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Schutzimpfungen der Wildschweine alleine reichen nicht aus

Kreis-Amtstierärzte besorgt – Appell an Schweinehalter – Weitere 50.000 Impfköder werden verteilt

Besorgt äußern sich die Amtstierärzte der Kreisverwaltung Ahrweiler über den erneuten Ausbruch der Schweinepest bei einem Hausschweinebestand im benachbarten Nordrhein-Westfalen. Der dortige achte Fall mache kurz vor Aufhebung der Überwachungsgebiete deutlich, wie groß die Gefahr einer Seuchenverschleppung nach wie vor sei.

Dr. Otto Gaudlitz und Dr. Karl Hehlein weisen auf wichtige Vorsichtsmaßnahmen hin – stellen aber zugleich fest: Die Krankheit sei für Menschen ungefährlich. Der Braten von heimischen Wild- und Hausschweinen könne ohne Bedenken genossen werden.

Trotz seit Wochen bestehender Einschränkungen im Seuchengebiet im Kreis Borken, tausender blutserologischer und klinischer Untersuchungen sowie verschärfter Aufmerksamkeit der Schweinehalter sei das hochinfektiöse Virus erneut in einen Schweinebestand in NRW gelangt. Rund 70.000 Schweine müssten getötet und unschädlich beseitigt werden. „Eine traurige, aber unvermeidbare Bilanz“, meinen die Kreis-Veterinäre.

Schutzimpfungen der Wildschweine alleine reichten nicht aus. Landwirte sollten erhöhte Vorsicht an den Tag legen, besonders beim Handel mit Schweinen und dem Zukauf der Tiere aus mehreren Herkunftsbetrieben. Die Veterinäre erinnern an die strengen Auflagen für Schweinehalter in den Seuchengebieten.

Die Vorrichtungen zur Reinigung und Desinfektion von Schuhen, Fahrzeugreifen und Ställen sollten sorgfältig benutzt werden. Personen, die Schweineställe betreten, müssten Schutzkleidung tragen. Das unnötige Befahren von Betriebsgeländen sollte vermieden werden; das Abholen von verendeten Schweinen oder die Futtermittelanlieferung sei auch an der Gehöftgrenze möglich. Schweine sollten aus möglichst wenigen und bekannten Betrieben zugekauft werden.

Der Kontakt zwischen Haus- und Wildschweinen müsse unter allen Umständen unterbunden werden; auch indirekte Kontakte über den Hofhund seien zu vermeiden. Futtermittel und Einstreu sollten – gesichert vor dem Kontakt mit Wildschweinen – gewonnen und gelagert werden; dies gelte besondere für waldnahe Futterquellen. Treten bei den Tieren vermehrt Todesfälle, fieberhafte Erkrankungen oder Wachstumsstörungen auf, müsse dies ein Tierarzt prüfen und zugleich auf die Schweinepest untersuchen.

In den Jahren 2002 bis 2005 hätten die Jäger – den ein besonderer Dank für die engagierte Unterstützung gelte – im AW-Kreis mehr als 450.000 Impfköder gegen Schweinepest ausgelegt. Leider habe die seuchenfreie Zeit nur neun Monate betragen, bedauern die beiden Kreis-Veterinäre. Seit Jahresbeginn 2006 seien die Bekämpfungsmaßnahmen wieder angelaufen. Im Mai und Juni stehe die Verteilung weiterer 50.000 Impfköder an. Gleiches finde im kommenden Herbst statt.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 12.05.2006

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