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Die Künstler geben sich weiter kämpferisch

Bernhard Müller-Feyen stellt im Stadt-Museum aus – Kritik am Auswahlverfahren für Memorial in New York – Künstler im Kielwasser des Arp-Museums

Der Vorschlag, den ein Künstler-Duo aus dem Kreis Ahrweiler für das New Yorker Mahnmal gegen den Terroranschlag eingereicht hat, ist derzeit als Sonderpräsentation im Museum der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler zu sehen. Das Gemeinschaftsprojekt des Adenauer Malers und Bildhauers Bernhard Müller-Feyen mit dem Physiker Rainer Lehmann bot Anlass für eine Unterredung mit Landrat Dr. Jürgen Pföhler und dem Direktor des Arp-Museums Bahnhof Rolandseck, Professor Dr. Raimund Stecker.

Eine Nachricht vorweg: Die Adenauer Künstler haben es nicht geschafft. Mit ihrer Wettbewerbsarbeit, die aus zwei kolossalen Skulpturen mit einem Realisierungsmaß von 160 Metern Höhe besteht, gehören sie nicht zu den Finalisten im internationalen Gestaltungswettbewerb für die Gedenkstätte an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York. Aus 5.200 Wettbewerbern hat die New Yorker Jury acht Finalisten für die weiteren Entscheidungsrunden ausgewählt.

Dennoch gratulierte Landrat Pföhler, der den Kontakt der Adenauer Künstler zum Direktor des Arp-Museums hergestellt hatte, „zu einer rundum gelungenen Werkschau“ im Weißen Turm Ahrweilers. Dass ein Künstler aus dem AW-Kreis einen Vorschlag für das New Yorker Memorial eingereicht habe, findet Dr. Pföhler „imponierend“. Er ermutigte Müller-Feyen, den Wettbewerbsentwurf trotz der Finalistenentscheidung nicht nur im Museum der Kreisstadt zu präsentieren: „Mit dem Neubau des Arp-Museums entwickelt sich der Kreis Ahrweiler mehr und mehr zu einer namhaften Kulturregion. In diesem Kielwasser können sich auch unsere Künstler zu internationaler Bekanntheit entfalten“, meinte der Landrat.

Die vorläufigen Sieger wurden vor wenigen Tagen in New York bekannt gegeben. Das Ergebnis wurde in den USA mit Spannung erwartet, nachdem der Entscheidungsprozess unter strikter Geheimhaltung und unter Ausschluss der Öffentlichkeit ablief. Dass neben einem Franzosen sieben der acht Finalisten Amerikaner sind – darunter fünf aus New York –, stößt dort auf heftige Kritik: Die New Yorker Öffentlichkeit halte „die Auswahl für unausgewogen, die ausgewählten Entwürfe für uninspiriert und für kommerziell“, berichtete Lehmann.

Auch die jetzt in Ahrweiler ausstellenden Künstler zeigten sich vom vorläufigen Ergebnis in New York enttäuscht. "Wir haben auf einen Wettbewerb zwischen unterschiedlichen künstlerischen Ideen und Konzepten zur Verarbeitung der Ereignisse des 11. September gehofft“, erklärte Lehmann weiter. „Doch nun scheinen die kommerziellen Interessen der Investoren jeden Versuch einer kritischen Auseinandersetzung mit der politisch-gesellschaftlichen Entwicklung in Folge der Anschläge zu verhindern“, kritisiert der Partner Müller-Feyens.

Dennoch geben sich die Künstler weiter kämpferisch. „Die Erfahrung aus anderen großen Projekten für Gedenkstätten zeigt, dass die Entwicklung von angemessenen Konzepten sehr viel Zeit benötigt und solche Wettbewerbsentscheidungen oft nur Zwischenstationen sind.“ Lehmann weiter: „Solange das Mahnmal in New York noch nicht gebaut ist, werden wir uns für unser Projekt einsetzen.“

Prof. Stecker äußerte sich beeindruckt von der künstlerischen Konsequenz im Werk des Adenauers: „Dass jeder Körper eine Abschattung entwirft, also auch eine Fläche ausbildet, das wird an allen Skulpturen Müller-Feyens sehr schön anschaulich. Daher ist die Kombination von Zeichnungen und Skulpturen in der Ausstellung des Ahrweiler Museums besonders gelungen.“ Die Werkschau und die Sonderpräsentation sind bis 15. Januar 2004 im Museum der Stadt zu sehen: Altenbaustraße, mittwochs bis sonntags, 13 bis 16 Uhr.

Begleitend zu dieser Werkschau veranstalten das Museum und die Kreisverwaltung Ahrweiler eine Vortragsreihe zum Thema „Mahnen und Erinnern in der Kunst“. Höhepunkt und Abschluss bildet am letzten Ausstellungstag eine Podiumsdiskussion zum Thema „Kunst im öffentlichen Raum“. Am Donnerstag, 15. Januar 2004, 20 Uhr, moderiert Heinrich Schöneseifen (SWR) eine Diskussion mit namhaften Fachleuten über den aktuellen Stellenwert der Kunst und den gesellschaftlichen Umgang mit Kunst, vom Mahnmal über Denkmalschutz bis zur öffentlichen Förderung von Kunst.

Bildunterzeile zu den FOTOS:
[Foto von vorne] Werke des Malers und Bildhauers Bernhard Müller-Feyen (2.v.r.) sind derzeit im Museum der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler zu sehen. Zu den ersten Besuchern zählten Professor Dr. Raimund Stecker (v.l.), Rainer Lehmann und Landrat Dr. Jürgen Pföhler.

[Foto aus der Diagonale]: Bis 15. Januar im Museum der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler zu sehen: Werke des Malers und Bildhauers Bernhard Müller-Feyen (2.v.l.), hier mit Landrat Dr. Jürgen Pföhler (v.l.), Professor Dr. Raimund Stecker und Rainer Lehmann.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 11.12.2003

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