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AW-Kreis baut Hilfen für behinderte Menschen aus

Behindertenförderplan, Modellprojekt und barrierefreies Internet – Landrat: „Selbstbestimmtes Leben ermöglichen“ – Tag der Behinderten am 3. Dezember

Der Kreis Ahrweiler baut seine Hilfen für behinderte Menschen aus. Dies geschieht derzeit vor allem auf drei Ebenen, wie Landrat Dr. Jürgen Pföhler zum Internationalen Tag der Behinderten am 3. Dezember erklärt: erstens mit der Behindertenförderungsplanung, zweitens mit dem Modellprojekt „Selbst bestimmen – Hilfe nach Maß für behinderte Menschen“ und drittens mit dem barrierefreien Internet.

Pföhler bezeichnete es als „ein zentrales Anliegen des Kreises Ahrweiler, behinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen“. Dabei gehe der Kreis systematisch vor. „Wir haben gute Erfahrungen mit fundierten und langfristigen Planungen gemacht“, meinte der Landrat mit Blick auf die Schulentwicklungsplanung. Jetzt lasse der Kreis eine Behindertenförderungsplanung erstellen. Dessen Ziel: den bestehenden Bedarf an ambulanten, teilstationären und stationären Angeboten für die Betroffenen ermitteln. Dies umfasse alle Bereiche von behinderten Menschen – geistig, körperlich oder psychisch-seelisch behinderte.

„Wir wollen all jene aktiv beteiligen und einbinden, die mit behinderten Menschen arbeiten, sei es haupt- oder ehrenamtlich, aber vor allem die behinderten Menschen selbst“, fuhr der Landrat fort. Angesprochen seien Entscheidungsträger aus Politik, Medizin, Kirchen, Sozialeinrichtungen und sonstigen Institutionen.

Einer von mehreren Bausteinen soll ab Januar 2004 im AW-Kreis konkret werden: das Landesprojekt „Selbst bestimmen – Hilfe nach Maß für behinderte Menschen". Dabei erhalten die Betroffenen ein persönliches Budget, um sich die erforderlichen Hilfen eigenständig einkaufen zu können. Durch diese individuellen, passgenauen Hilfen soll der Verbleib im gewohnten Lebensumfeld ermöglicht und eine Heimaufnahme vermieden werden.

Dieses Projekt stellt nach den Worten Dr. Pföhlers einen von mehreren Schritten zur bedarfsgerechten Behindertenförderung dar. Weitere Beispiele: Die Lebenshilfe Kreisvereinigung Ahrweiler e. V. halte „ein exzellentes Wohnangebot“ für Menschen mit einer geistig/körperlichen Behinderung vor, zu dem auch ein Betreutes Wohnen mit sechs Plätzen gehöre. Für spezielle Arbeitsplatzangebote sorgten die Caritas-Werkstätten in Sinzig.

Für psychisch Kranke seien vor Ort Einrichtungen vorhanden, die der Kreis unterstütze. So habe der Kreistag beschlossen, die vollstationären Wohnangebote in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Bad Breisig und Burgbrohl um ein weiteres Angebot zu ergänzen und in der Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Neuenahr eine Tagesstätte für psychisch kranke Menschen mit zwölf Plätzen zu schaffen.

Darüber hinaus sei das „Betreute Wohnen“ für psychisch kranke Menschen in Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Neuenahr von ursprünglich 24 auf 36 Plätze erhöht worden. Diese Angebote finanziere der Kreis mit rund 200.000 Euro im Jahr. Der Tagesstätte sei eine „Kontakt- und Informationsstelle" mit einer Teilzeitkraft angeschlossen, deren Personalkosten von 30.000 Euro ebenfalls der Kreis trage.

Die Kreisverwaltung arbeite am barrierefreien Internet und sei dabei, ihre Seiten www.kreis.aw-online.de umzustellen. Das angepeilte Ziel hier: Auch behinderte und ältere Menschen, beispielsweise Sehbehinderte oder Blinde, sollen die Internet-Informationen möglichst problemlos nutzen können. Der Landrat: „Wir packen das Thema frühzeitig an. Unsere Seiten werden bereits deutlich vor Ende 2005 barrierefrei sein.“ Dieser Zeitpunkt gelte beispielsweise als Frist für Bundesbehörden. Die Internet-Reform sei „ein neuer Baustein in der Weiterentwicklung einer bürgerfreundlichen, modernen Verwaltung“, so Pföhler.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 28.11.2003

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