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Die regionale Schlaganfall-Versorgung vernetzen

Ambulantes Neurologisches Rehazentrum in Ahrweiler: Schrittmacher der medizinischen Entwicklung – Therapieverfahren hochwirksam, aber aufwändig

Als „wichtigen Schrittmacher an der Spitze der medizinischen Entwicklung“ hat Landrat Dr. Jürgen Pföhler das Ambulante Neurologische Rehabilitationszentrum Dr. Reuther und Partner (ANR) in Bad Neuenahr-Ahrweiler bezeichnet. Das ANR habe entscheidende Impulse für die Gesundheitslandschaft über den Kreis Ahrweiler hinaus gegeben, sagte Pföhler bei einer Besichtigung der Einrichtung.

Das ANR mit dem Ärztlichen Leiter Dr. Dr. med. habil. Paul Reuther (Facharzt für Neurologie, Rehabilitationswesen und Verkehrsmedizin) und Geschäftsführer Udo Bergermann (Physiotherapeut) an der Spitze gilt als Modelleinrichtung für die wohnortnahe ambulante Versorgung von neurologischen Patienten. Das Haus legt wert auf die vernetzte Zusammenarbeit in der regionalen Schlaganfallversorgung. So ist Dr. Reuther neben seiner Tätigkeit im ANR Mitbegründer der „stroke unit“, einer Spezialstation für Schlaganfallpatienten am Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr. Nach einem Schlaganfall – einem plötzlichen, schlagartigen Funktionsverlust von Teilen des Gehirns – zählt oft jede Sekunde.

„Wir verfolgen einen möglichst ganzheitlichen Ansatz“, erklärte Reuther. Das ANR richte sich nach dem Krankheitsfolgenkonzept der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit den biologischen, psychischen und sozialen Teilaspekten einer Erkrankung. Das Team von Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden, Neuropsychologen, Verhaltenstherapeuten, Sozialarbeitern und Pflegekräften betreue Patienten mit komplizierten neurologischen Störungen und wende Rehamaßnahmen an.

Die Therapieverfahren seien „hochwirksam, aber sehr zeit- und personalaufwändig“, so Reuther. Daher setzten sie sich unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens nur zögerlich und nur an wenigen Standorten durch. Die ambulante und mobil aufsuchende Reha von schwer betroffenen Patienten entlaste deren Familien, die oftmals überfordert seien. Das Einbeziehen der Angehörigen und die Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber seien wesentliche Bausteine der Reha in Wohnortnähe.

Seit der Gründung 1997 hat das ANR 1.400 Patienten betreut. Das ANR unterzieht sich Wirksamkeits- und Qualitätsnachweisen und legt regelmäßig Berichte vor (www.anr-ahrweiler.de). Ausgezeichnet wurde das ANR-Team für den richtungsweisenden Aufbau einer durchgängigen Versorgungskette – von der Akutversorgung über die Reha bis zur ambulanten Nachsorge. Ehrenamtlich ist Reuther seit mehr als zehn Jahren im Vorstand der Lebenshilfe Kreisvereinigung Ahrweiler tätig.

FOTO: Die Gangrehabilitation mit therapeutischem Laufband und Gewichtsentlastung stellt eines der neuen Rehaverfahren im ANR dar. Dr. Jürgen Pföhler (hinten v.l.) und Klaus Kniel (Fachbereichsleiter für Jugend, Soziales und Gesundheit in der Kreisverwaltung) besuchten das Rehazentrum mit Udo Bergermann und Dr. Paul Reuther.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 14.07.2006

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