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Verbot der Wildfütterung stoppen

Landrat: Zugleich die Meinung von Jägern, Bauern und Winzern

Mit einer Kette von Argumenten gegen das Fütterungsverbot von Schalenwild hat sich Landrat Dr. Jürgen Pföhler an die rheinland-pfälzische Umwelt- und Forstministerin Margit Conrad gewandt. In einem Schreiben an die Ministerin fordert Pföhler, die entsprechende Landesverordnung aufzuheben. Dies sei im Kreis Ahrweiler zugleich die einhellige Meinung von Kreisjägerschaft sowie dem Bauern- und Winzerverband.

Hintergrund: Wegen des anhaltenden strengen Winters hatte der Ahrweiler Landrat Ausnahmegenehmigungen zur Fütterung von Rehen, Rotwild, Wildschweinen und weiterem Schalenwild erteilt. Ein Fütterungsverbot werde den Bedürfnissen des heimischen Wildes nicht gerecht. Pföhlers Argumente:

1. Das hiesige Wild lebe nicht mehr in einer unberührten Umgebung, sondern in einer Landschaft, die durch Besiedlung, Straßenbau, Tourismus und weitere Nutzungsarten geprägt sei. Wild brauche Ruhe, um den natürlichen Nahrungsbedarf ganzjährig zu decken. Dies sei heute nicht mehr möglich. Die Tiere seien auf sachgemäße Fütterung angewiesen.

2. Hungernde Tiere hätten jüngst erhebliche Wildschäden in Wald, Landwirtschaft und sogar bebauten Bereichen verursacht.

3. Wenn, wie bei der Rotwild-Hegegemeinschaft „Kesselinger Tal“, Rotwild verendet aufgefunden worden sei, widerspreche dies eklatant dem Tierschutzgedanken. Die bestehende Landesverordnung zum Fütterungsverbot lasse Ausnahmen nur bei Naturkatastrophen oder extremen Witterungsbedingungen zu.

4. Die wirtschaftliche Bedeutung der Jagd sei in kaum einem anderen Landkreis so hoch wie im Kreis Ahrweiler. Die Erlöse aus den Pachtverträgen seien wichtige Einnahmequellen für die Kommunen. Auch der Tourismus erhalte durch die Jagd wichtige Impulse. Die Jagd müsse daher attraktiv bleiben. Pföhler: „Wir leben vom Tourismus. In anderen Ländern, beispielsweise Österreich, ist die Wildfütterung ein touristisches Highlight, etwa als geführte Wanderung mit Wildbeobachtung. Und welche Bilder bieten sich dagegen im Land Rheinland-Pfalz?“

5. Die Verordnung bringe unnötigen bürokratischen Aufwand für Jäger und Verwaltungen sowie Kosten für die Genehmigungen. Pföhler: „Mehr Eigenverantwortung in den Händen der Jäger und weniger Verwaltung halte ich für sinnvoller.“

6. In anderen Bundesländern werde die Fütterung zu bestimmten Zeiten generell erlaubt, ebenso wie es in Rheinland-Pfalz das Landesjagdgesetz vor der Verbotsverordnung erlaubt habe. Mehr noch: In Notzeiten sei die Fütterung teilweise Pflicht.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 05.05.2006

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