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Pharaoameisen, Mehlmotten und Reismehlkäfer in Küche und Spind

Tropische Temperaturen beleben ungebetene Gäste – Kreisverwaltung gibt Tipps zur Bevorratung von Lebensmitteln

„In meiner Küche krabbeln Ameisen, im Vorratsraum flattern Motten, in den Nüssen kriechen Würmer.“ So oder ähnlich lauten die Hilferufe entnervter Bürger, die sich an die Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachung in der Kreisverwaltung Ahrweiler wenden, um ungebetene Hausgäste, auch Vorratsschädlinge genannt, so schnell wie möglich loszuwerden. In einem Pressebericht aus dem Kreishaus nimmt Dr. Otto Gaudlitz, der Leiter des Kreis-Veterinäramtes, die Sorgen der Anrufer unter die Lupe und gibt einige Tipps.

Die tropischen Temperaturen beleben nicht nur die Biotonnen, in denen sich Fliegenmaden tummeln können. Auch in den Vorratsschränken manch geordneten Haushalts befinden sich ungebetene Gäste wie Pharaoameisen, Mehl- und Dörrobstmotten samt ihrer Entwicklungs-Zwischenstadien, den 12 bis 18 Millimeter langen Raupen, die sich durch Nüsse, Schokolade, Dörrobst, Kakao, Getreide und Getreideprodukte fressen. Einen ähnlichen Speisezettel bevorzugt der drei bis vier Millimeter kleine Reismehlkäfer mit seinen Larven.

Auffällig sind Verklumpungen in den sonst rieselfähigen Vorräten durch starke Spinntätigkeit der Raupen und Larven vor der Verpuppung. Aus den Puppen entwickeln sich Motten und Käfer, die wiederum etliche Hundert Eier legen, aus denen sich dann wieder Larven entwickeln. Pharaoameisen nerven so manche Hausfrau und -mann. Nur über die Erkundung der Wanderwege kann man an das Nest gelangen, in dem die Königin ihre Eier legt und den Ameisenstaat bevölkert.

Manche Hausmaus findet durch die geöffnete Terrassentür den Weg in Küche und Spind. Die nachtaktiven Tiere gehen auf Nahrungssuche, wenn die Hausbewohner schlafen. Ein probates Gegenmittel ist die Hauskatze, sofern sie ihre Jagdinstinkte dank geregelter Versorgung mit Fertigfutter noch nicht völlig verloren hat.

Weitere nachtaktive Tiere – allerdings mit sechs Beinen – trüben das Bild einer guten Küchenhygiene: Schaben, auch Kakerlaken genannt. Drei Arten sind in den hiesigen Breiten bekannt: die deutsche, die orientalische und die amerikanische Schabe. Dass diese Insekten zu den stammesgeschichtlich ältesten zählen (350 Millionen Jahre alt), macht sie interessant, aber nicht beliebt. Sie leben in schwer zugängliche Ritzen, Fugen, Leitungskanälen sowie anderen möglichst feuchten und warmen Stellen. Ihre Eipakete erweisen sich gegenüber Schädlingsbekämpfungsmitteln als extrem überlebensstark.

Schaben, Larven und Raupen können Vorräte vernichten, Krankheiten übertragen und Allergien auslösen. Starker Befall in großen Räumen erfordert oft den Sachverstand gewerblicher Schädlingsbekämpfer. Für den Befall im Haushalt gibt es Informationen und Bekämpfungsmittel in Bau- und Gartencentern sowie beim Landhandel. Da es sich oft um Fraßgifte handelt, sind die Gebrauchsanweisungen streng zu beachten. Besonders informativ ist die Broschüre Nr. 1398 „Schädlinge in der Gemeinschaftsverpflegung“ des Auswertungs- und Informationsdienstes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (aid), 53177 Bonn, Friedrich-Ebert-Straße 3, www.aid.de.

Wie erkennt man die Schädlinge? Der nächtliche Besuch im Vorratsraum mit starker Taschenlampe hat schon manche Schabe ans Licht der Welt gebracht. Mäusebefall macht sich bemerkbar durch Fraßschäden und den Kümmelkorn-großen Mäusekot. Ameisen bewegen sich auf „Straßen“. Motten sowie Käfer und deren Larven erkennt man an Fraßschäden und Gespinsten in Lebensmitteln.

Was tun? Vorbeugen! Konkret:
Lagern Sie ihre Lebensmittel nicht in Holzkisten, sondern füllen Sie insbesondere Obst und Gemüse in gereinigte Plastikbehälter um.
Füllen Sie Vorräte wie Mehl, Reis, Paniermehl und andere Trockenlebensmittel in Plastik- oder Glasbehältern mit dicht schließendem Deckel.
Reinigen Sie Brotschrank, Brotkiste und Brotkorb wöchentlich und vermeiden Sie das Herabfallen von Krümeln in unzugängliche Bereiche.
Reinigen Sie Teigrollen und Backgeräte gründlich und bewahren Sie diese trocken auf.
Räumen Sie Lebensmittel- und Küchenschränke ein- bis zweimal im Jahr aus und wischen Sie die Möbel feucht aus.
Lagern Sie die Lebensmittel in Vorratsräumen bodenfrei.

Ein Service für die Bürger: Wer Insekten-Vorratsschädlinge in der Wohnung hat, dessen zoologische Einstufung auch mit Freunden, Nachbarn und Fachhandel nicht möglich erscheint, dem helfen die Lebensmittelüberwacher im Kreishaus gerne weiter. Die ungebetenen Gäste sollten in ein Glas mit Schraubdeckel verpackt in die Ahrweiler Wilhelmstraße gebracht werden. Wichtig: Bitte den Besuch anmelden (Ruf 02641/975-225), damit einer der Fachleute aus dem Team der Lebensmittelkontrolleure und Amtstierärzte anwesend und nicht im Außendienst ist.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 14.08.2003

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