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Landrat stellt Feuerwehr-Investitionsprogramm bis 2015 vor

Weitere zwei Millionen Euro für überörtlichen Brandschutz – „Garant für die Sicherheit der Menschen“

Das Feuerwehr-Investitionsprogramm des Kreises Ahrweiler bis 2015 steht. Weitere rund zwei Millionen Euro werden in neue Fahrzeuge und Geräte investiert, die der Kreis im überörtlichen Brand- und Katastrophenschutz einsetzt. „Wir sichern die Einsatzfähigkeit unserer Feuerwehren langfristig und gezielt. Wir investieren damit in die Sicherheit der Menschen“, sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler, der das Programm gemeinsam mit Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI) Udo Schumacher vorstellte.

Der Landrat nannte die Investitionen in sieben neue Spezialfahrzeuge, das Alarmierungssystem, Atemschutzgeräte und ein Mehrzweckboot „wichtig und erforderlich“. Was er merklich hervorhob: das Ehrenamt. „Feuerwehren sind die ältesten Bürgerinitiativen. Sie gehören seit Jahrhunderten zu den bedeutendsten Stützen der Gesellschaft und des Gemeinwesens.“ Im Kreis Ahrweiler setzten sich derzeit 2.034 Männer und Frauen in 99 Feuerwehren aktiv und freiwillig für die Allgemeinheit ein, so Pföhler. Hinzu kämen – als Sicherheitsexperten der Zukunft – 30 Jugendfeuerwehren mit 418 Mitgliedern.

Kreis und Kommunen als Partner

Der Kreis sorge für den überörtlichen Brandschutz und arbeite eng zusammen mit den Städten und Gemeinden, die Träger der Freiwilligen Feuerwehren seien. Der überörtliche Brandschutz umfasse Aufgaben, die über den örtlichen Rahmen und die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kommunen hinausgehen. Pföhler: „Wir als Kreis halten 20 Fahrzeuge und viele moderne Geräte für den Feuerwehreinsatz vor. Seit dem Jahr 2000 haben wir dort bereits zwei Millionen Euro investiert, und wir werden in den kommenden Jahren konsequent weiter in die Feuerwehren investieren.

KFI Schumacher – als langjährigen Feuerwehrexperte berät er den Kreis beim überörtlichen Brandschutz – sprach von einem Programm, das die Infrastruktur der Feuerwehren und damit die Sicherheit der Bürger langfristig und auf hohem Niveau gewährleiste. Die einzelnen Beschaffungen würden sich an dem jeweils aktuellen Stand der Technik orientieren. Der Plan sei in enger Abstimmung mit den Kommunen und den dortigen Wehrleitern erstellt wor-den, erklärte Schumacher.

Abhörsicherer Digitalfunk kommt

Über die bis 2015 angepeilten Investitionen hinaus steht laut Landrat und Kfi mit der Einführung des Digitalfunks „ein weiterer Kraftakt bevor“. Alle mit Sicherheitsaufgaben betrauten Behörden und Organisationen in Deutschland werden mit einem abhörsicheren, komplett neuen Funknetz ausgestattet. Für den AW-Kreis sei angedacht, 2008 mit der Einführung zu beginnen. Die Kosten stünden noch nicht fest.


Tanklöschfahrzeuge, Gerätewagen für Gefahrstoffe, Drehleitern, Boot, Atemschutz: Eine Übersicht zu den Anschaffungen bis 2015

In diesem Jahr wird ein Gerätewagen Gefahrstoffe „GW-G“ für den Standort Burgbrohl gekauft. Kosten: 345.000 Euro.
Die GW-G sind bestimmt für Ersteinsätze gegen nicht aggressive (vor allem Mineralöl) und mit einer Zusatzbeladung gegen aggressive Gefahrstoffen (z.B. Säuren). Dieser Nachfolgetyp der früheren Ölwehrfahrzeuge hilft bei solchen Unfällen beim Abdichten, Umfüllen und Zwischenlagern der Stoffe. Im Kreis sind drei „GW-G 1“ stationiert. Für Burgbrohl wird der neue „GW-G 2“ angeschafft, weil das dortige Fahrzeug mehr als 20 Jahre alt ist.

2007: Drehleiter mit Korb, „DLK 23-12“, für Remagen, 560.000 Euro.
Je nach Risikoeinstufung müssen die Kommunen eigene Drehleitern vorhalten. Für den überörtlichen Brandschutz sind Drehleitern kreisweit an vier Stellen stationiert (Remagen, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Grafschaft, Adenau). In Bad Breisig wird derzeit noch eine kleinere Drehleiter vorgehalten. Die Rheinschiene soll 2007 eine neue erhalten. „23-12“ steht für eine Drehleiter mit einem Anstellwinkel, die bei 12 Metern Abstand vom Gebäude eine Arbeitshö-he von 23 Metern ermöglicht.

