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Die Dorferneuerung ist ein zuverlässiger Wirtschaftsmotor

Landrat Dr. Pföhler auf ganztägiger Rundreise durch VG Altenahr – „Präventionsprojekte der Jugendarbeit unbezahlbar“ – Genehmigungsmanagement für Altenheim

Die Dorferneuerung mit ihren Investitionen für Handwerk und Mittelstand sowie das Ahrtal als Wein- und Burgenregion stellen zwei wichtige Potenziale für die Zukunft der Verbandsgemeinde (VG) Altenahr und ihre Ortsgemeinden dar. Zu diesem Fazit kam Landrat Dr. Jürgen Pföhler nach einer ganztägigen Rundreise zusammen mit Bürgermeister Achim Haag durch die VG.

„Probleme und Ideen lassen sich vor Ort und in Ruhe besser erörtern als am Telefon oder vom Schreibtisch aus“, meinte Pföhler nach dem über sieben Stationen angelegten Informationsbesuch. Den Abschluss bildete ein Gespräch in Kalenborn, zu dem die Ortsbürgermeister und politischen Vertreter der zwölf Ortsgemeinden eingeladen waren.

Das derzeitige Kernproblem der VG und ihrer Gemeinden, aber auch des gesamten AW-Kreises: die finanzielle Lage der öffentlichen Haushalte, die der Landrat als „prekär“ bezeichnete. Die Steuereinnahmekraft der rheinland-pfälzischen Kommunen sinke „dramatisch“. Im laufenden Jahr drohe den Städten, Gemeinden und Kreisen in ganz Rheinland-Pfalz ein Rekorddefizit von zehn Milliarden Euro, sagte Dr. Pföhler den Bürgermeistern. Zugleich sei Ahrweiler in diesem Jahr landesweit der noch einzige Kreis, der eine freie Finanzspitze vorweisen könne.

Zudem würden immer neue Aufgaben nach unten, also auf Gemeinden und Kreise verlagert. Angesichts dieser Misere sei es lebensnotwendig, „Eigeninitiative und Engagement in den
Kommunen zu zeigen und zu unterstützen“. Ein zuverlässiger Wirtschaftsmotor sei die Dorferneuerung (DE). Im Kreisgebiet seien 2002 mehr als 350.000 Euro etwa für Straßenbau, Gemeindehäuser, Jugendtreffs oder Grünanlagen bewilligt worden; 29 Einzelprojekte hätten für ein Investitionsvolumen von 3,1 Millionen Euro gesorgt. „Davon profitiert vor allem unser heimisches Handwerk“, betonte Pföhler.

In der VG Altenahr seien die mit der DE einhergehenden Chancen bestens erkannt. Beispiele seien Hönningen und Kesseling. In Hönningen, wo der langjährige gemeinsame Kampf für die Ortsumgehung erfolgreich abgeschlossen sei, falle jetzt der Startschuss für geplante DE, nämlich mit der Sanierung der Dorfstraße, dem Einrichten von Grünzonen, der Gestaltung des Platzes an der Linde sowie dem Skulpturenweg.

Kesseling – dort wurde der Landrat aus erster Hand von Ortsbürgermeister Walter Paetz informiert – sei genau zum richtigen Zeitpunkt in die DE eingestiegen, da viele Bürger ihre Hausfassaden nach dem Abschluss des Kanalbaus ohnehin neu gestalteten. Erfreulich aus Sicht des Kreis-Chefs: „Unser Antrag nach Mainz, Kesseling als Schwerpunktgemeinde der rheinland-pfälzischen Dorferneuerung 2003 bis 2009 anzuerkennen, trägt Früchte.“

In Altenahr unterhielt sich der Landrat mit Ortsbürgermeister Georg Knieps und Jugendpfleger Werner Söller. „Angesichts der explodierenden Kosten im Sozial- und Jugendbereich sind Präventionsprojekte der Jugendarbeit unbezahlbar“, unterstrich Dr. Pföhler. In Altenburg standen Abstecher zur Regionalen Schule und zum Bauplatz des geplanten Alten- und Pflegeheimes auf dem Programm. Der Kreis unterstütze dieses Bauvorhaben, beispielsweise durch das Genehmigungsmanagement der Kreis-Wirtschaftsförderung, sagte der Landrat zu.

Zur Diskussion um die Sommerrodelbahn in Altenahr meinten Landrat und Bürgermeister: Das Vorhaben des Investors passe ins Leitbild der VG Altenahr und berge wirtschaftliches Potenzial für eine relativ strukturschwache Region. Im partnerschaftlichen Miteinander von Altenahr, Kalenborn und Anwohnern müssten Lösungen angestrebt werden, die die entsprechenden Bedürfnisse angemessen berücksichtigen. Allerdings müssten seitens des Investors die gesetzlichen Vorgaben strikt beachtet werden.

Bei der Besichtigung der Firma Robena Ledermoden in Kreuzberg beschrieb Geschäftsführer Rolf Bengs seine Strategie: „Wir setzen auf Klasse statt Masse. Wer sich gegenüber die Konkurrenz aus Ostasien behaupten will, muss besondere Produkte und hochwertige Qualität verkaufen.“

In Fronrath besuchte Dr. Pföhler den Betrieb des Landwirts Jörg Marienfeld, der 150 Rinder hält und 125 Hektar Grünland bewirtschaftet. Der Gast zeigte sich beeindruckt und lobte die Familie Marienfeld als „Bauern, die sich auch in schwierigen Zeiten mit einem Höchstmaß an Eigeninitiative als mittelständischer Musterbetrieb behaupten“.

Bürgermeister Haag meinte abschließend: „Ich freue mich, dass sich der Landrat für die Probleme unserer Verbandsgemeinde einsetzt. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, die sich auf Fachkompetenz und Menschlichkeit gründet, ist für mich die zentrale Grundlage, um die VG Altenahr gemeinsam mit dem Kreis erfolgreich weiterzuentwickeln.“ Auch die Kooperation zwischen den Verwaltungen in Ahrweiler und Altenahr funktioniere sehr gut, sagte Haag.

Bildunterzeile zum FOTO:
Das Treffen mit den Ortsbürgermeistern oder deren Vertretern stellte den Abschluss der ganztägigen Rundreise von Landrat Dr. Jürgen Pföhler (vorne, 2.v.r.) und Bürgermeister Achim Haag (Mitte) durch die Verbandsgemeinde Altenahr dar.

Hinweis an die Zeitungen: Auf Wunsch mailen wir Ihnen weitere Fotos von den Besuchsstationen.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 06.11.2003

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