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Startschuss für den zweiten Bauabschnitt an der Ahr-Mündung ist gefallen

Sprengung von SWR-Sendemast macht Weg für anstehende Baumaßnahmen frei – Landrat: Arbeiten verlaufen planmäßig

Mit einem „Paukenschlag“ wurde jetzt der zweite Bauabschnitt beim Naturschutz-Großprojekt „Renaturierung Ahrmündung“ eingeläutet. Durch die vom Südwestrundfunk (SWR) veranlasste Sprengung des TV-Sendemastes Ahrtal/Sinzig, der bisher im Mündungsgebiet der Ahr seinen Standort hatte, ist der Weg für die anstehenden Baumaßnahmen frei.

„Die Renaturierung der Ahrmündung ist ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil unseres Gewässerpflegeplanes und für den Naturschutz in unserem Kreis unerlässlich“, betonte Landrat Dr. Pföhler die Notwendigkeit der Maßnahme. Gemeinsam mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz stelle der Kreis damit die notwendigen Weichen, um die ökologischen Bedingungen im und am Gewässer zu verbessern. Die Arbeiten verliefen planmäßig und sollen im Herbst beendet sein, kündigte Dr. Pföhler an.

„Mit der Beseitigung des Sendemastes leistet der SWR einen aktiven Beitrag zum Naturschutz in unserer Region“, dankte der Landrat dem Sender für die hohe Kooperationsbereitschaft. Er begrüße es sehr, dass der SWR damit ein deutliches Zeichen pro Natur setze.

Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt sind mit rund 150.000 Euro veranschlagt. Die Gesamtkosten des Ahrmündungs-Projektes belaufen sich auf etwa 360.000 Euro. Ein Drittel der Kosten trägt der Kreis, zwei Drittel übernimmt das Land Rheinland-Pfalz.

Ziel der Renaturierung ist, die Fließgeschwindigkeit und den Wasserdruck im Mündungsbereich der Ahr zu verringern, was das weiter flussabwärts gelegene Areal entlastet. Damit soll einem drohenden Dammbruch entgegen gewirkt werden. Dieser birgt die Gefahr, dass große Geröllmassen in den Rhein geschwemmt werden und somit die Schifffahrt behindern. Außerdem fehlten dann die Rückzugsräume der Ahr bei Hochwasser.

Die Arbeiten zum zweiten Bauabschnitt an der Ahrmündung starten Ende August. Die anstehenden Maßnahmen umfassen den Bau eines weiteren seitlichen Nebenarms im Bereich des Sendemastes sowie den Rückbau des Entwässerungskanals der Stadt Sinzig am Beginn des Naturschutzgebietes. Im Zuge dieser Baumaßnahme wird unterhalb der Brücke Kölner Straße eine dort vorhandene unnatürliche Rampe in der Ahr für die Gewässerfauna naturnah durchgängig umgestaltet.

Der erste Bauabschnitt konnte bereits im Oktober letzten Jahres beendet werden. Dabei wurden in Höhe des Klärwerkes Sinzig Steinschüttungen, die das Ufer befestigten, zurückgebaut, damit sich der Fluss dort möglichst ungehindert ausbreiten kann. Die Ahr hat durch den Bau von seitlichen Nebenarmen neue Entwicklungsmöglichkeiten erhalten. Der Fluss kann jetzt natürlich erodieren, Sedimente ablagern und sein Bett sowie die Aue selbst gestalten.

Der Gewässerpflegeplan sieht auch die Verlegung des Radweges vor, der unmittelbar am rechten Ahrufer verläuft. Die Stadt Sinzig hat die neue Radwegetrasse auf dem vorhandenen Wegenetz bereits im Jahre 2003 neu ausgewiesen und ausgeschildert.

Die Gründe für die erforderliche Renaturierung der Ahrmündung liegen weit zurück: Bereits im Jahr 1855 wurde die Ahr auf einer Länge von 560 Metern begradigt. Die Folge: Der Fluss fließt schneller, der Druck auf den Damm am Ahr-Unterlauf ist gestiegen, der Damm droht zu brechen. Dieser mögliche Dammbruch soll durch die Renaturierungsmaßnahmen verhindert werden.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 29.07.2004

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