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Fütterungsverbot von Wild: „Das kann und darf nicht die Lösung sein“

Landrat mit Antwort der Ministerin nicht zufrieden – Auch Jäger, Bauern und Winzer gegen Verbot

Die Diskussion um das Fütterungsverbot von Wild bleibt ein Ganzjahresthema. Landrat Dr. Jürgen Pföhler will das Verbot stoppen und hat sich dazu an die rheinland-pfälzische Umwelt- und Forstministerin Margit Conrad gewandt. Die Antwort aus Mainz liegt vor und lautet: Nein, das Verbot soll bleiben.

„Ich kann diese Meinung nicht teilen, das kann und darf nicht die Lösung sein“, bringt Pföhler kein Verständnis für die Haltung der Ministerin und der Landesregierung auf. Auch die Kreisjägerschaft sowie der Bauern- und Winzerverband im AW-Kreis seien gegen das Verbot. Der hohe Wildbestand führe gewiss zu Problemen, weiß auch Pföhler. Aber die Tiere einfach verhungern zu lassen sei „eine grausame Methode“.

Gegen diese Radikallösung spreche auch die Landesverfassung von Rheinland-Pfalz. Dazu zitiert Pföhler Artikel 70 aus der ethischen und politischen Grundordnung des Landes: „Tiere werden als Mitgeschöpfe geachtet. Sie werden im Rahmen der Gesetze vor vermeidbaren Leiden und Schäden geschützt.“ Mainz habe den Tierschutz per Verfassungsänderung im Jahr 2000 sogar als Staatsziel in die Landesverfassung aufgenommen.

Die Ministerin verenge ihre Argumentation pro Fütterungsverbot zu sehr auf Wildschäden, meint der AW-Landrat. Pföhler führt eine Kette von Fakten dafür ins Feld, dass es Jägern in Zeiten der Nahrungsknappheit erlaubt sein müsse, Rehe, Rotwild, Wildschweine und weiteres Schalenwild zu füttern.

Nämlich: Wegen Besiedlung, Straßenbau, Tourismus und weiteren Nutzungsarten finde das Wild nicht die nötige Ruhe, um seinen natürlichen Nahrungsbedarf ganzjährig zu decken. Gerade hungernde Tiere verursachten Wildschäden in Wald, Landwirtschaft und bebauten Bereichen. Die wirtschaftliche Bedeutung der Jagd sei in kaum einem anderen Landkreis so hoch wie im Kreis Ahrweiler; die Erlöse aus den Pachtverträgen seien wichtige Einnahmequellen für die Kommunen; auch der Tourismus erhalte durch die Jagd wichtige Impulse, so Pföhler.

Ferner: Die Landesverordnung zum Fütterungsverbot bringe unnötigen Bürokratieaufwand für Jäger und Verwaltungen sowie Kosten für die Genehmigungen. Pföhler plädiert für „mehr Eigenverantwortung in den Händen der Jäger“. Außerdem: In anderen Bundesländern werde die Fütterung zu bestimmten Zeiten generell erlaubt, ebenso wie es in Rheinland-Pfalz das Landesjagdgesetz vor der Verbotsverordnung erlaubt habe. In Notzeiten sei die Fütterung teilweise sogar Pflicht.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 07.07.2006

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