BÜRGERSERVICE BILDUNG & FAMILIE KREIS & GEMEINDEN KULTUR & VEREINE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
 

Abfallwirtschaft: Zum Abschluss ein Blick in die Zukunft

AWB-Werksausschuss informierte sich über Restmüllverwertung – Trockenstabilat wird zu Brennstoff – Erste Sitzung am 13. September

Der Restmüll aus dem Kreis Ahrweiler landet nicht auf Deponien, sondern wird zu hochwertigem Brennstoff aufgearbeitet. Wie das technisch funktioniert, erfuhren die Mitglieder des Werksausschusses des Abfallwirtschaftsbetriebs Kreis Ahrweiler (AWB) vor Ort und aus erster Hand: in der Trockenstabilatanlage in Rennerod (Westerwaldkreis).

„Mit der Restmüllverwertung zu Trockenstabilat haben wir vor zwei Jahren die beste ökonomische und ökologische Lösung für die Abfallentsorgung der nächsten zwanzig Jahre gefunden“, unterstrich Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Dieses Verfahren entspreche bereits heute den künftigen Anforderungen an die Abfallentsorgung. Der vom AW-Kreis gewählte Entsorgungsweg sei „technisch, rechtlich und wirtschaftlich zukunftssicher“, so Pföhler.

Die Informationsfahrt auf den Westerwald bildete den Abschluss des Werksausschusses für die Wahlperiode von 1999 bis 2004. Am 30. August 2004 bestimmt der Kreistag die Neubesetzung dieses Gremiums; am 13. September tritt der neue Werksausschuss erstmals zusammen.

Die Trockenstabilatanlage in Rennerod, zu der der AW-Kreis seine Restabfälle seit Januar 2003 liefert, verfügt über eine aktuelle Kapazität von 80.000 Tonnen pro Jahr; die Erweiterung auf 120.000 Tonnen ist möglich. Die Anlage verwertet die Abfälle aus dem Westerwaldkreis, dem Kreis Ahrweiler und demnächst aus dem Kreis Limburg-Weilburg.

Der angelieferte Müll wird in einer Zerkleinerungsanlage vorbereitet und in speziellen Rotteboxen eine Woche lang auf natürlichem Wege getrocknet und gereinigt. Dann startet die Aufbereitung. Das biologische Trocknen des Abfalls reduziert die Masse des Abfallgemischs deutlich. In den anschließenden Verfahrensschritten werden Störstoffe wie etwa Batterien, die irrtümlich in die Restmülltonnen geworfen wurden, aussortiert. Wertstoffe wie Glas, Metall, Mineralstoffe und das heizwertreiche Trockenstabilat werden aus dem Abfallgemisch getrennt. Glas, Metall und mineralische Stoffe werden verwertet. Aus dem gewonnenen Trockenstabilat entsteht ein Ersatzbrennstoff, der als Heizenergie verwertet und beispielsweise in Zementfabriken oder zur Gewinnung von Strom und Wärme eingesetzt wird.
Während Glas, Papier, Holz, Metall und Kunststoffe bereits seit Jahren in den Recyclingkreislauf gelangen, ermöglicht das Trockenstabilatverfahren eine neue Stufe der Verwertung von Restabfällen, die somit fast vollständig recycelt werden. Damit erfüllt der Kreis Ahrweiler bereits heute die Anforderungen des Bundesgesetzgebers, wonach bis zum Jahr 2020 alle Abfälle vollständig verwertet werden müssen.

Bildunterzeile zum FOTO:
Der Werksausschuss mit Landrat Dr. Jürgen Pföhler (6.v.r.) besuchte die Trockenstabilatanlage in Rennerod; im Hintergrund Reinigungsanlagen.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 20.08.2004

<< zurück