neben der körperlichen immer auch eine psychische und soziale Dimension. Mit der frühzeitig einsetzenden Reha könnten die Senioren Fähigkeiten wiedergewinnen, die durch einen Unfall oder eine Krankheit verlorengegangen seien.

Behandelt werden beispielsweise Patienten nach einem Schlaganfall oder nach einer schweren orthopädischen Operation sowie Menschen, die nach einer akuten internistischen oder neurologischen Erkrankung in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind. Das übergeordnete Rehabilitationsziel laute stets: die Selbstständigkeit dauerhaft wiederzugewinnen, zu verbessern oder zu erhalten. Die Pflegebedürftigkeit solle vermindert oder abgewendet werden. Dr. Unger: „Unser oberster Grundsatz lautet: Fördern durch Fordern, ohne zu Überfordern.“

Das multiprofessionelle therapeutische Team der Klinik kümmere sich individuell um jeden Patienten. Es biete neben den typischen Angeboten wie Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie als erste geriatrische Klinik in Rheinland-Pfalz eine Einheit zur endoskopischen Diagnostik von Schluckstörungen sowie eine Gedächtnissprechstunde an.

Die Brohltal-Klinik verfügt über 70 Betten und 15 Plätze in der Tagesklinik. Mit ihrem umfassenden Angebot habe sich die Burgbrohler Einrichtung in den vergangenen Jahren etabliert und arbeite erfolgreich, erklärte die Kaufmännische Direktorin Hoffmann. Als Folge von Einsparbemühungen der Krankenkassen hätten die Kostenträger in den letzten Wochen allerdings Reha-Anträge zunehmend abgelehnt.

Dies sei auch in solchen Fällen geschehen, in den eine geriatrische Rehamaßnahme die Selbstständigkeit des Patienten zurückgebracht und ihn somit vor Pflegebedürftigkeit oder einer höheren Pflegestufe bewahrt hätte. Dr. Unger: „Geriatrische Rehabilitation ist leider noch nicht selbstverständlich geworden. Und dies, obwohl die Sozialgesetzgebung den Anspruch auf ´Rehabilitation vor Pflege´ verankert.“ – Info: Brohltal-Klinik St. Josef, Burgbrohl, www.brohltalklinik.de, Ruf 02636/53-4350.

Bildunterzeile zum FOTO:
Die Klinik-Spitze und ihre Gäste: Pflegedirektorin Christiane Krebs (v.l.), die Kaufmännische Direktorin Claudia Hoffmann, der Ärztliche Direktor Dr. Heinz L. Unger, Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Gesundheitsamts-Leiterin Dr. Ute Teichert-Barthel und Bürgermeister Hermann Höfer.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 17.07.2003

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