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Gewässerpflege des AW-Kreises voll im Fluss

Renaturierung der Ahr von Sinzig bis Dorsel – Schwerpunkt 2004 in Dernau – Landrat: „Überregionales Markenzeichen“ – Tag des Wassers

Das Lebensmittel Nummer 1, Wasser, hat im Kreis Ahrweiler eine besondere Bedeutung. Wasser stelle eine wesentliche Grundlage des wirtschaftlichen Lebens dar, erklärte Landrat Dr. Jürgen Pföhler mit Blick auf fünf Mineralbrunnen und drei Heilbäder im AW-Land. Wasser sei „für uns ein Symbol und ein Markenzeichen mit überregionaler Ausstrahlung.“

Der Tag des Wassers. Die Vereinten Nationen haben den 22. März weltweit dem Schutz der Wasservorkommen gewidmet. Die „schonende, langfristig vertretbare Bewirtschaftung“ der Wasserressourcen soll im öffentlichen Bewusstein verankert werden, heißt es in der UN-Resolution.

Was steht im AW-Kreis an? Bei der Gewässerpflege sprudeln im Kreisgebiet gleich mehrere Quellen: Neben dem Laacher See oder dem renaturierten Rodder Maar im Brohltal gilt dies vor allem für den Gewässerpflegeplan Ahr. Dort werden seit mehreren Jahren alte Querbauwerke zurückgebaut, die den natürlichen Fluss behindern. Die teilweise Jahrhunderte alten Wehre werden renaturiert und somit für Fische passierbar gemacht. Und beim Großprojekt Ahrmündung in Sinzig laufen die Planungen für den zweiten Bauabschnitt.

Der Gewässerpflegeplan Ahr sagt aus, wie das Gewässer und dessen Ufer künftig beschaffen sein sollen und mit welchen Maßnahmen dies erreicht wird. Schwerpunkt: die Beseitigung besagter Querbauten, weil diese die Wanderung der Fische ahraufwärts be- oder sogar verhindern. Solche Wehre wurden früher beispielsweise errichtet, um Wasser für Mühlen oder Fischteiche abzuleiten. Die jetzt laufenden Umbauten schaffen neue „Fischtreppen“ über Natursteine, die vor allem Lachse passieren können. Somit können Wanderfische ihre Laichplätze im Mittel- und Oberlauf der Ahr erreichen.

An der Ahr sind zahlreiche Einzelmaßnahmen abgeschlossen beziehungsweise geplant. Fertig sind die Renaturierungen des Bodendorfer Wehrs, des Heimersheimer Wehrs, der Wehre am Kurpark und am Casino Bad Neuenahr sowie am Calvarienberg.

Für 2004 stehen zwei Wehranlagen in Dernau auf dem Arbeitsplan. Die Betonbauten an der Steinbergsmühle und am Dernauer Sportplatz werden abgerissen, Rampen aus Blocksteinen eingebaut. Dafür sind 170.000 Euro an Kosten veranschlagt.

Langfristig, in den nächsten Jahren, sollen die Bagger vorrücken nach Kreuzberg und weiter bis Antweiler und Dorsel. Erarbeitet werden diese Pläne von der Regionalstelle Wasserwirtschaft der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz (SGD) sowie der Kreisverwaltung Ahrweiler.

Zum Naturschutz-Großprojekt Ahrmündung: In Höhe des Klärwerkes Sinzig wurden Steinschüttungen, die das Ufer befestigen, zurückgebaut, damit sich der Fluss dort möglichst ungehindert ausbreiten kann. Dies soll Entlastung für das weiter flussabwärts gelegene Areal bringen, weil Fließgeschwindigkeit und Wasserdruck im unmittelbaren Mündungsbereich reduziert werden. In den kommenden Monaten wird der zweite Bauabschnitt geplant.

Im Grundsatz geht es bei dem Gesamtprojekt um die Frage, ob sich die Ahr mit ihrer Erosionskraft einen neuen, natürlichen Mündungsbereich schafft und auf einem kürzeren Weg als bislang zum Rhein durchbricht mit der Folge, dass Geschiebemassen die Rhein-Schifffahrt behindern würden und der Radweg unbenutzbar wäre. Oder ob der Flusslauf mit einer Baumaßnahme kontrolliert wird, damit alleine der jetzige Mündungsarm erhalten bleibt. Ein Gutachten schlug als Alternative vor, der Ahr oberhalb des Naturschutzgebietes neuen Raum zum Mäandrieren und Entfalten zu verschaffen. Dies wird zurzeit umgesetzt.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 18.03.2004

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