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Neue Medien: Der AW-Kreis als Primus für seine Pennäler

Internet und Bildung: Landrat berichtet über Stand und Perspektiven – Von ´Schulen ans Netz´ zu ´Netze in Schulen´ – T-DSL an allen Schulen – 400 Klassenräume online – Schulleiter zu Gespräch im Kreishaus

„Bei dem eminent wichtigen Zukunfts- und Bildungsthema ´Neue Medien an Schulen´ haben wir als erster Kreis in Rheinland-Pfalz die Initiative ergriffen und einen Systemkoordinator eingestellt. Jetzt ist der Erfolg an den Kreis-Schulen deutlich sichtbar. Unser Konzept setzt auch weiterhin auf professionellen Sachverstand und technischen Fortschritt.“

Mit diesen Worten zog Landrat Dr. Jürgen Pföhler vor Journalisten eine Zwischenbilanz zur „Konzeption Schulnetzwerk“ im AW-Kreis. Gemeinsam mit Vertretern aller elf Kreis-Schulen und dem EDV-Systemkoordinator, Michael Lambert, warf der Landrat zugleich einen Blick in die Zukunft.

„Wir werden unsere Marschrichtung konsequent beibehalten.“ Denn das 30 Millionen Euro schwere Schulbauprogramm des AW-Kreises, das bis 2005 läuft, genießt für Pföhler „absolute Priorität“. Darüber hinaus soll der hohe EDV-Standard weiter ausgebaut werden, „damit unsere Kinder und Jugendlichen fit werden für das Informations- und Kommunikationszeitalter“.

Der finanzielle Aufwand des Kreises allein für die Verkabelung und die Schul-EDV betrage eine Million Euro in den vergangenen drei Jahren. Hinzu kämen hohe Investitionen in den Bau von Computerräumen im Rahmen des 30 Millionen Euro-Programms sowie die Personalkosten für die Schul-EDV in der Kreisverwaltung. „Auch in Zeiten knapper Kassen ist das Geld gut angelegt, weil Kinder und Jugendliche unser wichtigstes Zukunftskapital sind“, so Pföhler. „Wir dürfen an allem sparen, nur nicht an der Zukunft unserer Kinder“.

„Wo standen wir vor drei Jahren? Was haben wir getan? Wo stehen wir heute? Wo wollen wir hin?“ Mit diesen vier Fragen umriss der Landrat Stand und Perspektiven zu den neuen Medien an den Schulen.

I.
Vor einigen Jahren gab es noch keine flächendeckenden EDV-Lösungen an den Schulen. Nur einige Schulen verfügten über spezielle Klassenräume für den Computerunterricht. Bereits vorhandene EDV-Einrichtungen stellten Insellösungen ohne einheitliches Konzept dar. Jede Kreis-Schule habe nach bestem Wissens- und Kenntnisstand der verantwortlichen Lehrer versucht, die Schul-EDV zu optimieren. Dies sei meist ohne fachliche Unterstützung geschehen – sowohl bei der technischen Konzeption wie auch beim Einsatz der vom Kreis bereitgestellten Haushaltsmittel.

II.
Für das Haushaltsjahr 2001 habe der Kreis als Sofortmaßnahme seine Investitionen in die Schul-EDV gesteigert. Dann wurde der Systemkoordinator eingestellt, „quasi als Lotse durch den EDV-Dschungel“, der die Schulen bei ihrer schwierigen Aufgabe unterstützt. „Früher wurde lediglich verwaltet, jetzt wird gestaltet“, meint Pföhler. Man habe gezielt auf die Fachlehrer in den Schulen gesetzt. Motto: Nur über engagierte und motivierte Ansprechpartner vor Ort ist eine effektive System- und Anwendungsbetreuung machbar.

III.
Und heute? Dazu einige Fakten:
 Während im Jahr 2000 noch rund 300 vernetzte PCs installiert waren, sind es derzeit 650.
 Die Zahl der speziellen Klassenräume für Computerunterricht stieg von zehn auf 24.
 Damals hatten zwei Schulen Internetanbindungen in jedem Klassenraum. Bis Jahresende werden alle Klassenräume in allen Schulen vernetzt sein. Das sind rund 400 Räume; vor zwei Jahren waren es noch 60.
 Mehr als 20.000 Meter Netzwerkkabel mit der Bezeichnung CAT 7 haben die Firmen an den Schulen verlegt.
 Weitere Beispiele für die erweiterte EDV an den Kreis-Schulen: Medieninseln in Bibliotheken, drei Internetcafés, die auch außerhalb des Unterrichts genutzt werden können, sowie Verwaltungsnetze in jeder Schule.

