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Frauen sollen Frauen gemeinsam mit der Polizei helfen

Zeitlücke nachts und am Wochenende schließen – Arbeitskreis „Gewalt gegen Frauen“ sucht Unterstützung

Wenn Frauen unter Gewaltanwendung zu leiden haben und sofortige Hilfe brauchen, stehen zwar mehrere Institutionen im Kreis Ahrweiler bereit, dies allerdings meist nur an Werktagen und zu den üblichen Bürozeiten. Welche Hilfsmöglichkeiten aber gibt es nach 17 Uhr, nachts, an Wochenenden und an Feiertagen? Diese Frage greift der Arbeitskreis „Gewalt gegen Frauen“ derzeit auf.

Der Lösungsansatz: Um die Zeitlücken zu schließen, ist eine "aufsuchende Hilfe" anvisiert. Konkret: Ehrenamtliche Frauen sollen die weiblichen Gewaltopfer gemeinsam mit der Polizei nachts und am Wochenende aufsuchen und ihnen erste Hilfe anbieten. Wenn die betroffenen Frauen es wünschen, ruft die Polizei die "diensthabenden" Helferinnen an.

„Die Zusammenarbeit erfolgt also ausschließlich mit der Polizei“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Ahrweiler, Evelyn Dirks, und richtet einen Appell an die Öffentlichkeit: „Für diese wichtige Aufgabe suchen wir noch ehrenamtliche Helferinnen. Diese werden geschult und erhalten eine begleitende Supervision durch Fachkräfte.“

Derzeit finden Frauen – zu den üblichen Bürozeiten – folgende Hilfsangebote vor:
Erstens die Gleichstellungsbeauftragte des AW-Kreises, Evelyn Dirks, Kreisverwaltung, Wilhelmstraße 24 - 30, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, erreichbar montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung (Ruf 02641/975-349).
Zweitens das Netzwerk "Frau und Familie in Not", Caritasverband, Bahnhofstraße 5, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr (Ruf 02641/759860).
Drittens "Ariadne", Frauenberatungsstelle und Kinderladen, Bachstraße 3, 53498 Bad Breisig, werktags nach telefonischer Vereinbarung (Ruf 02633/470588).
Viertens die Telefonseelsorge im Kreis Ahrweiler, Tag und Nacht erreichbar unter Ruf 0800/111 0111.
Diese Stellen arbeiten als erste Ansprechpartner und suchen gemeinsam mit der Hilfe Suchenden nach konkreten Angeboten, etwa dem Sozialamt, dem Jugendamt, der Lebensberatung oder einer therapeutischen Unterstützung.

Der Arbeitskreis „Gewalt gegen Frauen“ ist überparteilich und wurde 1998 von Evelyn Dirks ins Leben gerufen. Er besteht aus Frauen aller Kreistagsparteien. Dirks: „Es ist wichtig, gesellschaftliches Bewusstsein zu schärfen dafür, dass es sich um ein kriminelles Delikt und um Täter handelt, wenn der Partner seine Partnerin schlägt. Dies darf nicht weiter als bloßes ´Handausrutschen´ verharmlost werden.“

Vor zwei Jahren hat dieser politische Arbeitskreis einen großen "Runden Tisch" installiert, der dreimal jährlich tagt und weitere Unterarbeitsgruppen gebildet hat. Dem „Runden Tisch“ gehören 25 Institutionen an: Von-Ehrenwall´sche-Klinik, Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft, Amtsgerichtsdirektoren des Kreises, Jugendamt, Gesundheitsamt, Frauenhaus, Kinderschutzbund, Weißer Ring, Telefonseelsorge, Anwältinnen, Solwodi (Solidarity with women in distress), Notruf Koblenz, das Netzwerk Frau und Familie in Not sowie weitere Institutionen.

Info: Kreisverwaltung Ahrweiler, Evelyn Dirks, Ruf 02641/975-349, E-Mail Evelyn.Dirks@kreis-ahrweiler.de.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 14.08.2003

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