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Landrat, Bürgermeister und Lachswarte sauer wegen illegaler Fischerei

Wiederansiedlung der Lachse in der Ahr wird in Niederlanden gefährdet

Der Landrat, der Adenauer Bürgermeister und die Lachswarte sind besorgt und sauer. Grund: An der Ahr und weiteren Nebenflüssen des Rheins werden Millionen von Euro in die Wiederansiedlung der Lachse investiert, während niederländische Fischer die Tiere illegal abfischen und das Naturschutzprojekt damit erheblich gefährden, wenn nicht sogar zerstören.

Bei einem Ortstermin in Fuchshofen informierten sich Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Bürgermeister Hermann-Josef Romes aus erster Hand über das Problem. Fuchshofen ist innerhalb des Kreises Ahrweiler einer der wichtigsten Stellen, an denen Lachswarte die Jungtiere einsetzen. Von dort beginnt und endet der Naturkreislauf: Nach ihrer Wanderung, die sie bis in die Nordsee führt, erkennen die Fische den Oberlauf der Ahr als ihre Heimat wieder und kehren dorthin zurück – wenn sie nicht abgefischt werden. Doch genau das geschieht im niederländischen Rheindelta.

„Ein Schildbürgerstreich“, schimpfen Landrat und Bürgermeister unisono auf die dortige „rechtswidrige Netz- und Reusenfischerei“. In einem Schreiben an die Mainzer Ministerin für Umwelt und Forsten, Margit Conrad, bitten beide die Ministerin, „das Thema zur Chefsache zu erklären“ und sich bei der Bundesregierung dafür einzusetzen, dass diese direkt oder über die Europäische Kommission Druck auf die Niederlande ausübt, um das illegale Abfischen sofort zu stoppen.

In gemeinsamen Kraftanstrengungen seien die Lachse erfolgreich wiederangesiedelt worden. Konkret betreffe dies vier Millionen Euro Investitionen des Kreises Ahrweiler für Fischaufstiege und die Renaturierung der Ahr mit dem Wiederansiedlungsprogramm des Landes Rheinland-Pfalz und vor allem der hohe finanzielle und ehrenamtliche Einsatz der Fischereiexperten entlang der Ahr. Die örtlichen Lachswarte und die Mitglieder der ARGE Ahr e.V. leisteten seit Jahren zeitintensive und persönliche Arbeit, so Pföhler und Romes.

In Fuchshofen dabei: neben Landrat Dr. Pföhler und Bürgermeister Hermann-Josef Romes der Ortsbürgermeister von Fuchshofen und Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Hocheifel-Ahr, Wolfgang Heinisch, Kreisfischereiberater Dr. Rudolf Blum, die Lachswarte Ralf Ropertz, Johannes Wagner und Theo Simons von der ARGE Ahr sowie Wolfgang Justen und Johannes Gitzen vom Ortsgemeinderat.

Auf einhellige Kritik stieß das Verhalten der niederländischen Regierung. So habe selbst die niederländische Zeitung „De Volkskrant“ moniert, dass die Behörden die Missstände lax oder gar nicht kontrollieren.

FOTO: Sind dort die Lachse? Landrat, Bürgermeister und Lachswarte in Fuchshofen.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 23.03.2006

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