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Holzhackschnitzel-Heizung und Tag der offenen Tür

Europäische Biomassetage: Maibachfarm in Ahrweiler informiert über regenerative Energien – Spezialführung für Wald besitzende Kommunen

Erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe gelten als wichtige Energielieferanten der Zukunft. „Biomasse“ lautet die Zauberformel. Wenn vom 28. September bis 5. Oktober die Europäischen Biomassetage der Regionen stattfinden, um über solche Energien zu informieren, ist der Kreis Ahrweiler dabei: Die Maibachfarm in Ahrweiler führt ihre Holzhackschnitzel-Heizung vor, präsentiert Aussteller und lädt ein zum Tag der offenen Tür .

Am Wochenende des 4. und 5. Oktober 2003 ist der 100-Kilowatt-Heizbetrieb auf der Maibachfarm zu besichtigen, der im vergangenen Jahr zur Versorgung der Wohn- und Betriebsgebäude installiert wurde. Das Forstamt Ahrweiler, der Energiehof Osteifel, ein Maschinen- und Anlagenbauer für Hackschnitzelheizanlagen sowie weitere Aussteller bieten Fachinfos zu regenerativen Energien, Holzheizanlagen und Hackschnitzeln an.

Dabei handelt es sich unter anderem um den Verein Rhein-Ahr-Solar, der mit Demonstrationsanlagen, Elektromobilen und einem Büchertisch präsent ist. Das Architekturbüro "baudichgrün" zeigt eine Ausstellung zum Thema "Bauen mit Stroh", in der die Geschichte des Strohbaus sowie aktuelle Techniken und Projekte vorgestellt werden.

Der Einsatz von Holzenergie stellt vor allem für die Wald besitzenden Kommunen eine interessante Alternative dar. Daher wird am Samstag, 4. Oktober, 11 Uhr, eine spezielle Führung für Kommunen angeboten.

Die Maibachfarm-Besucher können sich über den dort praktizierten ökologischen Land-, Garten- und Weinbau sowie über die Verarbeitung der Hofprodukte informieren, etwa in der hofeigenen Käserei oder in Kellerführungen. Auch die Kids kommen nicht zu kurz: Der Tag der offenen Tür bietet Streichelzoo und Holz-Legoturm, Geschicklichkeitsspiele für die ganze Familie und weitere Unterhaltung. Interessenten sind herzlich eingeladen. Ein Shuttle-Bus pendelt vom Wanderparkplatz kurz hinter dem Kloster Kalvarienberg zur Maibachfarm.

Was ist Biomasse?

Im Gegensatz zu den begrenzt vorhandenen fossilen Ressourcen wie Öl und Gas sind Nachwachsende Rohstoffe vor allem im ländlichen Raum in großen Mengen vorhanden: Holz oder Raps wachsen im Wald und auf der Wiese immer wieder nach. Aus tierischen Abfällen wie Gülle lässt sich Strom ebenso produzieren wie aus Wind- und Sonnenenergie. Erdwärme kann zum Heizen genutzt werden.

Solche Naturprodukte weisen mehrere ökologische und wirtschaftliche Vorteile auf. Bei der Verbrennung oder Kompostierung geben sie nur so viel Kohlendioxid (CO2) ab, wie sie zuvor beim Wachstum aufgenommen haben. Dadurch wärmen sie die Atmosphäre nur begrenzt auf und leisten somit einen Beitrag zum globalen Klimaschutz. Außerdem sind Naturprodukte, die nah am Verbraucher produziert werden, unabhängiger von den Weltmarktpreisen als Öl oder Gas.

Die vergangenen Jahre brachten bedeutende Fortschritte bei Technik, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz. Beim gegenwärtigen Energiepreisniveau hat sich die Nutzung der Holzenergie zu einer auch finanziell interessanten Alternative entwickelt. Dies gilt gerade für waldreiche Regionen wie den AW-Kreis.

Die Nutzung der nachwachsenden Ressource Holz bietet weitere Vorteile. Die mit der Wärmegewinnung verbundene Wertschöpfung geht nicht in die Ölförderstaaten, sondern bleibt vor Ort. Die Betreiber der Maibachfarm sehen in ihrem Heizsystem eine ganzheitliche Umweltphilosophie sowie einen Beitrag zu mehr Unabhängigkeit und Krisensicherheit.

Was sind die Biomassetage der Regionen?

Die Gesamtkoordination der Europäischen Biomassetage liegt beim Centralen Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerk in Straubing, kurz C.A.R.M.E.N.. Hersteller, Anwender sowie Förder- und Forschungseinrichtungen, die sich mit Nachwachsenden Rohstoffen befassen, wenden sich in ihren Heimatregionen an die Öffentlichkeit, um auf das ökonomische und wirtschaftliche Potenzial solcher Rohstoffe aufmerksam zu machen. Der erste Europäische Biomassetag der Regionen fand 1997 statt. Seit 2002 steht Veranstaltern und Publikum eine komplette Woche zur Verfügung.

Info zu den Biomassetagen im AW-Kreis: Kreisverwaltung Ahrweiler, Wirtschaftsförderung, Margret Birnfeld, Ruf 02641/975-576, Margret.Birnfeld@kreis-ahrweiler.de. Allgemeine Info unter: www.biomasse-tage.org, www.carmen-ev.de.

Anfahrt zur Maibachfarm: im Stadtteil Ahrweiler Richtung Kalvarienberg fahren, an der Klostermauer links abbiegen (Ausschilderung beachten), weiter geradeaus bis zum Wanderparkplatz, dort halb rechts, hinter dem kleinen Bach an der nächsten Gabelung halb links, geradeaus bis zum Hof (ab Kloster ca. 2 km, alles asphaltiert). Ab dem Wandererparkplatz fährt ein Shuttle-Bus.

Ergänzter Pressetext der Kreisverwaltung Ahrweiler zum Pressegespräch am 24.09.2003, 11 Uhr, Maibachfarm.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 26.09.2003

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