Und, für die Internet-Nutzer ganz wichtig: 2001 verfügten die Schulen über herkömmliche ISDN-Anschlüsse. Jetzt sei das „Turbo-Internet“ T-DSL mit einer vielfach höheren Datenübertragungsgeschwindigkeit in allen Schulen angeschlossen. T-DSL sei dank des Kooperationsvertrags zwischen dem Kreis Ahrweiler und der Deutschen Telekom auch im abgelegenen ländlichen Raum wie an der Sonderschule in Wimbach installiert. Und zwar kostenlos. Die Telekom hat T-DSL auf Pföhlers Initiative in Teilen des AW-Kreises, wo es technisch machbar ist, freigeschaltet. Neben den Schulen profitierten auch Unternehmen von dieser neuen Technik, betonte der Landrat weiter. Hinter DSL verbirgt sich die Bezeichnung ´Digital Subscriber Line´.

IV.
Wie geht es weiter? Das Kapitel „Schulen ans Netz“ sei weitgehend abgeschlossen. Jetzt folge der nächste Schwerpunkt: Die „Netze in Schulen“ würden weiterentwickelt. Nach dem Anschluss ans Internet gelte es nun, diese Schulnetzwerke inhaltlich weiter auszubauen und die Nutzungsmöglichkeiten im Unterricht zu optimieren. Die ohnehin hohen Standards – etwa die Software für den bilingualen Unterricht – werde weiterentwickelt. Dies gelte für Hard- und Software unter anderem bei Präsentationsmedien, Virtuellen Lernplattformen oder Internet-Recherchen. Beispiele: Beamer, elektronische Tafeln (Smart Boards) und mobile Präsentationseinheiten.

Die Ziele in Kürze:
 Die Neuen Medien und vor allem das Internet sollen als selbstverständliche Lernmittel in den Schulalltag integriert und
 schulinterne PC-Netzwerke weiter ausgebaut werden
 innovative und einheitliche Lösungen sollen den Technikeinsatz noch effizienter gestalten und den lokalen Administrationsaufwand minimieren.
Diese EDV-Ziele stünden auf der Grundlage medienpädagogischer Konzepte, seien „mit den Schulen gemeinschaftlich abgestimmt“ und würden „partnerschaftlich mit ihnen umgesetzt“.

„Bildung, Internet und Neue Medien sind eine Daueraufgabe“, sagt der Landrat weiter. „Der Kreis als Schulträger wird auch in Zukunft die technischen Voraussetzungen für die tägliche Nutzung der Neuen Medien schaffen. Weil Netzwerke immer komplexer werden und der Beratungsbedarf vor Ort steigt, versteht sich auch die Systemkoordination als Daueraufgabe, zumal die technischen Anforderungen – Stichworte sind Firewall, Virenschutz, SPAM-Mail – immer höher werden.“

Der Kreis wolle „die kompetenten und motivierten Lehrerinnen und Lehrer vor Ort unterstützen“, etwa über Schulungen und über standardisierte Netzwerke, um den Betreuungsaufwand möglichst effektiv und damit gering zu halten.“ Pföhler: „Früher haben wir für die Schul-EDV Geld gegeben. Heute geben wir Geld, mehr Geld. Und obendrein noch effiziente und für die Schulen kostenlose Beratung.“

Der konzeptionelle Weg wurde mit den Spitzen der elf kreiseigenen Schulen abgestimmt. Dies sind: Rhein-Gymnasium Sinzig mit Schulleiter Dieter Lehmann, Peter-Joerres-Gymnasium Bad Neuenahr-Ahrweiler (Helmut Rausch), Are-Gymnasium Bad Neuenahr (Hans-Dietrich Laubmann), Erich-Klausener-Gymnasium Adenau (Christa Killmaier-Heimermann), Realschule Ahrweiler (Karin Jung), Berufsbildende Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler (Hans-Werner Rieck), Don-Bosco-Sonderschule (Meinhard Stakemeier) und Levana-Schule für Geistigbehinderte (Helmut Gimmler), beide in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Janusz-Korczak-Schule (Sonderschule in Sinzig, Jakob Armbrust), Burgwegschule (Sonderschule in Burgbrohl, Gerd Peter Jung) sowie die Nürburgring-Schule Wimbach, ebenfalls eine Sonderschule, mit Udo Stratmann.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 17.09.2003

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