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Baugenehmigung: Festung des Atomzeitalters wird zum Museum

„Dokumentationsstätte Regierungsbunker“ im Ahrtal – Landrat: „Einzigartiges Symbol des Kalten Krieges“ – Baubeginn in den nächsten Wochen

Beim geplanten Museum im ehemaligen Regierungsbunker im Ahrtal ist ein weiterer wichtiger Schritt getan. Die Baugenehmigung, die im Wesentlichen das Eingangsgebäude und einen Parkplatz umfasst, liegt vor. Die Kreisverwaltung Ahrweiler hat dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) in Bonn, das die Dokumentationsstätte des Kalten Krieges plant, die entsprechende Zustimmung erteilt. Die Bauarbeiten sollen in den nächsten Wochen beginnen.

Der Bunker sei „ein historisch einzigartiges Symbol des Kalten Krieges“, erklärte der Landrat des Kreises Ahrweiler, Dr. Jürgen Pföhler. Das Museum, das in einem 200 Meter langen Teilstück des früheren Regierungsbunkers entsteht, werde „ein neues touristisches Kleinod der Region“.

Die entscheidenden Weichen für das Museum wurden im Oktober 2005 gestellt. Nach dreijährigen Verhandlungen, die auf Initiative des Landrats zwischen Kreis und Bund geführt wurden, fand die Vertragsunterzeichnung im Ahrweiler Kreishaus statt. Das BBR ist „Hausherr“ des Areals, der Heimatverein „Alt Ahrweiler“ unter dem Vorsitz von Dr. Wilbert Herschbach Träger des Museums. Die Dokustätte soll 2007 eröffnet werden. Sie soll auch für Jugendliche und Schulen aufgearbeitet werden und damit didaktischen Zwecken dienen.

Das Museumsgebäude wird als Neubau am ehemaligen Bunkereingang errichtet, der sich am Ahrweiler Silberberg befindet. Das Gebäude umfasst Empfangstrakt, Vorführraum und Sanitäreinrichtungen. Dadurch werden im Inneren des Bunkers weitere Kapazitäten für Dokumentationszwecke frei.

Das Museum wird an den Rotweinwanderweg angebunden. Fahrzeuge gelangen über die Straße zum Bunkermuseum, die am Museum Römervilla abbiegt. Die Wege werden – auch wegen Feuerwehr- und weiterer Rettungsfahrzeuge – ausgebaut. Vom neuen Parkplatz aus gelangen die Besucher zu Fuß über eine bestehende frühere Eisenbahnbrücke zum Museumseingang.

Das Gebäude soll auch einen optischen Effekt erzeugen und die Besucher vom Rotweinwanderweg zur Dokumentationsstätte lotsen. Zugleich soll der Rotweinwanderweg als eine der wichtigsten Fremdenverkehrsattraktionen im AW-Kreis weiter aufgewertet werden.

Zwischen 1960 und 1972 entstand in den Bergen des Ahrtals vor den Toren der früheren Bundeshauptstadt Bonn ein 19 Kilometer langes Tunnelsystem: ein Röhrenverlies aus Beton und Stahl. 3.000 Menschen des öffentlichen Lebens sollten hier Schutz vor einem Angriff mit atomaren, biologischen oder chemischen Waffen finden. 30 Tage sollte das Überleben im, so offiziell, „Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes“ gesichert sein. Der Bunker musste glücklicherweise nie für seinen eigentlichen Zweck genutzt werden. Lediglich Militär- und Katastrophenschutz-Übungen fanden darin statt.

Nach dem Ende des Kalten Krieges zwischen Ost und West erhielt das BBR den Auftrag, den Bunker abzureißen. Allerdings nicht ganz: Ein Teilstück, etwa 200 Meter lang, sollte als Dokumentationsstätte und bundesweit einmaliges „Museum des Kalten Krieges“ genutzt werden. Jetzt wird es gebaut.

FOTOS: Die „Dokumentationsstätte Regierungsbunker“ im Modell.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 15.09.2006

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