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Das Strukturprogramm von historischer Dimension läuft aus

Bonn-Berlin-Ausgleich: 124 Millionen Euro flossen in den AW-Kreis – Landrat spricht von „zukunftsfähigen Standbeinen“ und entwirft Zukunftsperspektiven

Das größte Strukturprogramm in der Geschichte des Kreises Ahrweiler, der Bonn-Berlin-Ausgleich, läuft zum Jahresende aus. „Die Ausgleichsprojekte haben den Kreis Ahrweiler und die Kommunen entscheidend vorangebracht und wirken als wichtige Impulse für die nächsten Jahre“, sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler bei der Abschlusssitzung des Koordinierungsausschusses mit Bundesbauminister Dr. Manfred Stolpe in Bonn. Zugleich entwarf der Landrat einige Perspektiven für die Zukunft.

In den AW-Kreis seien insgesamt 124 Millionen Euro an Bundesmitteln geflossen. Rund 900 Arbeitsplätze seien neu entstanden oder gesichert worden. Bis auf das Arp-Museum seien alle AW-Ausgleichsprojekte abgeschlossen, betonte Pföhler und ergänzte: „Die massiven Einbrüche für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt, die nach dem Beschluss von 1991 zum Regierungsumzug nach Berlin in der Region Bonn zu befürchten waren, sind ausgeblieben.“ Speziell der Kreis Ahrweiler verfüge heute über „innovative, zukunftsfähige Standbeine“.

Die Fachhochschule Remagen als „Flaggschiff des Strukturwandels“ sei die Nahtstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sowie Ideenschmiede und Ausbildungsstätte zugleich. Das Pilotprojekt „Gesundheits- und Fitnessregion“ habe das Profil der Wirtschaftsregion geschärft und nachhaltige Impulse für den Tourismus mit dem lebenswichtigen Kur- und Gesundheitssektor gesetzt. Bei den neuen Gewerbeflächen liege das größte Potenzial im Innovationspark Rheinland in Grafschaft (IPR). Und: Das Arp-Museum, das der Ahrweiler Landrat in der Bedeutung mit dem Bau des Nürburgrings in den 20er Jahren vergleicht, werde errichtet.

Alleine die neuen Gewerbegebiete (750) und die Fachhochschule (110) hätten 860 neue Arbeitsplätze gebracht, so Pföhler weiter. Der Kreis selbst habe ergänzende Programme aufgelegt, etwa das Zinszuschussprogramm AW-West oder das Programm „Innovativer Fremdenverkehr“.

Mit Blick in die Zukunft nannte Dr. Pföhler mehrere Perspektiven. „Unser Wirtschaftsstandort lebt von einem gesunden Branchen-Mix und einem grundsoliden Mittelstand. Das müssen wir weiter fördern und darüber hinaus auf neue Standbeine bauen.“ Als „Wertschöpfungskette“ bezeichnete er „das stufenweise Trio“ Fachhochschule (wo Studierende ausgebildet werden), IGZ Sinzig (wo Existenzgründer und Jungunternehmer Starthilfe erhalten) und IPR (wo sich die Unternehmen ansiedeln können). Wichtig sei eine „koordinierte Vermarktung“ von IGZ und IPR, wünschenswert die Ansiedlung weiterer wissenschaftlicher und technologischer Einrichtungen.

Die Nähe zu Bonn mit der hochkarätigen Informations- und Telekommunikationsbranche müsse genutzt und der AW-Kreis an den Flughafen Köln/Bonn angebunden werden. Die FH Remagen müsse noch stärker als Impulsgeber für die Boombranche Gesundheitssektor erkannt werden. Das Arp-Museum werde „ein Weltklasse-Museum und enormer Wirtschaftsfaktor“. Eine Daueraufgabe sei es, die Attraktivität des Tourismus kontinuierlich zu steigern.

Dass der Kreis Ahrweiler die damals befürchteten Struktureinbrüche „mehr als nur aufgefangen“ habe, beweisen für den Landrat unter anderem zwei Fakten: der Bevölkerungsanstieg zwischen 1991 (118.300) und Ende 2003 (130.900) um 12.600 Menschen sowie die Arbeitslosenquoten, die im AW-Kreis konstant unter dem Landesdurchschnitt und vor allem dem Bundesschnitt liegen.

Übersicht: Die Ausgleichsprojekte mit Fördermitteln des Bundes

·Fachhochschule RheinAhrCampus: 94,6 Millionen Euro Bundesförderung
·Arp-Museum: 17,5 Mio Euro
·IGZ Sinzig: 2,6 Mio Euro
·Tourismus & Service GmbH : 1,2 Mio Euro
·Überregionale Vermarktung: 0,3 Mio Euro
·Gewerbegebiete in Remagen, Sinzig, Grafschaft-Gelsdorf, Kempenich, Spessart, Bad Breisig (Soforthilfe): 5,2 Mio Euro
·IPR in Grafschaft: 2,2 Mio Euro
·Radwegebau: 0,2 Mio Euro.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 19.11.2004

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