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Elf Parks und historische Gebäude zu besichtigen

10. September: Tag des offenen Denkmals im Kreis Ahrweiler

Wer sich für Schloss- und Burggärten, Kirchen, historische Wohnhäuser, Adelshöfe, alte Fabriken und andere Kulturdenkmäler interessiert, sollte sich den 10. September vormerken. An diesem Sonntag öffnen Gebäude und Bauwerke, die sonst meist verschlossen sind, landesweit ihre Pforten. In vielen Objekten werden an diesem „Tag des offenen Denkmals“ fachkundige Führungen angeboten. Im Kreis Ahrweiler warten elf historische Bauwerke und Anwesen mit ihren Gastgebern auf interessierte Besucher. Die Kreisverwaltung Ahrweiler nennt Einzelheiten aus der aktuellen Broschüre des Landesamtes für Denkmalpflege in Mainz.

Die Broschüre listet alle an diesem Tag geöffneten Gebäude und Parkanlagen in Rheinland-Pfalz auf. Die weiße, längliche Schrift liegt kostenlos aus in der Kreisverwaltung und den Rathäusern der Städte und Verbandsgemeinden. Weitere Info: Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Schillerstraße 44, 55116 Mainz, Ruf 06131/2016-0, Fax 06131/2016-222, www.landesdenkmalamt.rlp.de.

Bad Breisig, Park der Römer-Thermen, Brunnenpark mit Mausoleum und Kurgarten: Start des geführten Rundgangs ist der Park der Römer-Thermen mit Erklärung der Erbohrung der Heilquelle in den Jahren 1912-14 und Entstehung des Heilbäderhauses mit der dazugehörigen Parkanlage Geyrsprudel 1936; von dort aus geht es weiter zum Brunnenpark, dem ehem. Friedhof von 1805 bis 1966, mit dem dazugehörigen, 1911/12 in Formen des Jugendstils errichteten Mausoleums, in dem der Ehrenbürger Albert Mertes mit seiner Familie begraben liegt. Im Anschluss daran Spaziergang durch den in der 2. Hälfte des 19. Jh. angelegten Kurgarten mit altem, teils exotischem Baumbestand. Durch den Rosengarten geht es weiter zur ehemaligen Kaufmannsvilla Trainé; der malerische Pavillon gewährt einen herrlichen Blick auf den Rhein. Führungen 10-12 und 14-16 Uhr, Konzert der „Ahrspatzen“ 11-13 Uhr.

Bad Neuenahr-Ahrweiler, Dahliengarten: Seit dem 19. Jh. bis in die 1950er Jahre wurde das Gebiet, auf dem sich der heutige Dahliengarten befindet, gärtnerisch genutzt. Die erste Planung wurde 1955 dem Düsseldorfer Gartenarchitekten Fritz Tapp übertragen, der den Park als Schau- und Sichtungsgarten für Dahlien entwarf. Mit der Dahlienanpflanzung im Frühjahr 1956 war der Garten in Bad Neuenahr der erste Dahliengarten, der in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg angelegt wurde. Vertreten waren Dahlienzuchtbetriebe aus Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der Schweiz, Österreich, der Tschechoslowakei, den USA, Japan, Australien und Neuseeland. Die Dahlienkultur wurde mit Umzügen, dem Tag der Dahlie und der Wahl der Dahlienkönigin in der Stadt gepflegt und gefördert, und der Park errang überregionale Bedeutung. Noch heute werden in Form von kreisrunden Dahlienbeeten unterschiedliche, von Jahr zu Jahr wechselnde Dahlienformen gezeigt. Neue kleinblumige Dahlienzüchtungen werden mit dem „Silberbecher der Stadt Bad Neuenahr“ ausgezeichnet. Trotz Veränderungen im Laufe der Zeit – Erweiterung des Parks, Anlage neuer Schaubeete und Wege, Neuanpflanzungen von Bäumen und Sträuchern etc. – blieb die Dahlie stets die zentrale Blume des Gartens. 11, 14 und 16 Uhr Führungen mit Erläuterung der Pläne, Treffpunkt: östlicher Zugang des Dahliengartens an der Ahr (am Mercure-Hotel).

Bad Neuenahr-Ahrweiler, Blankartshof, Ahrhutstraße 24: Zweigeschossiger, fünfachsiger Massivbau mit Walmdach von 1680 mit Umbauten von 1787. 10-16 Uhr, Fotoausstellung über die Sanierung.

Bad Neuenahr-Ahrweiler: Parkanlagen der Villa Sophia in der Dr. v. Ehrenwallschen Klinik, Walporzheimer Straße 2 bzw. 8:
Im ausgehenden 19. Jh. gründete Carl von Ehrenwall eine „Anstalt für Gemüts- und Nervenkranke“ in der Altstadt. War sie anfangs als reine Pflegeanstalt konzipiert, erkannte der junge Arzt, dass die Behandlung der Patienten mit modernen Methoden bauliche Erweiterungen erforderte. Vor dem Obertor erwarb er gegen 1900 ein großes Gelände, auf dem sukzessive neben dem 1908 vollendeten Haupthaus weitere Gebäude errichtet wurden, darunter die Villa Sophia, an der er einen Park anlegen ließ. Zum reichen Baumbestand mit Berg- und Spitzahorn, Blut- und Hainbuche, Sommer- und Winterlinde, Eibe, Esche, Rosskastanie und Haselnuss gehört auch ein Mammutbaum. Zwei Brücken führen über den von der Ahr abgeleiteten Bach, den sog. Mühlenteich, der den Park durchquert.
Die Gartenanlage ist von 10-16 Uhr geöffnet; der Baumbestand wird zum „Tag des offenen Denkmals“ durch Informationstafeln erläutert, in der Villa werden Skulpturen ausgestellt.

