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„Das Maß an Zumutungen ist voll“

Bundeswehr: Landrat und Bürgermeister für Erhalt der „Disposition Heer“ in Kreisstadt – 350 meist zivile Mitarbeiter betroffen

Wegen des drohenden Verlustes einer weiteren Bundeswehreinrichtung haben sich Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Kreisstadt-Bürgermeister Dr. Hans-Ulrich Tappe an Bundesverteidigungsminister Dr. Peter Struck gewandt. Die in Bad Neuenahr-Ahrweiler ansässige Abteilung „Disposition Heer“ des Logistikzentrums der Bundeswehr dürfe nicht nach Wilhelmshaven verlagert werden, fordern die beiden in einem gemeinsamen Schreiben an Struck. Gleichzeitig baten sie beim rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck um Unterstützung.

Von einem solchen Personalabbau wären mehr als 350 Mitarbeiter betroffen, darunter rund 250 Zivilangestellte. Für diese Zivilangestellten wäre ein Umzug mit erheblichen Konsequenzen in der privaten Lebensplanung verbunden, da sie im Gegensatz zu Soldaten der Unteroffiziers- und Offizierslaufbahn nicht mit Umzügen rechnen mussten, heißt es.

Außerdem verfüge der Standort Bad Neuenahr-Ahrweiler mit der vorhandenen Infrastruktur und dem mehr als 40-jährigen enormen logistischen Sachverstand über bessere Voraussetzungen als Wilhelmhaven. Durch die Nähe zum Logistikzentrum des Heeres und dem Rechenzentrum in der Ahrtalkaserne seien Synergieeffekte vorhanden, die anderweitig erst mit großem finanziellen Aufwand geschaffen werden müssten.

Zwar stehe die Verlagerung nach Wilhelmshaven schon länger im Raum. Dennoch müssten die genannten Argumente aktuell überdacht und neu bewertet werden, bevor eine Entscheidung falle, so Pföhler und Tappe weiter. Das gelte vor allem vor dem Hintergrund der immer dramatischer werdenden Haushaltslage.

„Das Maß an Einschnitten und Zumutungen für die Bevölkerung in der Stadt und im gesamten Kreis ist schon jetzt mehr als voll“, betonen die beiden in ihren Schreiben. Die Schmerzgrenze sei erreicht, weitere Einschränkungen seien nicht hinnehmbar.

Der Kreis Ahrweiler sei durch einen „kontinuierlichen Aderlass bereits nachhaltig geschwächt“. Dazu nannten Landrat und Bürgermeister die Schließung des Regierungsbunkers (200 Arbeitsplätze) sowie die Verlagerung der Bundeswehr-Standortverwaltung aus der Kreisstadt nach Mayen (100) und des Amtes für Wehrmedizinalstatistik aus Remagen nach Andernach (170 Arbeitsplätze). Schwerwiegende Einbußen durch den Regierungsumzug nach Berlin sowie Einsparungen im Kur- und Gesundheitssektor seien ebenfalls zu verkraften. Hinzu komme die Schließung mehrerer Landesbehörden.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 13.05.2004

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