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Farbe für Lackfabrik Jansen bekannt

Landrat bietet Genehmigungsmanagement an – Geschäftsführer kritisieren EU-Gesetz als „bürokratisches Monster“ – 12,5 Millionen Euro Jahresumsatz

„Die Lackfabrik Jansen ist eines der führenden Unternehmen im Kreis Ahrweiler mit steigenden Umsatzzahlen. Es liegt im öffentlichen Interesse, diesen gesunden Betrieb weiter zu unterstützen.“ Das hat Landrat Dr. Jürgen Pföhler nach einer Besichtigung der P.A. Jansen GmbH & Co. KG in Ahrweiler bekräftigt.

Konkret bot Pföhler an, dass die Kreis-Wirtschaftsförderung im Rahmen ihres Genehmigungsmanagements die Vorhaben des Unternehmens begleitet. Aktuell betreffe dies beispielsweise Genehmigungsverfahren bei der Verlegung, Stilllegung und Neuerrichtung von Tankanlagen.

Ein wesentliches Gesprächsthema stellte die Chemiepolitik der Europäischen Union dar, genauer gesagt der Entwurf einer Verordnung zur Erfassung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien, kurz „REACH“. Pföhler sagte der Jansen-Geschäftsführung zu, im Rahmen seiner Möglichkeiten die Position der mittelständischen Betriebe gegenüber den Forderungen aus Brüssel zu unterstützen. Insbesondere die deutschen Umweltgesetze seien „bereits hinreichend und dezidiert“, betonte der Landrat. Von den Verantwortlichen bei der EU verlangte er „keine neuen, unnützen bürokratischen Aufwand, sondern Augenmaß und Realitätssinn“.

Für die beiden Geschäftsführer des Ahrweiler Unternehmens, Peter Jansen und Dieter Eikermann, ist REACH „ein bürokratisches Monster“. Bereits ohne die zusätzlichen Regelungen seien die Überwachungsbehörden mit der Aufsicht oft überfordert. Es sei absehbar, dass die Angaben „für einen gigantischen Datenfriedhof“ erhoben würden, befürchten Jansen und Eikermann. Allein für das Ahrweiler Unternehmen würde das EU-Gesetz eine Personalaufstockung von 7,3 hochqualifizierten Mitarbeitern bedeuten, die der Arbeitsmarkt aber nicht biete.

Als Hersteller von Spezial-Lacken befürchtet das Unternehmen nach den Worten seiner Geschäftsführer, „dass wir, falls die EU-Chemikalienpolitik in der jetzigen Fassung käme, unsere Nischenprodukte nicht mehr vermarkten könnten, weil die Rohstoffe nicht mehr zur Verfügung stünden. Entsprechend negativ wären die befürchteten Auswirkungen auf die Arbeitsplätze.“

Jansen beschäftigte zurzeit 85 Mitarbeiter, davon neun Auszubildende. Der Jahresumsatz des Traditionsunternehmens, das jüngst sein 125-jähriges Firmenjubiläum feierte, liegt bei 12,5 Millionen Euro. 30 Prozent der Lacke und Spachtel aus dem Hause Jansen werden exportiert.

Bildunterzeile zum FOTO:
Betriebsbesichtigung bei der Lackfabrik Jansen in Ahrweiler: Peter Jansen (von links), Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Ingrid Mayer, eine der drei Hauptgesellschafterinnen des Unternehmens, Kreis-Wirtschaftsförderer Guido Nisius und Dieter Eikermann.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 30.10.2003

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