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Mehr Licht für Orchideen und Wacholder

Neues Landespflege-Projekt in Dorsel – Wertvoller Kalkmagerrasen renaturiert – Landrat lobt Ortsgemeinde und Forstamt

Mit der Renaturierung von sechs Hektar Kalkmagerrasen in Dorsel gesellt sich ein weiteres Mitglied in die Familie der Landespflegeprojekte im Kreis Ahrweiler. Wo bislang ökologisch wenig wertvoller Kiefernforst vorherrschte, ist jetzt, wie in früheren Jahrhunderten, Offenland entstanden, auf dem vielfältige Arten wie Orchideen, Enziane oder Wacholder wachsen.

Das neue Projekt bringe ein Stück historischer und regional-typischer Kulturlandschaft zurück, das zugleich den sanften Tourismus belebe, sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler bei einer Ortsbesichtigung. Dabei hob er die gute Zusammenarbeit der Beteiligten hervor. Ausdrücklich lobte der Landrat die Ortsgemeinde Dorsel mit dem früheren und dem jetzigen Ortsbürgermeister, Josef Valerius und Günter Adrian, sowie das Forstamt Adenau mit dem früheren Forstamtsleiter Friedrich Jahn und Forstrevierleiter Jens Marx. Mit Schäfer Theo Burbach hat der Kreis einen langfristigen Pflegevertrag abgeschlossen.

Schafe spielen hier eine wichtige Rolle: Kalkmagerrasen – artenreiche und nährstoffarme („magere“) Wiesen und Weiden auf kalkhaltigem Untergrund mit zahlreichen Orchideen und Enzianen – beherrschten in den vergangenen Jahrhunderten weite Landschaftsteile der Eifel. Die Freiflächen entstanden durch die früher übliche Hütebeweidung mit Schafen und Ziegen. Fraß und Tritt der Tiere verhinderten das Aufkommen von Gehölzaufwuchs und begünstigten die Entwicklung von artenreichem Grünland.

Mit dem Rückgang der Schäferei in der Eifel ging es auch mit Orchideen und Enzianen bergab. Flächen verbuschten oder wurden aufgeforstet. Wälder raubten den lichthungrigen Magerrasenarten die Lebensgrundlage. Nur an besonnten Rändern wie den Talflanken des Herresbachtales in Dorsel konnten die Rasenflächen vereinzelt überleben.

Die Ortsgemeinde Dorsel stellte ihre Waldflächen kostenlos zur Verfügung, der Kreis Ahrweiler sorgte für das landespflegerische Konzept, das Forstamt Adenau entfernte die stockenden Kiefern. Seit 2000 entstanden so sechs Hektar Freifläche, die Schäfer Burbach in Anlehnung an die frühere Bewirtschaftungsweise mit seinen Schafen und Ziegen pflegt. Erste Orchideen haben sich bereits angesiedelt. Erfreulich vor allem aus Sicht von Projektleiter Klaus Löbner (Landespflege der Kreisverwaltung) und Planer Michael Valerius: Die Gewöhnliche Kugelblume (Globularia punctata), die im AW-Kreis als ausgestorben galt, lebt wieder auf.

Finanziert wurde die Idee über landespflegerische Ausgleichsmaßnahmen, wobei drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen wurden: erstens wurde eine Kompensationsverpflichtung zum Bau einer Gaspipeline erfüllt; zweitens erhielt die Gemeinde Ausgleichsmöglichkeiten für Bebauungspläne; drittens konnten die Kreis-Landespfleger ein weiteres Projekt zur Förderung von seltenen Pflanzen- und Tierarten in die Tat umsetzen.

Bildunterzeile zum FOTO:
Die Macher des Landespflegeprojekts in Dorsel: Theo Burbach (v.l.), Michael Valerius, Josef Valerius, Friedrich Jahn, Klaus Löbner, Dr. Jürgen Pföhler, Günter Adrian und Jens Marx.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 25.08.2005

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