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„Wir behalten das Original“

Neues Museum im alten Regierungsbunker: Für den AW-Landrat mehr als ein Kapitel des Kalten Krieges

Es ist geschafft. Nach dreijährigen Verhandlungen, die vornehmlich zwischen Kreis und Bund geführt wurden, steht fest: Der ehemalige Regierungsbunker unter dem Rotweinwanderweg zwischen Ahrweiler und Dernau bleibt der Nachwelt als Teilstück erhalten, und zwar in Form eines Museums.

Der Bunker sei „ein historisch einzigartiges Symbol des Kalten Krieges, das insoweit mit dem Stellenwert der Berliner Mauer vergleichbar ist“, erklärte Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Für den Kreis Ahrweiler bringe das Museum ein „neues touristisches und kulturelles Highlight“. Mit Blick auf das in unmittelbarer Nähe gelegene Museum „Römische Villa am Silberberg“ meinte Pföhler: „Der thematische Bogen spannt sich von der Römerzeit zum Atomzeitalter“.

Der Landrat blickte zurück: Am Anfang sei der Erhalt eines Bunkerteilstücks als „Originalstätte“ eine gemeinsame Vision mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Florian Mausbach, gewesen. Auf dem Weg zur Verwirklichung des Museums habe man, so der Landrat, „ungewöhnlich hohe Hürden überwinden müssen“. Schließlich sei es gelungen, einen Träger zu finden. Der Heimatverein „Alt Ahrweiler“ sei eine „hervorragende Lösung“, die Kooperation zwischen Bund und einem privaten Verein neu.

Folglich richtete sich der Dank das Landrats an BBR-Präsident Mausbach, der „konsequent bei der Stange geblieben“ sei, und an Dr. Wilbert Herschbach, der dem 670 Mitglieder starken Heimatverein vorsteht. Der Verein setze seit mehr als einem halben Jahrhundert wichtige Akzente im kulturellen Leben von Ahrweiler. Aktuelles Beispiel sei die Gedenkstätte am Ahrweiler Silberberg, wo 1944 und 1945 in den Tunnelanlagen mehr als 2.500 Menschen Schutz vor den Bombenangriffen fanden. Für seine Verdienste habe der Heimatverein jüngst die Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler erhalten.

Die zweite große Herausforderung neben der schwierigen Frage der Trägerschaft seien bautechnische Details gewesen – und hier vor allem der Brandschutz. In diesen Tagen habe das Kreis-Bauamt grünes Licht gegeben und das Zustimmungsverfahren gegenüber dem BBR abgeschlossen.

Neben dem kultur-touristischen Akzent sieht Dr. Pföhler eine weitere Großchance: Der Regierungsbunker in der Nähe der früheren Bundeshauptstadt Bonn sei mehr als ein „Kapitel des Kalten Krieges“ und „eine Dokumentationsstätte des atomaren Wettrüstens“. Denkbar sei, das 200 Meter lange Tunnelstück, das 2007 geöffnet werden solle, auch für didaktische Zwecke zu nutzen, sprich: speziell für Jugendliche und Schulen aufzubreiten. „Je länger die Zeit des Wettrüstens vergeht, desto weniger Menschen werden sich an sie erinnern.“

Nicht ohne Stolz resümierte der Ahrweiler Landrat: „Weite Teile der Regierungsfunktion sind von Bonn nach Berlin gezogen. Aber wir erhalten einen Teil des früheren Regierungsbunkers. Wir behalten das Original.“


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 20.10.2005

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