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Meilenstein für Kulturprojekt von Weltrang

Grundsteinlegung für das Arp-Museum und Bonn/Berlin-Abschlussfest am 23. Oktober – Landrat Dr. Pföhler: Kulturelles Flaggschiff, das von sich reden machen wird

Die Bonn/Berlin-Ausgleichsvereinbarung, die im Jahr 1994 wegen des Regierungsumzuges von Bonn nach Berlin auf zehn Jahre angelegt wurde, geht in den Schlussspurt. Das Auslaufen dieses für den Kreis Ahrweiler enorm wichtigen Vertrages wird am 23. Oktober mit einem großen Bonn/Berlin-Abschlussfest unter dem Motto „Vorspiel A(H)RP“ im Rahmen eines Publikumstages im Bahnhof Remagen-Rolandseck gewürdigt. An diesem Tag findet ebenfalls die Grundsteinlegung für den Bau des Arp-Museums in Remagen-Rolandseck statt. Dies sei für den Kreis Ahrweiler und die ganze Region der Startschuss für eines der bedeutendsten Zukunftsprojekte aus dem Bonn/Berlin-Ausgleich. Darauf wies Landrat Dr. Jürgen Pföhler gemeinsam mit Prof. Dr. Raimund Stecker, Direktor des Arp-Museums, und Sparkassendirektor Dieter Zimmermann, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ahrweiler, jetzt hin.

„Das ist ein großer Tag für den Kreis Ahrweiler und ein Meilenstein für ein Kulturprojekt von Weltrang. Die Menschen im Kreis Ahrweiler und in der ganzen Region können stolz darauf sein, dass ein solches Weltklasse-Museum hier gebaut wird. Das Arp-Museum als ambitioniertestes Kulturprojekt des Landes Rheinland-Pfalz wird für die nachfolgenden Generationen ein beeindruckendes Zeugnis des kulturellen Schaffens unserer heutigen Zeit sein“, freute sich der Landrat.

Allein aus den Bonn/Berlin-Mitteln des Bundes und des Landes Rheinland-Pfalz werden fast 30 Millionen Euro in den Gesamtkomplex Arp-Museum – das heißt, in die Renovierung des Bahnhofes Rolandseck und den Richard-Meier-Neubau des Museums - investiert.

Der Kreis sei durch die Errichtung des Arp-Museums in mehrfacher Hinsicht „ein Gewinner“. Zum einen habe Kunst und Kultur im AW-Kreis bereits von jeher eine große Bedeutung. „Mit dem Arp-Museum als dem zentralen Kulturprojekt im Rahmen des Bonn/Berlin-Ausgleiches können wir in Zukunft am Rhein mit einem kulturell internationalen Flaggschiff aufwarten. Es wird weit über die Grenzen unserer Region von sich reden machen und die Kulturregion Ahrweiler als drittes Standbein neben der Gesundheits- und Fitnessregion weiter verstärken.“

Hinzu komme der sanierte und modernisierte Bahnhof Rolandseck, der seit Jahrzehnten Ort für Spitzenkünstler aus der ganzen Welt ist und am 22. Oktober neu eröffnet wird. „Kunst und Fortschritt sind kein Gegensatz. Im Gegenteil: Der historische Bahnhof Rolandseck war seinerzeit ein Symbol des Fortschritts, ein Symbol der neu gewonnenen Mobilität. Die im 19. Jahrhundert einsetzende Kulturgeschichte des Bahnhofs wird jetzt in das 21. Jahrhundert und damit in die Moderne hinein fortgeschrieben,“ blickte der Landrat optimistisch in die Zukunft.

„Um so mehr freue ich mich“, so der Landrat weiter, „dass wir mit Richard Meier einen Architekten für das Arp-Museum haben, der für die Moderne steht.“ Meier, der 1984 den als „Nobelpreis der Architektur“ geltenden Pritzker-Preis erhalten hat, regiere „seit Jahrzehnten im Olymp der Architektur“. Neben vielen bedeutenden Bauwerken habe Meier in Los Angeles den größten zusammenhängenden Museumskomplex der Welt entworfen: das Getty-Center. „Es ist ein großer Erfolg für uns, dass wir Richard Meier für dieses Projekt gewinnen konnten. Allein diese Tatsache wird das Museum zu einem Besuchspunkt machen, von dem man international sprechen wird. Denn welcher Kreis kann schon von sich behaupten, etwas mit Los Angeles gemeinsam zu haben? Nämlich ein Museum über den Höhen der Stadt, hier Remagen, dort L.A. – und über dem Wasser, hier der Rhein, dort der Pazifik.“ Mit dem neuen Arp-Museum entstehe ein modernes Bauwerk in einer Jahrhunderte alten Kulturlandschaft, das die Vergangenheit mit der Zukunft verbinden werde. Mit dieser gelungenen Symbiose würde die rheinische Hochkultur der Künste wie Malerei, Musik und Literatur neu belebt und die lange Kulturgeschichte des Bahnhofs in beeindruckender Weise mit der Kunst der Moderne vereint. Dies zeige schon allein das bemerkenswerte Programm mit Ausstellungen, Lesungen und musikalischen Darbietungen namhafter Künstler, das im Bahnhof in der nächsten Zeit geboten werde.

Neben einer Kultur-Hochburg werde das Arp-Museum auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, unterstrich Dr. Pföhler weiter. „Der Bau ist durchaus mit der Errichtung des legendären Nürburgrings vergleichbar, der heute ein unverzichtbarer Motor für den Tourismus und den Fremdenverkehr in unserem Kreis ist. Diese Bereiche werden durch das Arp-Museum einen weiteren Aufschwung erhalten, der unsere ganze Region noch weiter nach vorne bringt.“ Gemeinsam mit kulturellen Glanzlichtern wie dem August-Macke-Haus in Bonn und dem Max-Ernst-Museum in Brühl bilde das Arp-Museum ein rheinisches Kulturdreieck, das seines Gleichen suche.

Damit werde in der Tourismus-Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler, die jährlich mehr als 20 Millionen Besucher zu verzeichnen habe, ein neues Highlight der Spitzenklasse und ein einzigartiger Anziehungspunkt geschaffen, erklärte Dr. Pföhler.

Landrat Dr. Pföhler dankte allen, die dieses ambitionierteste Kulturprojekt in Rheinland-Pfalz mit auf den Weg gebracht haben. „Wir haben hart für das Arp-Museum gekämpft und die große Chance, ein derart bedeutendes Museum in den Kreis zu holen, genutzt.“ Namentlich galt der Dank des Landrates dem Ministerpräsidenten Kurt Beck, der „Wort gehalten habe“. Auch allen weiteren Partnern des Bonn/Berlin-Ausgleiches, insbesondere der Bundesregierung und dem Ministerialdirigenten Westkamp, dessen zentrale Vermittlerrolle wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen habe, sei die Region zu Dank verpflichtet. „Nur durch die enormen Gelder aus dem Bonn/Berlin-Ausgleich, die für das Arp-Museum zur Verfügung gestellt werden, konnte überhaupt an eine Umsetzung des Projektes gedacht werden.“


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 13.10.2004

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