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Blauzungenkrankheit: Bisher keine Fälle im Kreis Ahrweiler aufgetreten

Kreis-Veterinäramt: Erreger für Menschen ungefährlich – Sperrgebiet als Vorsichtsmaßnahme ausgewiesen – auftretende Fälle dem Veterinäramt melden

Schafe, Ziegen und Rinder sollten, soweit dies möglich ist, über Nacht in den Ställen bleiben. Diese Empfehlung gibt das Veterinäramt der Kreisverwaltung Ahrweiler den Wiederkäuer haltenden landwirtschaftlichen Betrieben, nachdem es im niederländischen Kerkrade und im Dreiländereck Deutschland, Niederlande und Belgien Verdachtsfälle an Blauzungenkrankheit gegeben hat. Aus diesem Grund wurde in Teilen von Rheinland-Pfalz ein Sperr- und Beobachtungsgebiet ausgewiesen, zu dem auch der Kreis Ahrweiler gehört.

Für Menschen ist die anzeigepflichtige Tiererkrankung, die normalerweise nur in wärmeren Ländern auftritt, jedoch völlig ungefährlich: sie können nicht erkranken. Auch beim Genuss von Fleisch- oder Milchprodukten besteht keine Infektionsgefahr.

Das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz in Mainz hat jetzt die Kreise Ahrweiler, Daun, Bitburg-Prüm, Mayen-Koblenz, Neuwied die Stadt Koblenz und einige Gemeinden von Cochem–Zell zum Sperr- und Beobachtungsgebiet erklärt. In diesem Bereich gibt es Transportbeschränkungen. Die genannten Tierarten dürfen nicht aus dem Sperrgebiet gebracht werden, innerhalb ist der Transport erlaubt.

Die Transportfahrzeuge sind generell nach jedem Transport zu reinigen und zu desinfizieren. Transporte von Schafen und Ziegen müssen von einem Dokument begleitet sein, das Betrieb, Tierhalter, Anzahl der Tiere und Anschrift des Empfängerbetriebes festhält. Eine Stallpflicht ist bislang nicht zwingend vorgeschrieben, sondern wird lediglich empfohlen. Vorsicht ist auch für Wanderschäfer geboten: Sie sollten nicht versehentlich von einem Gebiet in ein schärfer gemaßregeltes Gebiet wandern. Das gilt auch für Schafe und Ziegen in Zirkusbetrieben.

„Es handelt sich dabei um Vorsichtsmaßnahmen. Bisher wurde die Krankheit in Deutschland noch nie nachgewiesen“, erklärt Dr. Otto Gaudlitz, Leiter des Veterinäramtes der Ahrweiler Kreisverwaltung. Spezielle, bisher nur südlich der Alpen vorkommende Stechmückenarten übertragen die Krankheit auf Schafe, Rinder und Ziegen. Die Seuche ist nicht von Tier zu Tier direkt übertragbar. Experten gingen jedoch davon aus, dass die Stechmücken auch durch Wind große Entfernungen zurücklegen könnten.

An der Blauzungenkrankheit können vor allem Schafe erkranken. Sie zeigen bis zu zwölf Tage nach der Infektion Fieber, sind apathisch, die Mundschleimhäute röten sich, die Zunge schwillt an und wird blau. Akute Todesfälle in dieser Zeit sind möglich. Rinder können Träger des Erregers sein, ohne selbst zu erkranken.

Was sollen Tierhalter tun, wenn Verdacht auf Blauzungenkrankheit besteht? Es besteht Anzeigepflicht, so dass jeder Tierhalter und Tierarzt verpflichtet ist, aufgetretene Fälle dem Kreis-Veterinäramt zu melden.

Tierhalter sollten sich in den Medien über die weitere Entwicklung des Geschehens informieren. Bei Rückfragen stehen die Mitarbeiter beim Kreis-Veterinäramt unter Ruf 02641/975-225 zur Verfügung. Weitere Informationen sind auch im Internet unter dem Suchbegriff „Blauzungenkrankheit“ zu finden.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 21.08.2006

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