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Kindertagesstätten: Befragung von 1.600 Eltern startet

Landrat: „Wir erarbeiten einen präzisen Bedarfsplan“ – Hortplätze, Mittagsverpflegung und Uhrzeiten erfragt – Richtschnur für die Zukunft der Kitas

Mit der Befragung von mehr als 1.600 Eltern in zwei Modellkommunen geht der neue Bedarfsplan für die 63 Kindertagesstätten im Kreis Ahrweiler in die nächste Phase. Die Eltern von Kindern bis sechs Jahre in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und der Verbandsgemeinde Altenahr werden per Fragenkatalog angeschrieben und gebeten, ihr Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. Die Teilnahme ist freiwillig, die Befragung bleibt anonym.

In einem Schreiben bittet Landrat Dr. Jürgen Pföhler die Eltern persönlich, sich an der Befragung zu beteiligen. „Wir arbeiten an einem präzisen Bedarfsplan, der die Richtschnur für die Zukunft der Kindertagesstätten zieht“, unterstreicht Pföhler das Ziel und den Stellenwert der Analysen. Eine solch qualitative und ins Detail gehende Bedarfsplanung habe es im Kreis Ahrweiler noch nie gegeben. Das Kreis-Jugendamt werde maßgeblich unterstützt von den Professoren Dr. Stefan Sell und Dr. Ralf Haderlein und deren Team von der Fachhochschule Remagen.

Der Fragenkatalog soll nach den Worten von Klaus Kniel, Fachbereichsleiter für Jugend, Soziales und Gesundheit in der Kreisverwaltung, „ein möglichst vollständiges Bild über den Bedarf der Eltern und Kinder ermitteln.“ Die beiden Modellkommunen repräsentierten den ländlichen (Altenahr) und den städtischen Raum (Kreisstadt). Angesprochen würden alle Eltern – auch solche, deren Kinder keine Tagesstätte besuchen. Gefragt werde unter anderem nach bestehenden und gewünschten Betreuungsangeboten wie Hortplätzen, Mittagsverpflegung, Uhrzeiten sowie in Ferien oder als Tagespflege, so Kniel.

Kreisjugendamtleiterin Siglinde Hornbach-Beckers legt Wert auf „die Beteiligung aller Akteure“. Neben mehreren Informationsveranstaltungen für die Verantwortlichen der Kitas seien die ersten beiden Befragungen – die der Leitungskräfte und der Träger (Kommunen, Kirchen, freie Träger) – abgeschlossen. Die dritte Erhebung binde die Eltern aktiv ein.

Anlass für die neue Zukunftsplanung, die in diesem Jahr vorgelegt und in den politischen Gremien beraten werden soll, sind bevorstehende Umbrüche bei den Kitas. Dies sind sinkende Kinderzahlen auch im AW-Kreis – von im Kiga-Jahr 2004/2005 mit kreisweit 4.464 Mädchen und Jungen auf rund 3.100 in 2008/2009. Das entspricht einem Rückgang von 30 Prozent. Die Folge: Gravierende Auswirkungen auf die Finanzierungsstruktur, freiwerdende Plätze und Personal. Der Zuwachs von Angebotsvielfalt und Qualität (beispielsweise mehr altersgemischte und mehr Ganztagsgruppen sowie Krippenplätze) soll in manchen Bereichen den Rückgang an Quantität (Schließung von Gruppen oder ganzer Tagesstätten wegen rückläufiger Kinderzahlen) teilweise ausgleichen.

Hinzu kommen die Sparbeschlüsse des Bistums Trier und deren Auswirkungen auf die kirchlichen und kommunalen Kitas sowie die angespannte Haushaltslage des Kreises und der Kommunen. Zudem wirken sich zwei neue Gesetze aus: erstens das Tagesbetreuungs-Ausbaugesetz (TAG), mit dem der Bund die Kinderbetreuung in den Kommunen intensivieren will; zweitens die Novellierung des Kindertagesstättengesetzes Rheinland-Pfalz, das den Rechtsanspruch für Zweijährige auf einen Kita-Platz ab 2010 vorsieht.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 30.06.2006

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