2007: 24 Atemschutzgeräte für Gerätewagen Atemschutz/Strahlenschutz am Standort Ahrweiler „GW AS“, 48.000 Euro. Die aktuelle Zahl der Atemschutzgeräte kreisweit: 359.

2008: Tanklöschfahrzeug „TLF 20/40“, Niederzissen, 143.000 Euro.
Das Tanklöschfahrzeug wird für größere Einsätze gebraucht, etwa in Industriebetrieben, bei Waldbränden und auf der A 61. Standorte der kreiseigenen TLF 24/50 sind bisher die Kreisstadt, Adenau und Sinzig. Um das Kreisgebiet noch sicherer abdecken zu können, soll in Niederzissen ein weiteres TLF 20/40 stationiert werden. Grund: Gefahrenpotenziale durch die A 61, Industrieanlagen und größere Waldflächen. Außerdem lässt sich die Einsatzgrund-zeit von 25 Minuten mit den vorhandenen Fahrzeugen bisher nicht in allen Gebieten der Verbandsgemeinde Brohltal einhalten. Die Bezeichnung „20/40“ steht für eine Pumpenleistung von bis zu 2.000 Litern pro Minute und einem Fassungsvermögen von 4.000 Litern Wasser. Die Verbandsgemeinde Brohltal kauft das Fahrzeug, das der Kreis für den überörtlichen Einsatz bezuschusst.

2009: Mehrzweckboot „MZB“, Brohl-Lützing, 72.000 Euro.
Während Rettungsboote bereits für Orte mit einer niedrigen Risikoklasse bei Gewässern vorgehalten werden, gehören Mehrzweckboote zur Ausrüstung für größere Gefahrenlagen. Dies ist am Rhein der Fall. Der Kreis und die Rheingemeinden sorgen für ein neues Boot, das aufgrund seiner Größe mehr Personen und mehr Geräte aufnehmen kann als ein Rettungsbbot.

2010: Drehleiter mit Korb, „DLK 23-12“, für Adenau, 80.000 Euro.
Die Feuerwehr Adenau hat 1999 eine gebrauchte Drehleiter aus dem Jahre 1975 ange-schafft. Im Rahmen einer Ersatzbeschaffung soll 2010 erneut eine gebrauchte Drehleiter gekauft werden, die der Kreis bezuschusst.

2012: Tanklöschfahrzeug „TLF 20/40“, Adenau, 143.000 Euro.
Das jetzige Fahrzeug stammt aus dem Jahr 1987. Daher ist eine Ersatzbeschaffung vorge-sehen.

2013 und 2014: Anschluss an die Integrierte Leitstelle der Berufsfeuerwehr Koblenz, 130.000 Euro.
Zu den überörtlichen Aufgaben des AW-Kreises zählt die Erstalarmierung der örtlichen Feuerwehreinheiten. Derzeit und bis auf weiteres erfolgt die Erstalarmierung durch die Polizei, weil der Notruf 110 und der Feuerwehrruf 112 zu einer ständig besetzten Polizeidienststelle im Kreis Ahrweiler geschaltet ist. Das neue Landesgesetz über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz sieht vor, dass sich die Kreise bei der Alarmierung und Führungsunterstützung der Integrierten Leitstellen für die Feuerwehr, den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz, also für die gesamte nichtpoli-zeiliche Gefahrenabwehr, bedienen müssen. Für die Kreise Mayen-Koblenz, Cochem-Zell und Ahrweier wird diese Integrierte Leitstelle bei der Berufsfeuerwehr Koblenz eingerichtet.

2015: Gerätewagen Atemschutz/Strahlenschutz „GW-AS“ für den Standort Ahrweiler, 184.000 Euro.
Der GW-AS wird im Gefahrstoffzug des Kreises oder als selbständige Teileinheit eingesetzt. 1989 wurde der jetzige GW-AS beschafft und im Feuerwehrhaus Ahrweiler stationiert. Die Ersatzbeschaffung steht 2015 an.

Das Tanklöschfahrzeug „TLF 24/50“ für die Feuerwehr Bad Neuenahr-Ahrweiler wurde bereits 2005 beschafft (230.000 Euro). Auch dieses TLF wird für größere Einsätze gebraucht. „24/50“ bedeutet: bis zu 2.400 Liter Pumpenleistung pro Minute und 5.000 Liter Wasser sowie 500 Liter Schaummittel.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 16.06.2006

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