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Zukunftsbericht für Kindertagesstätten soll im Sommer 2006 vorliegen

Zahl der Kinder sinkt deutlich – Folge: Große Veränderungen und neue Chancen

Bei seiner neuen, umfassenden Bedarfsplanung für die Kindertagesstätten hat der Kreis Ahrweiler den nächsten Schritt getan. Ein doppelter Fragenkatalog, den Professor Dr. Stefan Sell von der Fachhochschule Remagen gemeinsam mit dem Kreis-Jugendamt konzipiert hat, richtet sich an die Leitungskräfte und Träger der 63 Tageseinrichtungen.

„Wir arbeiten an einem präzisen Bedarfsplan, der die Richtschnur für die Zukunft der Kindertagesstätten wird“, unterstrich Landrat Dr. Jürgen Pföhler das Ziel und den Stellenwert der Analysen. Grund: „Wir stehen vor großen Umbrüchen – und wir stellen uns diesen Herausforderungen.“ Die anstehenden Änderungen seien: „Deutlich sinkende Kinderzahlen auch im AW-Kreis – um rund 30 Prozent bis zum Kita-Jahr 2008/2009. Die Folge: Gravierende Auswirkungen auf die Finanzierungsstruktur, freiwerdende Plätze und Personal. Hinzu kämen die Sparbeschlüsse des Bistums Trier und deren Auswirkungen auf die kirchlichen und kommunalen Kitas sowie die angespannte Haushaltslage des Kreises und der Kommunen“.

Zudem führt Pföhler zwei neue Gesetze an: erstens das Tagesbetreuungs-Ausbaugesetz (TAG), mit dem der Bund die Kinderbetreuung in den Kommunen intensivieren wolle; zweitens die geplante Novellierung des Kindertagesstättengesetzes Rheinland-Pfalz, das im Entwurf vorliege und das den Rechtsanspruch für Zweijährige auf einen Kita-Platz ab 2010 festlege; demnach würden die Regelkindergärten für Zweijährige bereits ab 1.1.2006 geöffnet.

Diese Kriterien greift Prof. Sell vom Institut für Bildungs- und Sozialmanagement (ibus) mit seinen Kolleginnen Dr. Dörte Weltzien und der Diplom-Sozialpädagogin Sonja Hees in den 62 Einzelfragen umfassenden Erhebungen auf. Die Leitungskräfte in den Kitas werden gebeten, einen Fragenkatalog zu beantworten, der unter anderem abzielt auf aktuelle und zu erwartende Gruppengrößen, Altersstrukturen, Öffnungszeiten, die Nutzung von Angeboten sowie besondere Bedarfssituationen vor Ort und daraus resultierende Fördermaßnahmen sowie die Qualifizierung des Personals und die Zufriedenheit mit der Arbeit.

Die Träger der Einrichtungen haben vom Sell-Team einen zweiten Fragebogen erhalten. Themen: Einschätzung der Versorgungssituation, Nachfragetrends zu Kindergarten-, Krippen-, Hort- und Ganztagsplätzen sowie zur Tagesbetreuung und Tagespflege im jeweiligen Einzugsgebiet; ferner: Baumaßnahmen im Zusammenhang mit den Gesetzesänderungen sowie Pläne zur Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen und Trägern.

Der Zeitplan: Nach der Auftaktveranstaltung mit 130 Fachkräften und Trägervertretern, Landrat, Sell-Team und Jugendamt im September sowie dem Versand der Fragebögen im Oktober ist die Auswertung dieser Daten für Januar vorgesehen; aktuelle Statistiken zur demografischen Entwicklung sollen in die Auswertung einfließen. Anschließend sollen den politischen Kreisgremien Empfehlungen zur Kita-Bedarfsplanung vorgelegt werden. Zugleich sollen Eltern durch Befragung in zwei Modellkommunen – eine im ländlichen und eine im städtischen Bereich – beteiligt werden. Im Sommer 2006 schließlich soll der Abschlussbericht zur künftigen Bedarfsplanung fertig sein.

Der Wissenschaftler Sell, der den neuen berufsbegleitenden Fernstudiengang für das Leitungspersonal von Kitas „Bildungs- und Sozialmanagement mit Schwerpunkt frühe Kindheit“ leitet, kann die Situation bundesweit und sogar international einschätzen. Seine Prognose: Für die Kindertagesstätten werde es in den nächsten fünf Jahren große Veränderungen geben – und neue Chancen. Der Professor: „Tagesstätten, die flexibel und ´kundenorientiert´ reagieren, haben Standortvorteile.“

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Ziehen die Richtschnur für die Kindertagesstätten: Landrat Dr. Jürgen Pföhler (v.l.), Prof. Dr. Stefan Sell und Klaus Kniel (Fachbereichsleiter in der Kreisverwaltung)


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 18.11.2005

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