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Ausgleichsprojekte: Abschluss bedeutet zugleich Aufbruch

Landrat Dr. Pföhler zieht Bilanz und blickt in die Zukunft – 120 Millionen Euro Bundesmittel für AW-Kreis

Die Bonn-Berlin-Ausgleichsprojekte haben den Kreis Ahrweiler und die Kommunen entscheidend vorangebracht und wirken als wichtige Impulse für die Zukunft. Bis auf das Arp-Museum sind alle AW-Ausgleichsprojekte abgeschlossen. Mehr als 120 Millionen Euro an Bundesmitteln flossen oder fließen in den Kreis. – Dieses Fazit zog Landrat Dr. Jürgen Pföhler zum „Abschlussmarketing 2004“.

Bei diesem Veranstaltungsreigen blickt die Ausgleichsregion – also die Stadt Bonn, der Rhein/Sieg-Kreis und der AW-Kreis – gemeinsam mit dem Bund bilanzierend zurück. Zur Erinnerung: 1991 beschloss der Deutsche Bundestag, die Hauptstadt mit Parlament und zentralen Regierungsfunktionen von Bonn nach Berlin zu verlagern; 1994 wurde die auf zehn Jahre angelegte „Ausgleichsvereinbarung“ unterzeichnet, die der von der Verlagerung der Bundeshauptstadt betroffenen Region Ausgleichsmittel für neue Projekte zusagte; Ende 2004 läuft dieser Bonn-Berlin-Vertrag aus.

Innerhalb des Ausgleichspaketes für den AW-Kreis habe das Pilotprojekt „Gesundheits- und Fitnessregion“ das Profil der Wirtschaftsregion geschärft und nachhaltige Impulse für den Tourismus mit dem Kur- und Gesundheitssektor gesetzt, sagte Pföhler weiter. Konkret nannte der Landrat die Ansiedlung von Forschungsinstituten der Arzneimittelbranche in Sinzig, gesundheitsorientierte Themen-Wanderwege, das Pilotprojekt „TQM in Hotellerie und Gastronomie“ sowie zahlreiche Privatinitiativen wie das Ambulante Neurologische Rehabilitationszentrum in Bad Neuenahr-Ahrweiler.
In der Tourismusförderung liege der Schwerpunkt auf dem Marketingpaket „WohlSein365“, das den Kreis professionell und überregional vermarkte und das der Bund als Nachfolgeprojekt der Gesundheits- und Fitnessregion fördere. Mit neuen, attraktiven Angeboten lassen sich nach den Worten Dr. Pföhlers neue Gäste und Touristen gewinnen, etwa mit der „Sinfonie der Sinne“, dem Vulkanpark mit Burg Olbrück, Radwegen oder dem Tourismus- und Verkehrsprojekt ArMont.

Dass der Kreis Ahrweiler die seinerzeit befürchteten Struktureinbrüche an Wirtschaftskraft und für den Arbeitsmarkt „mehr als nur aufgefangen“ habe, beweisen für den Landrat mehrere Fakten:
Erstens: Die AW-Bevölkerungszahl stieg zwischen 1991 und 2003 von 118.344 auf 130.772 (plus 10,5 Prozent; Rheinland-Pfalz im gleichen Zeitraum plus 6,2 Prozent). Pföhler: „Der Kreis Ahrweiler verbucht einen Einwohnerzuwachs in einer Größenordnung der gesamten Verbandsgemeinde Altenahr. Das spricht klar für uns.“
Zweitens: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (also Arbeitnehmer ohne Selbständige und Beamte) stieg zwischen 1991 bis 2002 von 27.695 auf 28.593 (plus 3,2 Prozent, Rheinland-Pfalz: minus 0,2 Prozent). Pföhler: „Der Anstieg der Beschäftigten ist ein Indiz für mehr Arbeitsplätze und damit für einen gesunden Wirtschaftsstandort.“
Drittens: Die Arbeitslosenquote im AW-Kreis lag im Mai 2004 mit rund 7,2 Prozent knapp unter dem Landesdurchschnitt (7,4) und deutlich unter dem Bundesschnitt (10,3 Prozent); im Arbeitsamtsbezirk Bad Neuenahr-Ahrweiler lag die Quote sogar bei nur 5,5 Prozent, an der Rheinschiene ist die Quote traditionell höher.
Viertens: Die Zahl der Gewerbeanmeldungen ĂĽberstieg die der Abmeldungen: 1991 ein Saldo von plus 265, in 2002 von plus 284.

Die Ausgleichsprojekte mit den Fördermitteln des Bundes:
·Fachhochschule RheinAhrCampus: 94,6 Millionen Euro Bundesförderung
·Arp-Museum: 14,3 Mio Euro
·Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) Sinzig: 2,6 Mio Euro
·Tourismus & Service GmbH : 1,2 Mio Euro
·Überregionale Vermarktung: 0,3 Mio Euro
·Erwerb, Planung, Erschließung von Gewerbegebieten in Remagen,
Sinzig, Grafschaft-Gelsdorf, Kempenich, Spessart, Bad Breisig
(Soforthilfe): 5,2 Mio Euro
·Innovationspark Rheinland in Grafschaft: 2,2 Mio Euro.

Damit flossen mehr als 120 Millionen Euro allein vom Bund in den Kreis. Das wirke sich direkt auf den Arbeitsmarkt aus: Alleine die neuen Gewerbegebiete (750) und die Fachhochschule (110) hätten 860 neue Arbeitsplätze gebracht, so Pföhler.

Als weitere Maßnahmen für die Wirtschaft nannte er die Förderprogramme des Bundes (Regionalprogramm Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler mit 9,8 Millionen Euro an gezahlten Darlehen für Betriebe in AW bei einem Investitionsvolumen von 22 Mio Euro und 195 neu geschaffenen Arbeitsplätzen) und des AW-Kreises, nämlich das Zinszuschussprogramm AW-West mit 630.000 Euro an gezahlten Zuschüssen, 34 Mio Euro Investitionsvolumen, 172 neuen Arbeitsplätzen sowie das Programm „Innovativer Fremdenverkehr“.

Welche Visionen peilt Landrat Pföhler für die Zukunft an? „Unser Wirtschaftsstandort lebt von einem gesunden Branchen-Mix und einem grundsoliden Mittelstand. Das müssen wir weiter fördern und darüber hinaus auf neue Standbeine bauen.“ Von einer „Wertschöpfungskette“ spricht er mit Blick auf das stufenweise Trio Fachhochschule (wo Studierende ausgebildet werden), IGZ Sinzig (wo Existenzgründer und Jungunternehmer Starthilfe erhalten) und Innovationspark Rheinland (wo sich die Unternehmen ansiedeln können).

Im Europa der zusammenwachsenden Regionen gelte es, regionale Interessen zu bündeln und innerhalb der Region Bonn/Rhein-Sieg-Ahrweiler für die Zeit nach 2004 einen Kooperationsvertrag für Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Fremdenverkehr zu vereinbaren. Die Nähe zu Bonn mit seiner hochkarätigen Informations- und Telekommunikationsbranche müsse genutzt und der AW-Kreis an den Flughafen Köln/Bonn angebunden werden. Die FH Remagen müsse noch stärker als Impulsgeber für die Boombranche Gesundheitssektor erkannt werden. Und mit dem Arp-Museum in Remagen-Rolandseck entstehe nicht nur ein Weltklasse-Museum, sondern auch ein enormer Wirtschaftsfaktor.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 23.06.2004

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