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Bergbaudenkmal und Biotop in Wimbach vorgestellt

Stollen geöffnet – Wieder Winterquartier für Tiere – Verschüttete Vergangenheit freigelegt

Der Stollen des verschütteten früheren Hochstaden-Bergwerks in Wimbach bei Adenau wurde freigelegt, gesichert und dient jetzt als Biotop für verschiedene Tierarten wie Fledermäuse und Amphibien. Landrat Dr. Jürgen Pföhler sprach von einem gelungenen Gemeinschaftsprojekt der Kreisverwaltung Ahrweiler, der Ortsgemeinde Wimbach und der Baufirma Körtgen aus Kelberg.

Mit seiner Projektreihe „Bergwerke“ wolle der Kreis verschlossene Stollen öffnen, damit Tiere sie wieder als Winterquartiere nutzen können, erklärte der Landrat bei einer Ortsbesichtigung mit Wimbachs Ortsbürgermeister Josef Dorsch, Bürgermeister Hermann-Josef Romes und Firmenchef Peter Körtgen. Diese Idee soll den Bestandsrückgang heimischer Tierarten stoppen. Eine abschließbare Gittertür lässt Tiere passieren, verhindert aber den Zutritt von Unbefugten und spielenden Kindern.

Die Verbandsgemeinde Adenau hat das Projekt ebenso unterstützt wie das Landesamt für Geologie und Bergbau in Koblenz mit dem Diplom-Mineralogen Dr. Volker Reppke und dem Diplom-Biologen Jörg Hilgers. Die Kosten liegen bei 20.000 Euro, die als Maßnahme auf dem Ökokonto der Firma Körtgen eingebucht werden. Das Bauunternehmen und vor allem Ortsbürgermeister Dorsch hätten sich „persönlich enorm für das Projekt eingesetzt“, lobte Dr. Pföhler deren Engagement.

Der Bergbau hat im Kreis Ahrweiler eine lange Tradition. Davon zeugen zahlreiche alte Stollen und Schächte in der Eifel, die aber größtenteils verschüttet und somit vergessen wurden. So auch in Wimbach, wo vermutlich zahlreiche Bewohner vom Bergbau lebten. Daran erinnern noch heute die gekreuzten Hämmer auf dem Ortswappen. Eine Akte des kurkölnischen Amtes Nürburg beweist: 1767 wurde in Wimbach Bleierz abgebaut. Von 1869 bis zur Betriebseinstellung 1881 hat man den Bergwerkstollen im Wimbacher Tal auf einer Länge von 403 Metern aufgefahren.

Aus Sicherheitsgründen wurde der Stolleneingang in den 1960er Jahren zugemauert und von nachrutschendem Boden und Gestein verschüttet. Ähnlich sah es bei den meisten anderen Bergwerken in der Gegend aus – mit negativen Folgen für zahlreiche Tierarten: Winterquartiere gingen verloren.

Die Landespfleger in der Kreisverwaltung steuern dem entgegen. Nach dem Gretelstollen in Kirchsahr im Jahr 2001 wurde jetzt der Hochstaden-Stollen in Wimbach geöffnet. Eine großformatige Schautafel am Eingang vermittelt Wanderern Wissenswertes. Die ersten offiziellen Besucher waren sich bei ihrer Besichtigung in der Nähe des Aussiedlerhofes Schumacher einig: Das Bergwerk stelle ein eindrucksvolles und begreifbares Dokument der Geschichte und Identität des Ortes Wimbach dar und erinnere an das harte Arbeitsleben der Menschen in der Eifel. Zusätzlich vereinbare das Projekt Naturschutz, Kultur und sanften Tourismus.

Bildunterzeilen zu den FOTOS:
[Stolleneingang] Helm ab für eine gelungene Idee: Landrat Dr. Jürgen Pföhler (v.r.), Landespfleger Klaus Löbner (Kreisverwaltung), Firmenchef Peter Körtgen, Ortsbürgermeister Josef Dorsch und Bürgermeister Hermann-Josef Romes vor dem Stolleneingang in Wimbach.
[Schautafel]: Eine Schautafel informiert über das frühere Bergwerk in Wimbach und dessen heutigen Naturschutz-Nutzen: Bürgermeister Hermann-Josef Romes (v.r.), Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Ortsbürgermeister Josef Dorsch, Firmenchef Peter Körtgen und Landespfleger Klaus Löbner (Kreisverwaltung).


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 28.05.2004

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