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Licht und Schatten beim Bau von Bundesstraßen

Lückenschlüsse, Tunnel, Brücken und Autobahn-Pläne – Landrat: „Im Flächenkreis ist Mobilität lebenswichtig“ – Eine Übersicht zu Bundesstraßenprojekten

Moderne Straßen sind die Lebensadern einer Region. Das gilt vor allem für den ländlichen Raum. „In unserem Flächenkreis ist die Mobilität von Mensch und Wirtschaft lebenswichtig“, erklärte Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Wie aber sieht es derzeit aus bei den Straßenbauprojekten im AW-Land?

„Bei unseren Kreisstraßen behalten wir unsere Investitionslinie trotz schwieriger Finanzlage bei und haben die Mittel für 2005 sogar erhöht“, betonte Pföhler. Zehn Baumaßnahmen, für die der Kreis 1,3 Millionen Euro eingeplant habe, seien 2005 gestartet. „Eher durchwachsen“ beurteilt er hingegen die Lage bei den überregionalen Straßen. Erfreulich: Der Bund habe einige Projekte abgeschlossen, etwa die Ortsumgehung Hönningen oder die Brückenanbindung der B 412 an die B 9 in Brohl. Dennoch bleibe für Berlin und für Mainz noch großer Handlungsbedarf. Zu den Bundesstraßen folgende Übersicht:

Die B 266 neu mit dem Lückenschluss zwischen Bad Neuenahr-Ost und -West soll die Heerstraße entlasten und Staus vermeiden. Vorgesehen ist ein vierspuriger Ausbau auf 1,8 Kilometern Länge für 40 Millionen Euro. Der Sachstand: Der Planfeststellungsbeschluss von 1999 ist seit Mai 2001 rechtskräftig. Baureife Pläne liegen vor. Im Bundesverkehrswegeplan ist die Maßnahme als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft. Die Finanzierung seitens Bund und Land ist jedoch nicht in Sicht.

Die B 266 zwischen Heimersheim, Bad Bodendorf und Sinzig soll die Ortslagen Lohrsdorf und Bad Bodendorf entlasten und eine schnelle Verbindung von der A 61 zum Rhein schaffen. Länge: 3,5 km, Kosten 39,5 Millionen Euro. Die Bundesstraße überquert hinter Lohrsdorf die Ahr und soll in Bad Bodendorf die Kreuzung untertunneln. Sachstand: Der erste Teilabschnitt (Umgehung Lohrsdorf und Ahrquerung) ist als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft, der übrige Abschnitt als „weiterer Bedarf“. Angesichts der ungesicherten Finanzierung liegen die Planungen zurzeit auf Eis.

A 61, südliche Anbindung des Innovationsparkes Rheinland (IPR) in Grafschaft (Fahrtrichtung Koblenz) sowie Anbindung an die A 573 in Richtung Bad Neuenahr-Ahrweiler; Kosten: 4,7 Millionen Euro. Sachstand: Ein Anbindungsarm aus dem IPR bis zur Autobahn ist fertig, die Unterführungsbauwerke fehlen. Ausführungsreife Pläne liegen vor. Mainz ist am Zug, in der Finanzierungsplanung des Landes für 2005/2006 sind allerdings keine Mittel eingestellt.

Der Ditschhardtunnel im Zuge der Ortsumgehung Altenahr ist fertig. Der Brandschutz und die Rettungsmöglichkeiten sollen verbessert werden. Kosten: 3,0 Millionen Euro. Sachstand: Nach Inkraftsetzen der neuen Tunnelrichtlinien (RABT) wurden die Detailplanungen vorgestellt. An jedem Tunnelportal soll ein Löschwasserbehälter angebracht werden. Eine von der Feuerwehr vorgeschlagene Trockenleitung wird nicht gebaut, weil sie nicht in der RABT vorgesehen ist. Die Planung wird dem Bundesverkehrsministerium zur Genehmigung vorgelegt. Finanzierung und Baudurchführung sind noch offen.

B 257, Lingenbergtunnel bei Altenahr-Kreuzberg: Die Gesamtmaßnahme „Ortsumgehung Altenahr“ endet zurzeit vor dem Bahnübergang Kreuzberg. Sie wird fortgeführt durch den Lingenbergtunnel in Richtung Pützfeld; Länge: 350 Meter, davon 200 Meter im Tunnel; Kosten: 7,2 Millionen Euro. Sachstand: Die Maßnahme ist im Bundesverkehrswegeplan als „weiterer Bedarf“ eingestuft und hätte daher erst in einigen Jahren realisiert werden können. Da die vorhandene Stützwand an der B 257 erneuert werden müsste, wird der Tunnelbau jetzt konkret: Ausschreibung im Sommer 2005, Auftragsvergabe Ende 2005, Baubeginn wahrscheinlich im Frühjahr 2006. Der Berg wurde bereits geologisch untersucht.

Eifelautobahn A 1, Lückenschluss zwischen Tondorf und Daun mit Anschlussstelle für Adenau. Bei Dorsel wird die Ahr mit einer 840 Meter langen und 95 Meter hohen Brücke überquert. Die durchgehende A1 gilt als wirtschaftlich wichtiger Faktor für die Region. Kosten: Blankenheim – Adenau 164 Mio. Euro, Adenau – Kelberg 152 Mio. Euro, Kelberg – Daun 120 Mio. Euro.
Sachstand: Strecke Blankenheim – Adenau (14,4 km): Die 3. Offenlage zum Planfeststellungsverfahren wurde gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen 2003 durchgeführt, es besteht noch kein Baurecht. Adenau – Kelberg (10,5 km): Die 2. Offenlage im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens erfolgte 2002. Auch hier liegt noch kein Baurecht vor. Kelberg – Daun (8,3 km). Seit 1997 besteht Baurecht, die Arbeiten laufen. Fazit zum gesamten A1-Lückenschluss: Finanzierung, Baurecht und Fertigstellung sind offen.

FOTO: Über die geplanten Bundesstraßenbauprojekte im AW-Kreis informierten sich Landrat und Mitglieder des Kreis- und Umweltausschusses bei einer Rundreise.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 24.06.2005

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