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Don-Bosco Schule auf Expansionskurs: Neuer Schulzweig, neue Räume

Erstmals Förderung für sprachbehinderte Kinder – Weiterer Gebäudetrakt für 415.000 Euro

Die Don-Bosco-Schule in Bad Neuenahr-Ahrweiler steht im Zeichen zweier Erweiterungen: einer baulichen und einer pädagogischen. Grund genug für Landrat Dr. Jürgen Pföhler, die Unterrichtsstätte im Schulzentrum Bachem zu besuchen.

Zum einen erweitert der Kreis Ahrweiler als Träger dieser Sonderschule das Schulgebäude, weil neue Räume gebraucht werden. Zum zweiten wurde zum neuen Schuljahr der Förderschwerpunkt Sprache eingerichtet. „Damit steht für sprachbehinderte Kinder aus dem Kreis Ahrweiler erstmals eine solche Spezialschule innerhalb des Kreisgebietes zur Verfügung“, erklärte Pföhler. Dieses neue Angebot verstehe sich auch als Bürger-Service: „Wir verringern den Schultourismus, indem wir diesen speziellen Schulzweig jetzt selbst anbieten können“, so Pföhler.

Kinder, die beim Lernverhalten die Anforderungen der Grundschule erfüllen, jedoch Sprachschwierigkeiten aufweisen, müssen seit 1. September diesen Jahres nicht mehr nach Neuwied fahren, um eine Sprachheilschule zu besuchen. „Unser neuer Förderschwerpunkt Sprache wird von Eltern und Schülern sehr positiv aufgenommen“, zieht Schulleiter Meinhard Stakemeier ein erstes Fazit. Der Sonderschulrektor spricht von einer „hohen Zufriedenheit“ der Betroffenen, weil die tägliche Fahrt nach Neuwied entfällt.

Für den neuen Schulzweig werden zwei zusätzliche Klassenräume benötigt. Zudem herrscht Platzmangel an der benachbarten Levana-Schule, der Sonderschule für Geistigbehinderte mit der offiziellen Bezeichnung „Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung“. Das Schulbauprogramm für die elf Schulen des AW-Kreises, das 30 Millionen Euro umfasst, bis 2005 läuft und für Landrat Pföhler „absolute Priorität“ genießt, sieht für den Gebäudetrakt in Bachem zweierlei vor: Für Don Bosco werden zwei eigene Klassen mit separatem Eingang angebaut, für Levana die derzeitige Hausmeisterwohnung für Unterricht und Schulverwaltung umgebaut. Das Kostenvolumen beträgt nach aktuellem Stand 415.000 Euro. Die Handwerker rücken 2004 an.

Der Förderschwerpunkt Sprache wird in Ganztagsform angeboten. Mittagessen gibt es aus der Küche der Levana-Schule. Neben dem Förderschwerpunkt „Lernen“ stellt der neue Förderzweig die zweite Säule an der Don-Bosco-Schule mit ihren rund 140 Schülerinnen und Schülern sowie 28 Lehrerinnen und Lehrern dar. Das Konzept sieht vor, die Schüler nach dem Lehrplan der Grundschule zu unterrichten. Neben dem normalen Unterrichtsstoff stehen die Sprachtherapie, die motorische Schulung und weitere Spezialangebote auf dem Programm.

Stakemeier: „Kleinere Sprachfehler wie Lispeln sind noch kein Grund, ein Kind auf eine Sprachheilschule zu schicken. Nur wenn die Kommunikation eines Kindes massiv gestört ist, spricht man von einer Sprachbehinderung.“ Auch Kinder, die aus medizinischen Gründen sprachbehindert sind, bedürfen einer besonderen Förderung.

Eine umfassende Sprachauffälligkeit beeinträchtige das gesamte Lernen der Kinder, weiß der Sonderschulrektor. Die Sprachförderschule solle helfen, die Kinder möglichst schnell zur Regelschule zurückzuführen. Je früher eine Sprachauffälligkeit erkannt und therapiert werde, desto wahrscheinlicher sei es, dass ein Kind bald die Regelschule besuchen könne. Die erste Klasse mit derzeit elf Schülerinnen und Schülern sei erfolgreich gestartet. Langfristig sollen nach den Worten Stakemeiers zwei Klassen mit insgesamt maximal 25 Schüler eingerichtet werden. Bis zur Fertigstellung des Erweiterungsgebäudes werde die Sprachheil-Klasse in einem Fachraum untergebracht.

Ein weiteres Standbein der Don-Bosco-Schule ist das freiwillige 10. Schuljahr. „Wir waren eine der ersten Sonderschulen in Rheinland-Pfalz, die dieses Angebot eingerichtet haben“, blickte Rektor Stakemeier zurück. Wenn Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen entsprechende Leistungen zeigen, können sie nach dem 10. Schuljahr den Hauptschulabschluss erwerben. „Damit verfügen sie über einen qualifizierten Abschluss, der die Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessert“, unterstrich Stakemeier. Und: Diese Schüler haben mit dem Abschluss die Berechtigung, weiterführende Schulen zu besuchen.

Bildunterzeile zum FOTO (2 zur Auswahl):
Schulterschluss von Schule und Schulträger: Don-Bosco-Schüler mit Rektor Meinhard Stakemeier (hinten von rechts), Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Barbara Schröder, der Abteilungsleiterin für Schulen, Kultur und Sport in der Kreisverwaltung.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 16.10.2003

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