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Landrat und Bürgermeister: Bundeswehrzentrum in Gelsdorf erhalten

Ministerpräsident aufgefordert – Bis zu 300 Mitarbeiter wären betroffen – „Schmerzgrenze erreicht“

Nicht akzeptieren wollen Landrat Dr. Jürgen Pföhler und der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem die mögliche Verlagerung des Lage- und Meldezentrums aus dem Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr in Grafschaft-Gelsdorf zum Bundesnachrichtendienst nach Berlin. Ministerpräsident Kurt Beck soll diese Frage zur Chefsache machen, fordern Pföhler und Juchem in einem persönlichen Schreiben an den Mainzer Regierungschef.

Eine solche Verlagerung mit bis zu 300 Mitarbeitern wäre „ein weiterer substanzieller Schlag für den Kreis Ahrweiler und vor allem die Gemeinde Grafschaft“, befürchten beide. Beck möge sich beim Bundesverteidigungsminister mit Nachdruck dafür einsetzen, „dass derartige Verlagerungspläne im Keim erstickt werden“. Erst vor wenigen Jahren sei der Standort Gelsdorf mit der aufwändigen Bunkeranlage für mehr als 100 Millionen Euro gebaut worden. „Es wäre unverantwortlich, noch vor der Bundestagswahl vollendete Tatsachen schaffen zu wollen“, so Landrat und Bürgermeister. Würde das Lage- und Meldezentrum als „Herzstück“ des Zentrums für Nachrichtenwesen verlagert, bedeute dies den Anfang einer schleichenden Personalreduzierung, an dessen Ende die Schließung des Standortes stünde.

„Im Kreis Ahrweiler mussten wir bereits hinlänglich Erfahrungen mit einer solchen Salamitaktik machen“, argumentieren beide außerdem. Stück für Stück hätten Umstrukturierungsmaßnahmen der Bundeswehr erhebliche Arbeitsplatzverluste gebracht und der Region geschadet. Beispiele: Verlagerung der Abteilung „Disposition Heer“ aus dem Logistikzentrum von Bad Neuenahr-Ahrweiler nach Wilhelmshaven (350 Mitarbeiter); Schließung des Regierungsbunkers Marienthal (200 Mitarbeiter); Verlagerung der Standortverwaltung von Bad Neuenahr-Ahrweiler nach Mayen (100 Mitarbeiter); Verlagerung des Amtes für Wehrmedizinalstatistik von Remagen nach Andernach (170 Mitarbeiter).

Bei diesen unmittelbaren Arbeitsplatzverlusten bleibe es nicht. Der Fortzug der Familienmitglieder schraube den Verlust in weit größere Dimensionen. Dr. Pföhler und Juchem appellieren in ihrem gemeinsamen Schreiben an den Mainzer Regierungs-Chef: „Die Schmerzgrenze ist erreicht.“


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 13.06.2005

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