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Komplett-Investor will 47 Arbeitsplätze auf einen Schlag in Sinzig schaffen

Pharma-Unternehmen Finzelberg GmbH & Co. KG will IGZ übernehmen

Gemeinsame Presseerklärung von: Kreisverwaltung Ahrweiler, Stadtverwaltung Sinzig, IGZ und Finzelberg GmbH & Co. KG

Im Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) Sinzig steht die Ansiedlung eines langfristigen Groß-Investors an. Das Pharma-Unternehmen Finzelberg GmbH & Co. KG aus Andernach, ein Produzent pflanzlicher Extrakte für die pharmazeutische Industrie, will das IGZ komplett übernehmen. „Das wäre die größte Unternehmensansiedlung im Bereich der Lifescience und Pharmazie, die wir jemals im Kreis Ahrweiler hatten“, erklärte Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Die Gesellschafterversammlung des IGZ habe bereits am Vortag der Übernahme zugestimmt.

Finzelberg beschäftigt 240 Mitarbeiter, ist national die Nummer 1 und weltweit unter den Top 3 der Branche. Hinter Finzelberg steht der Konzern Martin Bauer mit weltweit 2.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 300 Millionen Euro. Eine solch „spektakuläre Großinvestition“ sei „ein Volltreffer“ und habe Signalwirkung für das gesamte Wirtschaftsklima der Gesundheits- und Fitnessregion Kreis Ahrweiler, zeigte sich Pföhler einig mit dem Bürgermeister der Stadt Sinzig, Wolfgang Kroeger.

Finzelberg beabsichtigt, seinen Wissenschaftsbereich mit Labor und wissenschaftlicher Kundenberatung ebenso wie Verkauf, Marketing und Geschäftsentwicklung nach Sinzig zu verlagern. Die geplante Übernahme des IGZ durch die Finzelberg-Gruppe würde mehrere Vorteile bringen:

Erstens: Arbeitsplätze. Mit dem Umzug wäre die Ansiedlung von 47 hochwertigen Arbeits- und Ausbildungsplätzen in Sinzig verbunden, davon zehn akademische sowie 30 technische und kaufmännische. Die Bedeutung dieser Arbeitsplatzeffekte könne nicht hoch genug herausgestellt werden, hieß es weiter. Orientiert an bundesdeutschen Durchschnittszahlen für Existenzgründungen entspräche die geplante Übernahme des IGZ auf 15 Jahre etwa 40 bis 50 Existenzgründungen der Pharmazie und des Lifescience. Diese Zahl allein verdeutliche die Dimension der Arbeitsplatzeffekte – und das in Zeiten schwierigster konjunktureller Situation.

Zweitens: Standortsicherung. Albert Ferstl aus der Finzelberg-Geschäftsleitung spricht ebenfalls von „hochwertigen Arbeitsplätzen“, nennt aber zusätzlich die Absicherung des Unternehmens-Stammsitzes Andernach. Durch die Konzentration des Wissenschaftsbereiches im IGZ Sinzig sowie der Produktion in Andernach sichere Finzelberg seinen Bestand im nördlichen Rheinland-Pfalz auch langfristig ab. Die Belegung der IGZ-Räume erhöhe die attraktive Ausstattung des dortigen Gebäudes weiter. Erst vor zwei Wochen habe Finzelberg ein neues Trocknungszentrum in Andernach eingeweiht. Damit sichere das Unternehmen seinen Betrieb an zwei benachbarten Standorten im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Drittens: Haushalte. Die Haushalte von Kreis und Stadt Sinzig würden in einer schwierigen konjunkturellen Situation dauerhaft und beträchtlich entlastet, wie Landrat und Bürgermeister betonten. Das IGZ sei bekanntlich ein Zuschussbetrieb. Die Vorstellung etwa, man könnte im kommenden Jahrzehnt mehr als 40 einzelne Existenzgründungen im IGZ Sinzig ansiedeln, sei völlig illusorisch. Bundesweit ließen sich die Existenzgründungen im Bereich Lifescience und Pharmazie an einer Hand abzählen.


Die Vorgeschichte: Seit 1. April 2005 ist Dr. Harald Borbe aus Mainz Geschäftsführer des IGZ. Gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin, Cathrin Pauly, gelang es ihm, Interessenten aus der Pharmaziebranche verstärkt auf das IGZ aufmerksam zu machen. Intensive Verhandlungen mit Finzelberg führten zur jetzigen Lösung.

Das IGZ ist einer der zentralen Bausteine des Bonn-Berlin-Ausgleichs im Kreis Ahrweiler. Die wichtigste Zielrichtung des Bonn-Berlin-Ausgleichs, hochwertige und dauerhafte Arbeitsplätze in der Region zu schaffen, wird durch die Komplett-Übernahme auf einen Schlag erreicht. Entgegen der ursprünglichen Konzeption – zeitlich begrenzte Vermietung der IGZ-Räume an einzelne Existenzgründer – ist also die Komplett-Übernahme durch einen Groß-Investor vorgesehen. IGZ-Geschäftsführer Borbe geht deshalb davon aus, dass für das IGZ gewährte Zuwendungen an Bund und Land zurückgezahlt werden müssen. Hierüber würden jetzt Verhandlungen geführt.

Geplant ist die Übernahme im Wege eines auf 15 Jahre angelegten Mietkaufmodells zu Marktpreisen bzw. zu objektiven Verkehrswerten. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Gremien von Kreis, Stadt Sinzig, Bund und Land. Das IGZ verfügt über 16 Büroräume, acht hochwertige Labore sowie Lagerflächen auf 1.500 Quadratmetern Fläche.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 24.11.2005

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