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Experten aus dem Tal der rote Traube im Land des gelben Flusses

Norbert Görres und Hans-Werner Beu beraten Zentrum für Qualitätsobst in China – Landrat Dr. Pföhler stiftete Glaswappen für dortige Bürgermeister

Das Glaswappen des Kreises Ahrweiler und offizielle Urkunden des Landrats zieren jetzt die Büros von vier Bürgermeistern in China. Es geht um einen „Züchtungsstützpunkt für europäische Qualitätsobstbäume in Shan Ting“, „sehr freundliche Trauben-Experten“ aus dem Ahrtal und zwei Vermittler. Diese Vermittler heißen Norbert Görres und Hans-Werner Beu.

Görres und Beu sind in der Tat „Trauben-Experten“, wie sie von ihren chinesischen Gastgebern bei der Eröffnungszeremonie des Obstbauzentrums in Shan Ting anerkennend bezeichnet wurden. Görres ist der Senior des Weinguts Sonnenberg an der Heerstraße in Bad Neuenahr. Die Kontakte des geschäftstüchtigen, rüstigen 69-jährigen Winzers reichen bis in den fernen Osten.

Als zwei Städte sie zu Ehrenbürgern ernannten und eine weitere Stadt ihnen einen Stein setzten, waren Görres und Beu am Zug. Offizielle Geschenke mussten her, wertige Präsente. Der Landrat half. Dr. Jürgen Pföhler: „Wenn unsere Top-Winzer mit ihren Spitzenprodukten überregional von sich reden machen, dann ist das beste Werbung für den gesamten Kreis Ahrweiler. Und wenn ein Weingutbesitzer wie Norbert Görres mit einem erfahrenen Winzer wie Hans-Werner Beu die Kontakte bis nach China ausbaut, dann ist das beachtlich.“ Denn: „Erfolgreiche Winzer tragen wesentlich zu einem erfolgreichen Wirtschaftsstandort bei, vor allem mit Blick auf unsere Gastronomie und die gesamte Tourismusbranche“, betont der Landrat.

Folglich stellte Pföhler das in Glaskunst gefertigte Wappen des Landkreises Ahrweiler, das nur zu besonderen Anlässen verliehen wird, nebst offizieller Verleihungsurkunde zur Verfügung. Bei seinem jüngsten Trip ins Reich der Mitte nahm das Duo Görres/Beu die Ehrerweisungen mit. Das Kunsthandwerk aus dem AW-Kreis ziert jetzt die Repräsentationsräume der Städte Shan Ting mit Bürgermeister Dong Yi Feng, Lin Yi (Bürgermeister Lian Cheng Min), Zao Zhuang (Liu Yu Xiang) und Yi Shui (Zhang Chuan Pu).

In der Provinz Shandong läuft das besagte Projekt, das die Landwirtschaft modernisieren soll. Niedrige Erträge, häufige Krankheiten, schlechte Qualität – diese Mängel beklagen die Chinesen bei ihren heimischen Trauben, Kirschen und Pfirsichen. Görres und sein Kollege Beu aus Walporzheim sollen helfen, das „Hoffungsprojekt des Berggebietes“, wie es in China heißt, voranzutreiben.

Die beiden Fachleute aus dem AW-Land wurden bei der Eröffnung des Zentrums für Qualitätsobstbäume als besagte „sehr freundliche Trauben-Experten“ gelobt. „Im Namen des Parteikomitees und der Regierung Shan Ting“ definierte der Bürgermeister folgende Ziele für den „Züchtungsstützpunkt“: „Die Marktwirtschaft als unsere Richtung; die steigende Qualität und der Profit als Ziel; die Einführung der ausgezeichneten Obst-Versionen sowie die Veredelung der alten Bäume“.

Die Freunde in der Ferne zeigten sich ihrerseits erkenntlich für die Glaswappen aus dem Kreis Ahrweiler: Die Bürgermeister aus China gaben den Gästen aus Deutschland Geschenke für Landrat Pföhler mit: Dazu gehört – neben einem Wappenteller – die als Buch gebundene Kopie einer Bambuspapierrolle, die mehrere tausend Jahre alt sein soll und bei Bauarbeiten in Lin Yi ausgegraben wurde.

Die beiden Berater arbeiten ehrenamtlich. Sie reisten im Auftrag des Senioren-Experten-Service (SES), einer in Bonn ansässigen Institution der deutschen Wirtschaft. SES vermittelt Rentner, die ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen bei Firmen und Projekten im In- und Ausland einbringen sollen. „Jährlich fliegen zwischen 800 und 900 deutsche SES-Experten alleine nach China“, weiß Görres. Tendenz steigend. Der Sonnenberg-Senior: „Die Chinesen wollen mit aller Macht nach vorne, und das in möglichst allen Branchen.“

Das Winzer-Duo arbeitet nicht nur ehrenamtlich, mehr noch: Selbst das Taschengeld, das sie von SES erhalten, stellen sie für soziale Zwecke bereit. Görres: „Wir geben das Geld in ein Programm für bedürftige Kinder und Jugendliche, deren Eltern das Schulgeld für die Mittelschule nicht aufbringen können.“ Mittelschulen sind mit hiesigen Gymnasien vergleichbar. Das Schulgeld in der Volksrepublik China beträgt derzeit 63 Euro im Jahr.

Bildunterzeile zum FOTO (zwei zur Auswahl):
„Da waren wir“: Norbert Görres (v.r.), Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Hans-Werner Beu mit Geschenken aus China, unter anderem der als Buch gebundenen Kopie einer historischen Bambuspapierrolle.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 04.12.2003

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