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Kindergärten bereiten sich auf Zweijährige vor

Landrat: Die wichtigsten Weichen gestellt – Deutlich sinkende Kinderzahlen auch im AW-Kreis – Bedarfsplan wird erarbeitet

Der Kreis Ahrweiler arbeitet weiter an der Neuausrichtung der Kindertagesstätten. Eine langfristige Bedarfsplanung wird derzeit erstellt. Jetzt trafen sich die Leiterinnen der Kitas zu einer Informationsveranstaltung. Thema: das neue Kindertagesstättengesetz, das mehrere Neuerungen bringt, unter anderem die Aufnahme von Zweijährigen und die Sprachförderung.

„Wir haben die wichtigsten Weichen gestellt“, sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler bei der Veranstaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dort informierten Karl-Heinz Herzig-Horbach und Jürgen Hahn vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung die Leiterinnen der Tagesstätten in erster Linie über den Umgang mit Zweijährigen. Für diese Kinder sind die Regelkindergärten seit 1. Januar 2006 geöffnet, ab 2010 besteht für Zweijährige der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz.

Wesentliche Ideen für die Zukunft der Kitas habe der Kreis als Bedarfsplaner und Träger der Jugendhilfe frühzeitig in die Wege geleitet, so Pföhler. Mit dem Zuwachs von Angebotsvielfalt und Qualität (beispielsweise mehr altersgemischte und mehr Ganztagsgruppen) könne man in manchen Bereichen den Rückgang an Quantität (Schließung von Gruppen oder ganzer Tagesstätten wegen rückläufiger Kinderzahlen) teilweise ausgleichen. Fest stehe jedoch: Es werde zur Schließung von Gruppen kommen. Das verlange bereits die Entwicklung der Kinderzahlen. Seien im Kiga-Jahr 2004/2005 kreisweit noch 4.464 Mädchen und Jungen registriert gewesen, so würden für 2008/2009 rund 3.100 prognostiziert. Das entspreche einem Rückgang von 30 Prozent.

Bei den Kindergärten habe es noch keinen Zeitraum gegeben, der so viele Veränderungen bringe wie die nächsten fünf Jahre, unterstrich Pföhler. Hauptgrund seien die deutlich sinkenden Kinderzahlen auch im Kreis Ahrweiler mit der Folge, dass Kapazitäten an Plätzen und Personal frei werden. Weitere Herausforderungen: die Sparbeschlüsse des Bistums Trier und deren Auswirkungen auf die kirchlichen und kommunalen Kitas; die angespannte Haushaltslage des Kreises und der Kommunen; und zwei Gesetzesneuerungen, nämlich: erstens das Tagesbetreuungs-Ausbaugesetz, mit dem der Bund die Kinderbetreuung in den Kommunen intensivieren wolle; zweitens die Novellierung des Kindertagesstättengesetzes Rheinland-Pfalz.

Ein Bedarfsplan zieht die Richtschnur für die Zukunft der 63 Tageseinrichtungen. Diesen Plan erstellen derzeit Prof. Dr. Stefan Sell und Prof. Dr. Ralf Haderlein vom Institut für Bildungs- und Sozialmanagement (ibus) an der Fachhochschule Remagen gemeinsam mit dem Kreis-Jugendamt. Eingebunden sind Kommunen, Kirchen, Träger, die Kita-Leitungen und Eltern.

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Große Runde für die Kindertagesstätten: Jürgen Hahn (v.r.), Karl-Heinz Herzig-Horbach, Monika Frink (ibus), Prof. Dr. Ralf Haderlein, Dr. Jürgen Pföhler und Kreis-Jugendamtsleiterin Siglinde Hornbach-Beckers vor den Kita-Leiterinnen.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 01.06.2006

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