Brohl-Lützing, Historische Betriebswerkstatt der Brohltal-Schmalspureisenbahn: Eisenbahnwerkstatt mit historischen Werkzeugmaschinen, Schmiede, Radsatzdrehbank von 1903. 10-18 Uhr, Führungen nach Bedarf durch die Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureisenbahn e.V., Fahrzeugausstellung auf dem Betriebsgelände, u.a. die einzige erhaltene Brohltaler Dampflok „11sm“, örtliche Draisinenfahrten, Bahnfahrten laut Fahrplan.

Abtei Maria Laach: Eingebettet zwischen Klostermauer und Basilika liegt die Klostergärtnerei mit bekannten, weniger bekannten und teilweise auch seltenen Exoten aus allen Teilen der Erde. Neuheiten, aber auch „Klassiker“ wie Bogenhanf, Christusdorn und Zimmerlinde wachsen hier; zwei Beete sind mit einer breit gefächerten Palette an Kakteen und anderen Sukkulenten arrangiert. Zu betreten ist die Gärtnerei über den ältesten noch bestehenden Teil, das Tropenhaus. (Fußweg links auf dem halben Weg zwischen Informationszentrum und Basilika; Parkplatz in der Gärtnerei über die Zufahrt zum Parkplatz des Seehotels erreichbar; auch für gehbehinderte Menschen sowie Familien mit Kinderwagen etc. ist dies ein unbeschwerlicher Weg.) Im Keramikladen gibt es Fachbücher zu Natur und Garten mit den Themenschwerpunkten Kräuter, Rosen, Kakteen und Orchideen.

Niederdürenbach-Hain, Burg Olbrück: Inmitten des Vulkanparks Brohltal / Laacher See gelegen. Um 1100 von den Grafen von Wied errichtet, 1689 zerstört; zinnenbewehrter Bergfried, Mitte 14. Jh., die Mauern des Palas im Keller spätromanisch, darüber 17. Jh., außerhalb des inneren Berings Wohn- und Küchengebäude, Haupttor, unterer Torbau 1875. 9-18 Uhr, Führungen 10 und 14 Uhr; die Olbrücker Kastellaney bietet warme und kalte Speisen sowie Kaffee und Kuchen an.

Sinzig, Parkanlage des ehem. Zehnthofs, Zehnthofstraße 2:
Die 1864 von dem preußischen Generalgartendirektor Peter Josef Lenné angelegte klassizistische Gartenanlage mit Doppelpergola, Lauben, Halbtürmen und „Marley“-Garten wurde 1986 wiederhergestellt. 1860-64 errichtete Friedrich August Stüler, der Nachfolger Schinkels, die Orangerie nach dem Vorbild der Orangerie in Sanssouci. Die einzige linksrheinische spätklassizistische Orangerie dient heute als Galerie. 10.30-17 Uhr, Führungen 10.30 und 14.30 Uhr.

Sinzig: Schloss Ahrenthal:
Um 1890 nach Plänen von Tüschaus und Abbema, Düsseldorf, errichtete Neurenaissance-Anlage. Ab 14 Uhr geöffnet, zu besichtigen sind die Ballsäle im Erdgeschoss des Schlosses, die Kapelle, der Innenhof sowie die Holzhackschnitzelheizung.

Waldorf, Hofanlage mit Kräutergarten (heute Heimatmuseum), Kleingasse 1:
Das ehem. Wohnhaus eines kleinen Eifel-Bauernhofs des frühen 19. Jh. mit vollständig erhaltener Lehm-/Holzkonstruktion wurde 1826 nach einem Dorfbrand auf Fundamenten um 1600 errichtet. Nach der Restaurierung des typischen Gehöfts mit Bauern- und Kräutergarten wird das Leben um 1900, ohne Wasser und ohne Strom, demonstriert. Ab 11 Uhr, Führungen nach Bedarf.

Wehr, Pfarrgarten, Kirchstraße:
Der etwa 3200 qm große, von einer Tuffsteinmauer eingefasste Garten war seit 1955 verwildert. In den Jahren 2003-05 wurde er nach denkmalpflegerischen Vorgaben wiederhergestellt: Auf 35 m Länge wurde eine Spalierobstanlage mit alten Obstsorten angelegt, rund 650 Blumen und Sträucher wurden gepflanzt, ein Wingert mit 80 Rebstöcken (Regentrot) wurde angelegt; mit wassergebundener Decke versehene Wege rahmen die Wiesenfläche und teilen sie in vier Grünflächen mit mittigem Blumen-Rondell. 10-17.30 Uhr, Führungen 11, 14 und 16.30 Uhr.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 01.09.2006

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