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Kunst in Kreuzberg – Ein Kopf für die Seele des deutschen Widerstandes

Landrat Dr. Pföhler besuchte Bildhauer und Restaurator Rudolf P. Schneider im Kreuzberger Atelier – Adenauer Holzschnitzertage gehen in die dritte Runde

Knüpfel und Schnitzeisen sind Begriffe, deren Bedeutung vielen Menschen erst nach einem Blick in den Duden etwas sagen. Für den Bildhauer und Restaurator Rudolf P. Schneider aus Altenahr-Kreuzberg sind sie tägliches Arbeitsmittel. Was Schneider mit diesem und anderem Handwerksgerät an plastischen Werken kreiert und gestaltet, darüber machte sich Landrat Dr. Jürgen Pföhler gemeinsam mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, Achim Haag, bei einem Besuch im Kreuzberger Atelier des Künstlers ein Bild.

„Der Bereich Kunst und Kultur ist eines der vielen Gesichter des Kreises Ahrweiler. Künstler wie Rudolf P. Schneider zeigen mit ihren Kunstwerken, wie vielseitig die lebendige Kulturlandschaft in unserer Region ist“, war Dr. Pföhler beeindruckt von dem Schaffen des Kreuzberger Bildhauers. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit könne der Wert künstlerischen Arbeitens gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Der Bildhauer und Restaurator Rudolf P. Schneider betreibt sei 1991 ein eigenes Atelier in der „Alten Schule“ in Altenahr-Kreuzberg. Die Hauptarbeitsmaterialien des Künstlers sind Holz, Stein und Metall. Seine Werke, zu denen vor allem Skulpturen gehören, tragen Namen wie „Das schreibende Buch“, „Unfassbar“, „Focus“, „Das Paar“ oder „Liegende“. „Es ist schon bemerkenswert, welche imposanten Kunstobjekte Rudolf P. Schneider aus einfachen Materialien entwickelt“, betonte der Landrat die Qualität der Arbeiten von Schneider.

Sein jüngstes Projekt: eine Bronze-Büste des Generalmajors Henning von Tresckow, einer der führenden Köpfe des deutschen Widerstandes gegen Hitler. Philipp Freiherr von Boeselager, letzter überlebender Widerstandskämpfer, hat sie in Auftrag gegeben. Rudolf P. Schneider hat diese Herausforderung angenommen und nach Fotos die Persönlichkeit für die Nachwelt in Bronze verewigt. Die Büste wird in der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg einen festen Platz finden und im Herbst feierlich aufgestellt.

Große Auftraggeber wie das Bistum Trier und das Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz greifen auf das Know-how von Schneider zurück. Seit 1991 ist Rudolf P. Schneider für diese Einrichtungen tätig. Neu aus Tuffstein geschlagen hat er beispielsweise das Relief „Judaskuss“ für die „Sieben Fußfälle“ in Alken an der Mosel. Die Kanzel in der Apollinariskirche Remagen rekonstruierte und restaurierte er nach altem Vorbild, wofür ihm nur einige Reproduktionen zur Verfügung standen.

Zu den Vorzeige-Projekten von Schneider gehören die seit 2002 jährlich stattfindenden Holzschnitzertage in Adenau, die vom 6. bis 8. August 2004 in die dritte Runde gehen und aus denen bereits ein Holzschnitzerkurs (jeden Donnerstag Abend außer in den Schulferien) entstanden ist. Unter der künstlerischen Leitung von Rudolf P. Schneider werden Bildhauer-Neulinge beim Workshop in Adenau an den Umgang mit Material und Werkzeug herangeführt. In diesem Jahr läuft die Veranstaltung unter dem Motto „Der Mensch im Wandel der Zeit“.

Beteiligt war Schneider auch bereits Anfang der 90er Jahre an den Kreiskulturtagen. Die Jugend-Kulturtage und die Skulpturentage im Rahmen von AreKULTURlive 2002 profitierten ebenfalls von seinem Mitwirken. „Wir sind stolz, dass wir im Kreis einen Künstler wie Rudolf P. Schneider haben und dass er seiner Heimat bis heute treu geblieben ist“, so Landrat Dr. Pföhler.

Erste Berührung mit dem Arbeitsmaterial Holz hatte Schneider, 1959 in Kreuzberg geboren, während seiner Schreinerlehre Mitte der 70er Jahre. Bei der sich anschließenden Ausbildung an der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer und Schnitzer in Oberammergau wurden die Grundlagen für das heutige künstlerische Schaffen des Kreuzbergers gelegt. Nach einer 9-jährigen Tätigkeit in einem Bildhauer- und Restaurator-Betrieb in Brühl entschloss sich Schneider zur Einrichtung seines eigenen Ateliers in der „Alten Schule“ in Kreuzberg. Seit dem Jahr 2000 widmet er sich neben dem Bildhauer- und Restauratorhandwerk der Malerei im Europäischen Kulturzentrum Remagen-Rolandseck von Rosemarie Bassi.

Bildunterzeile zum FOTO:
Illustre Runde im Atelier Schneider: (v.r.) Bildhauer Rudolf P. Schneider, Verbandsgemeinde-Bürgermeister Achim Haag, Landrat Dr. Pföhler sowie Ellen Schlösser und Siegfried Krämer (Teilnehmer am von Schneider angebotenen Holzschnitzerkurs)


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 23.07.2004

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