BÜRGERSERVICE BILDUNG & FAMILIE KREIS & GEMEINDEN KULTUR & VEREINE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
 

Kindertagesstätten: Fristverlängerung bei Befragung der Eltern

Landrat: Wir erarbeiten einen präzisen Bedarfsplan“ – Hortplätze, Mittagsverpflegung und Uhrzeiten erfragt – Richtschnur für die Zukunft der Kitas

Mehr als 1.600 Eltern in zwei Modellkommunen wurden im vergangenen Monat für die Erstellung des neuen Bedarfsplans für die 63 Kindertagesstätten im Kreis Ahrweiler angeschrieben. Die Auswertung ist bereits angelaufen. Landrat Dr. Jürgen Pföhler verlängert nun die Rückmeldungsfrist bis zum 15. September 2006. Die Eltern von Kindern bis sechs Jahre in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und der Verbandsgemeinde Altenahr können in einem Fragenkatalog ihre Wünsche und Bedürfnisse äußern. Die Teilnahme ist freiwillig, die Befragung bleibt anonym.

„Da viele Eltern und Familien erst jetzt aus ihrem Sommerurlaub zurückkommen, konnten sie sich bisher noch nicht auf unsere Befragung zurückmelden. Deshalb verlängern wir nun die Frist um weitere drei Wochen“, erläutert Landrat Dr. Jürgen Pföhler.

In einem Schreiben hatte der Landrat die Eltern persönlich gebeten, sich an der Befragung zu beteiligen. „Wir arbeiten an einem präzisen Bedarfsplan, der die Richtschnur für die Zukunft der Kindertagesstätten zieht“, unterstreicht Pföhler das Ziel und den Stellenwert der Analysen. Eine solch qualitative und ins Detail gehende Bedarfsplanung habe es im Kreis Ahrweiler noch nie gegeben. Das Kreis-Jugendamt werde maßgeblich unterstützt von den Professoren Dr. Stefan Sell und Dr. Ralf Haderlein und deren Team von der Fachhochschule Remagen.

Der Fragenkatalog soll nach den Worten von Klaus Kniel, Fachbereichsleiter für Jugend, Soziales und Gesundheit in der Kreisverwaltung, „ein möglichst vollständiges Bild über den Bedarf der Eltern und Kinder ermitteln.“ Die beiden Modellkommunen repräsentierten den ländlichen (Altenahr) und den städtischen Raum (Kreisstadt). Angesprochen würden alle Eltern – auch solche, deren Kinder keine Tagesstätte besuchen. Gefragt werde unter anderem nach bestehenden und gewünschten Betreuungsangeboten wie Hortplätzen, Mittagsverpflegung, Uhrzeiten sowie in Ferien oder als Tagespflege, so Kniel.

Kreisjugendamtleiterin Siglinde Hornbach-Beckers legt Wert auf „die Beteiligung aller Akteure“. Neben mehreren Informationsveranstaltungen für die Verantwortlichen der Kitas seien die ersten beiden Befragungen – die der Leitungskräfte und der Träger (Kommunen, Kirchen, freie Träger) – abgeschlossen. Die dritte Erhebung binde die Eltern aktiv ein.

Anlass für die neue Zukunftsplanung, die in diesem Jahr vorgelegt und in den politischen Gremien beraten werden soll, sind bevorstehende Umbrüche bei den Kitas. Dies sind sinkende Kinderzahlen auch im AW-Kreis – von im Kiga-Jahr 2004/2005 mit kreisweit 4.464 Mädchen und Jungen auf rund 3.100 in 2008/2009. Das entspricht einem Rückgang von 30 Prozent. Die Folge: Gravierende Auswirkungen auf die Finanzierungsstruktur, freiwerdende Plätze und Personal. Der Zuwachs von Angebotsvielfalt und Qualität (beispielsweise mehr altersgemischte und mehr Ganztagsgruppen sowie Krippenplätze) soll in manchen Bereichen den Rückgang an Quantität (Schließung von Gruppen oder ganzer Tagesstätten wegen rückläufiger Kinderzahlen) teilweise ausgleichen.

Hinzu kommen die Sparbeschlüsse des Bistums Trier und deren Auswirkungen auf die kirchlichen und kommunalen Kitas sowie die angespannte Haushaltslage des Kreises und der Kommunen. Zudem wirken sich zwei neue Gesetze aus: erstens das Tagesbetreuungs-Ausbaugesetz (TAG), mit dem der Bund die Kinderbetreuung in den Kommunen intensivieren will; zweitens die Novellierung des Kindertagesstättengesetzes Rheinland-Pfalz, das den Rechtsanspruch für Zweijährige auf einen Kita-Platz ab 2010 vorsieht.

Sollten die Eltern der beiden Modellkommunen noch einmal das Befragungsformular benötigen, ist dieses beim Kreisjugendamt unter Ruf 02641/975-337 oder –263 kostenlos erhältlich.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 25.08.2006

<< zurück