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Jugendhilfeprojekt „Begleiteter Umgang“ steht auf neuen Füßen

Trennungs-Stress der Eltern soll nicht zu Lasten der Kinder gehen

Der Übergang des Jugendhilfeprojekts „Begleiteter Umgang“ auf ein plurales Trägerangebot ist erfolgreich verlaufen. In schwierigen Situationen, etwa durch Trennung oder Scheidung von Ehepartnern, können die Betroffenen jetzt zwischen verschiedenen Anbietern dieser Hilfestellung wählen.

Auch im Trennungsstress und nach der Scheidung sollen möglichst beide Elternteile vertraute Kontaktpersonen und Ansprechpartner für ihre Kinder bleiben. Gibt es dabei Probleme, helfen Fachleute mit dem Projekt „Begleiteter Umgang“. Dieses Projekt wurde im Kreis Ahrweiler auf neue Füße gestellt. Der Jugendhilfeausschuss des AW-Kreises hatte eine Ausschreibung mit präzisen Anforderungen an professionelle Träger beschlossen, die das Projekt mit Fachkräften durchführen. Dafür stehen 26.000 Euro im Kreishaushalt 2004 bereit.

Jetzt haben sich die Akteure getroffen, um erste Erfahrungen auszutauschen und das weitere Vorgehen abzustimmen. Am Tisch: mehrere Familienrichter, unter ihnen der Direktor des Amtsgerichts Sinzig, Reinhold Hergarten, und sein Kollege Jürgen Powolny (Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler), die drei neuen Träger samt ihrer diplomierten Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen, die über Zusatzqualifikationen in familientherapeutischer Arbeit verfügen, nämlich die Jugendhilfestation Adenau, der Verein für wohnortnahe Erziehungshilfe Bad Neuenahr-Ahrweiler und die Familienbildungsstätte Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie von der Kreisverwaltung Sozialdezernent Klaus Kniel und Jugendamtsleiterin Siglinde Hornbach-Beckers.

Ein erstes Fazit der Gesprächsrunde: Die wohnortnahe Umsetzung des Projekts sowie die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Einrichtungen stießen auf breite Zustimmung der Gesprächsteilnehmer. Eine positive Entwicklung sei deutlich erkennbar.

Das Projekt „Begleiteter Umgang“ verfolgt vier Ziele. Erstens: die Förderung des Kindeswohls; Kontakte zu beiden Elternteilen und anderen wichtigen Bezugspersonen sollen bestehen bleiben. Zweitens: Die sozialen und emotionalen Bindungen zu diesen Bezugspersonen sollen aufgebaut oder wiederhergestellt werden. Drittens: Bei streitenden Eltern soll deren Kommunikations- und Konfliktfähigkeit zeitnah verbessert werden, damit sie den Umgang mit ihren Kindern eigenständig regeln. Viertens: Die Autonomie und Verantwortung der Eltern soll gestärkt werden, damit sich der Kontakt der Kinder zu beiden Elternteilen eigenverantwortlich gestalten lässt.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 12.02.2004

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